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Die Stadt Krefeld (bis 1929 auch Crefeld) ist eine linksrheinisch gelegene Großstadt am Niederrhein (Region) nordwestlich der Landeshauptstadt Düsseldorf und südwestlich anschließend an Duisburg und das Ruhrgebiet in Nordrhein-Westfalen. Die kreisfreie Stadt im Regierungsbezirk Düsseldorf wird aufgrund der Seide#Seidengewebe des 18. und 19. Jahrhunderts auch als „Samt- und Seidenstadt“ bezeichnet. Krefeld nimmt mit rund 220.000 Einwohnern unter den Liste der Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen einen mittleren Platz ein. Die Stadt besteht in ihren heutigen Grenzen im Wesentlichen seit 1929, als der damalige Stadtkreis (Deutschland) Krefeld (Crefeld) mit der Stadt Uerdingen und anderen Gemeinden zur Stadt Krefeld-Uerdingen vereinigt wurde. 1940 wurde diese in Krefeld umbenannt und 1975 nochmals geringfügig vergrößert. In der Landesplanung in Deutschland ist Krefeld als Oberzentrum eingestuft. Krefeld gehört zur Metropolregion Rhein-Ruhr, dem größten Konurbation Verdichtungsgebiet Deutschlands.

Geographie

Räumliche Lage

Krefeld liegt in der „Krefeld-Kempener Platte“, die Teil der Niederrheinisches Tiefland ist. Das Stadtzentrum liegt etwa sieben Kilometer vom Rheinufer entfernt, doch reicht das Stadtgebiet seit der Eingemeindung Linn (Krefeld) bis an den Rhein heran. Die Uferlänge auf Krefelder Gebiet beträgt 6,2 Kilometer. Die Breite des Flusses variiert zwischen 320 und 400 Meter. Die größte Ausdehnung des Stadtgebiets beträgt in Nord-Süd-Richtung 12 Kilometer und in West-Ost-Richtung 13,1 Kilometer. Die Höhenlage der Stadtmitte beträgt . Die höchsten Erhebungen im gesamten Stadtgebiet sind der Hülser Berg mit und die künstlichen Erhebungen Inrather Berg, eine alte Schuttdeponie aus den Trümmern des Zweiten Weltkriegs mit und der seit 2004 auch von der Allgemeinheit begehbare Kapuzinerberg (Krefeld) (), eine ehemalige Hausmülldeponie.W. Kuttler, A. Graf, S. Blankenstein, A.-B. Barlag: Gesamtstädtische Klimaanalyse Krefeld unter besonderer Berücksichtigung von vier Plangebieten. Durchgeführt im Auftrag der Stadt Krefeld, erstellt durch die Abteilung Angewandte Klimatologie und Landschaftsökologie der Universität Essen. Essen 2003, S. 10 ().

Klima

Krefeld gehört makroklimatisch zum Seeklima Nordwestdeutschlands, mit milden, schneearmen Wintern und mäßig warmen Sommern, in denen das Maximum des Jahresniederschlages liegt. Das langjährige Mittel des Jahresniederschlags in Krefeld liegt bei 760 mm. Die Jahresmitteltemperatur in Krefeld liegt zwischen 10,6 °C und 11,1 °C. Die Maxima der Lufttemperatur liegen zwischen 33,9 °C und 35,5 °C, die Minima zwischen –5,9 °C und –7,6 °C.Kuttler u. a.: Gesamtstädtische Klimaanalyse Krefeld... 2003, S. 27.

