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Golchen ist eine Gemeinde im Nordosten des Landkreis Mecklenburgische Seenplatte. Sie liegt südöstlich von Demmin. Bis zum 1. Januar 2004 war die Gemeinde Teil des Amt Tollensetal und ist seitdem Teil des Amt Treptower Tollensewinkel mit Sitz in Altentreptow.

Geografie und Verkehr

Golchen liegt etwa zwölf Kilometer nördlich von Altentreptow und ca. 22 km südöstlich von Demmin. Die Landesstraße 35 (ehemals Bundesstraße 96) führt durch die Gemeinde, die Bundesautobahn 20 östlich am Gemeindegebiet vorbei. Sie ist über den Anschluss Burow (etwa drei Kilometer von Golchen entfernt) zu erreichen. Die Gemeinde liegt im Tollenseurstromtal. Zu ihr gehört ein westlich gelegenes langgestrecktes Waldgebiet.

Geschichte

Golchen zählt zu den ältesten Orten in der Region. Erstmals wurde das Dorf 1170 in einer Stiftungsurkunde des Kloster Broda erwähnt. Die Pommernherzöge Kasimir I. (Pommern) und Bogislaw I. (Pommern) sprechen dem Kloster die Nutzung einer Saline Colke zu, „salinam que est in colkle“. „Colke“ geht auf das Slawische Sprachen Wort „Chol“ für Salz zurück. Bereits 1173 wurde die Saline wieder urkundlich aufgeführt, Bischof Berno von Schwerin sichert dem Schloss Dargun Einkünfte aus der Salzgewinnung zu. Diese Urkunden sind im Mecklenburgisches Urkundenbuch aufgeführt. Am 30. April 1945 stand Golchen unter Beschuss der Rote Armee, 13 Menschen starben. Sie wurden in einem Massengrab bestattet. 2008 wurde die Geschichte des Tages aufgearbeitet und durch finanzielle Mittel des Ministerium für Inneres und Sport des Landes Mecklenburg-Vorpommern entstand auf dem Golchener Friedhof eine Kriegsgräberstätte, welche am 30. April 2010 eingeweiht wurde. Im Jahr 1909 wurde die Freiwillige Feuerwehr Golchen gegründet.

Ortsteile

* Golchen * Rohrsoll * Tückhude * Ludwigshöhe

Sehenswürdigkeiten

* Kirche Golchen aus dem 15./16. Jahrhundert * Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Erster Weltkrieg (1914–1918), welches direkt vor der Dorfkirche steht. Erbaut wurde das Denkmal aus kleinen und großen Feldsteinen und erinnert an die gefallenen Soldaten, die Einwohner von Golchen waren. Eingeweiht wurde das Kriegerdenkmal am 2. September 1928. * „Teufelsbaum“, nach einer lokalen Sage hat der Teufel im Dreißigjähriger Krieg einen Schatz versteckt. Er stieß in drei Dörfern der Region seinen Dreizack in einen Baum. Im Mittelpunkt dieser Markierungen soll der Schatz vergraben liegen. Der Teufelsbaum in Golchen, ein Birnbaum, steht am Dorfteich. * Tollensetal * Slawischer Burgwall Burgwall Groß Below auf dem , ehemalige Niederungsburg, durch landwirtschaftliche Nutzung nur noch ein flacher Wall, archäologische Funde, heute ein Bodendenkmal vom 16. Mai 2012 Golchen Kirche Westturm.jpg|Dorfkirche Golchen Kriegsdenkmal Golchen.JPG|Kriegsdenkmal Golchen Pfarrhaus Golchen.jpg|Pfarrhaus Golchen Teufelsbaum Golchen.JPG|Teufelsbaum Golchen Friedhof Golchen.JPG|Eingangstor Friedhof Golchen Schild Tückhude.JPG|Hinweisschilder in Golchen, Richtung Tückhude Dorfteich Gebäude FFW.JPG|Dorfteich und Gebäude der Freiwilligen Feuerwehr Golchen

Baudenkmale

Literatur (Auswahl)

* Georg Christian Friedrich Lisch: Ueber die Saline zu Golchen oder Selz, In: Verein für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde, Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde, Schwerin 1846, , , Bd. 11.1846, S. 162–165 * Grieß, Gudrun: Der Nutzungswandel vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart im Raum Schmarsow – Plötz – Hohenbüssow - Golchen und Nutzungstendenzen bis 1980 sowie deren geoökologische Auswirkungen, Hochschulschrift, Greifswald 1975 * 825 Jahre Golchen – Aus der Geschichte des Dorfes, In: Altentreptower Anzeiger – immer aktuell, Sietow 1995, , Bd. 1.1995, 4, S. 5 * Dezernat Archäologie im Landesamt für Kultur und Denkmalpflege (Hrsg.): Golchen, Lkr. Demmin, Römische Kaiserzeit/Völkerwanderungszeit, In: Bodendenkmalpflege in Mecklenburg-Vorpommern, Jahrbuch, Landesamt Schwerin, , , , , Bd. 53.2006, S. 397 * Käther, Friedrich: Die Strolche von Golchen, lustige und spannende Geschichten aus dem Tollensewinkel, Halle 2011, ISBN 978-3-86237-478-6 * Schmidt, Jens-Peter: Alles im Fluss? Der älterbronzezeitliche Hortfund von Golchen, Lkr. Demmin, In: Kulturwandel im Spannungsfeld von Tradition und Innovation, Festschrift für Michael Müller-Wille, Neumünster 2013, ISBN 3-529-01853-8, ISBN 978-3-529-01853-4, S. 161–174 * Schmidt, Jens-Peter: Der älterbronzezeitliche Werkzeughort von Golchen, Lkr. Mecklenburgische Seenplatte, In: Tod im Tollensetal; Die Forschungen bis 2011, Landesamt für Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern (Hrsg.), Schwerin 2015, ISBN 978-3-935770-43-9, S. 181–190


[ Quelle: Wikipedia | Stand: 17.01.2018 ]