Geologie

Die Stadt Krefeld liegt im Niederrheinisches Tiefland. Die oberflächennahen Schichten bestehen überwiegend aus Kies- und Sandablagerungen des Eiszeitalters. Die bis zu 30 m mächtigen Schichten setzte der Rhein hier ab. Vor 240.000 Jahren wurden diese Schichten teilweise von den Rändern der Eisschildmassen zu Stauchmoränen aufgepresst, die heute die Niederrheinischer Höhenzug bilden. Der Hülser Berg ist ein Beispiel hierfür. Unter den Kies und Sandschichten befinden sich Sand die sich dort im Tertiär (2,4 bis 65 Mio. Jahre vor heute) ablagerten. Sie reichen bis in eine Tiefe von 250 m hinab. Darunter sind Meeresablagerungen (überwiegend aus Sandstein, Tonstein und Kalkstein bestehend) älterer Geologische Zeitskala zu finden. Am nördlichen Stadtrand sind in größerer Tiefe auch kohleführende Schichten aus dem Karbon zu finden, die Verbindung zu den Kohlegebieten in Belgien und an der Ruhr haben. Auf den höhergelegenen Flächen des Krefelder Stadtgebiets findet man überwiegend Parabraunerden und Braunerden. Diese stellen gute Ackerstandorte. Die im westlichen Stadtgebiet gelegene durch Bruchtektonik etwas herausgehobene Kempener Platte hat eine etwa 1 m dicke Deckschicht aus Löss. Diese ist während der letzten Eiszeitalter hier abgelagert worden. Die daraus entstandenen fruchtbaren Lehmböden werden als Getreide- und Rübenfelder geschätzt. In den Altarmrinnen des Rheins (Kendeln) entstand Niedermoortorf, der auch an den Niep (Altrheinrinne) abgebaut wurde, heute aber keine wirtschaftliche Bedeutung mehr hat. Zum Ende der letzten Eiszeit hat der Rhein, östlich der Flussterrasse Dießem – Inrath – Hüls, sandige bis lehmige Sedimentation abgelagert. Durch Grundwassereinfluss entstanden in den tiefergelegenen Bereichen Gleyeböden. Diese Flächen werden wie z. B. der Hülser Bruch und Latumer Bruch als Grünland und Wald genutzt. In der überflutungsgefährdeten Rheinaue entstanden aus angeschwemmtem Bodenmaterial fruchtbare Böden.

Stadtgebiet

Das Stadtgebiet Krefelds gliedert sich in die 9 Bezirk: Stadtmitte, West, Nord, Hüls, Süd, Fischeln, Oppum-Linn, Ost und Uerdingen. Jeder Stadtbezirk hat eine eigene Bezirksvertretung und einen Bezirksvorsteher. Die Bezirksvertretung wird von der Bevölkerung des Stadtbezirks bei jeder Kommunalwahl gewählt. Des Weiteren existieren 19 Ortsteil, diese sind in mehrere statistische Bezirke unterteilt. Die 19 Stadtteile mit ihren amtlichen Nummern:

Nachbarstädte

Die Stadt Krefeld grenzt im Norden an die Städte Neukirchen-Vluyn und Moers im Kreis Wesel, im Osten und Nordosten an die kreisfreie Stadt Duisburg, im Süden an die Städte Meerbusch im Rhein-Kreis Neuss und Willich im Kreis Viersen sowie im Westen an die Städte Tönisvorst und Kempen im Kreis Viersen.

Demografie

Bild:Population development of Krefeld 1604-2013.svg 1861 hatte Krefeld mehr als 50.000 Einwohner. 1890 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. Bis 1957 verdoppelte sich diese Zahl auf 200.000. Im Jahre 1994 erreichte die Bevölkerungszahl mit rund 250.000 ihren historischen Höchststand. Im Juni 2012 lebten in Krefeld 234.296 Menschen. Davon waren 120.141 (51,28 %) weiblich. auf: it.nrw.de Die Bevölkerungsdichte beträgt 17,4 Einwohner je ha. Die Arbeitslosenstatistik#Arbeitslosenquote liegt bei 9,0 % (Juni 2010). Der Ausländeranteil beläuft sich auf 13,6 %. Von den etwa 84.000 Sozialversicherung beschäftigten Arbeitnehmern sind etwa 30 % im verarbeitenden Gewerbe angestellt, nur 0,5 % in der Landwirtschaft. 17,5 % der Krefelder sind unter 18 Jahren, 62,5 % sind zwischen 18 und 65 Jahre alt und 20 % sind über 65 Jahre alt.

Geschichte

Von den Anfängen bis zum 17. Jahrhundert

Im 1. Jahrhundert n. Chr. erbauten die Römisches Reich am Rhein auf dem Gebiet des heutigen Krefelder Stadtteils Gellep-Stratum das Römisches Militärlager Gelduba. Auf dem von der Antike bis ins frühe Mittelalter ständig belegten Gräberfeld im Vorfeld des Kastells wurde 1962 das wegen seiner herausragenden Ausstattung und Unberührtheit berühmte Grab des Franken (Volk) Arpvar entdeckt, in einer Gruppe mit weiteren fünf bemerkenswerten „Fürstengräbern“ (die allerdings antik weitgehend ausgeraubt waren). An verschiedenen anderen Plätzen im Krefelder Stadtgebiet fanden sich die Überreste römischer Landhäuser sowie die einer Tempelanlage im Gebiet „Elfrath“. Im Mittelalter wuchs eine Bauernsiedlung an einem Ort namens „Krinvelde“. Ob ein „Krähenfeld“ der Namensgeber ist, ist bislang nicht eindeutig geklärt. Die Trutzburg Krakau lag östlich der Stadtmauern inmitten des heutigen Stadtgebietes. „Krah-Kau“ in der Krefelder Mundart bedeutet Krähenkäfig, so dass Krefeld ebenso ein Krähenfeld sein kann. Die „Hohe Straße“ zwischen Köln und Geldern war eine bedeutende Straße, die ihren Namen „Hochstraße“ bis heute behalten hat. Sie wurde so genannt, weil sie nicht unmittelbar am Rheinufer entlangführte, sondern oberhalb einer Geländekante verlief, wodurch sie vor Überschwemmungen sicher war. Erstmals wird Krefeld 1105 im Urbar (Verzeichnis) des Kloster Werden erwähnt. Ebenfalls im 12. Jahrhundert begann Otto von Linn nach seiner Rückkehr vom Dritter Kreuzzug die Burg Linn zu einer Festung auszubauen. Um 1200 errichteten die Herren von Rode Haus Rath (Krefeld) wahrscheinlich als befestigte Zollstation an der Hohen Straße im heutigen Stadtteil Elfrath. Haus Rath wird erstmals 1246 in einer Urkunde des Grafen von Geldern als Lehen erwähnt. 1361 gestattete Kaiser Karl IV. (HRR) dem Grafen Dietrich VI. von Moers für die Villa Krefeld das Recht für einen Jahr- und Wochenmarkt mit den üblichen Privilegien zu erlauben.Lacomblet, Theodor Joseph: Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheins oder des Erzstiftes Köln, Urkunde Nr. 613. Band 3, 1853, S. 515. Es folgte am 1. Oktober 1373 die Ermächtigung von Kaiser Karl IV. an Graf Friedrich von Moers, die „Villa“ „Crefeld“ mit den üblichen Privilegien und Stadtrecht zur Stadt zu erheben und zu befestigen.Heinrich Gottfried Philpp Gengler: Regesten und Urkunden der Verfassungs- und Rechtsgeschichte der deutschen Städte im Mittelalter, Erlangen 1863, . Am 30. Oktober des gleichen Jahres wurden noch zusätzlich zwei siebentägige Jahrmärkte, was auch die Zusicherung eines „freien Geleites“ für Besuch und Teilnahme beinhaltete, genehmigt.Theodor Joseph Lacomblet, in: Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheins oder des Erzstiftes Cöln, Urkunde 749, 1853, Teil 3, 1301–1400, S. 644. Durch die Erlaubnis für den Bau einer Stadtbefestigung war der Ort, der zur Grafschaft Moers gehörte, besser vor Übergriffen durch Räuberbanden geschützt. Insbesondere die Herren auf der nahegelegenen Burg Linn betrieben Raubrittertum. Die Burg gehörte damals zur Herzogtum Kleve. Heinrich von Strünkede war Amtmann der Mechthild von Kleve auf der Linner Burg und wurde zu Raubzügen gegen Krefeld ausgeschickt. Um 1400 wurde zur besseren Verteidigung Krefelds die Burg Krakau etwa 800 Meter östlich der Stadt errichtet. Sie existierte bis ins 17. Jahrhundert, heute sind nur noch ein paar Mauerreste der Wehranlagen an der Bogenstraße übrig. Die älteste Krefelder Kirche, die Dionysiuskirche (heute Alte Kirche), wurde auf einem aus dem 12. Jahrhundert stammenden Bau errichtet und erhielt 1472 einen neuen Turm. Schon wenige Generationen später breiteten sich die Ideen der Reformation in Europa aus, und 1560 wurde die Grafschaft Moers nach dem Grundsatz cuius regio, eius religio Protestantismus. Dies galt auch für den nördlichen Teil der damaligen Herrlichkeit Hüls, der als "Moersische" Straße - aus einer Erbteilung heraus - der Landeshoheit der Grafen von Moers unterstand. Allerdings gab es in den Wirren der folgenden Jahre weiterhin Katholiken in Krefeld und im Umland, die katholische Pfarrei wurde erst durch die Neutralitätsvereinbarung von 1607 aufgehoben, und auch danach wurden Katholiken geduldet. 1584 wurde Krefeld im Truchsessischer Krieg völlig zerstört und blieb für zwei Jahrzehnte nahezu unbewohnt. 1594 verschenkte Gräfin Anna Walburga von Neuenahr, die Witwe des Grafen Adolf von Neuenahr-Moers, die Herrlichkeit Krefeld an Prinz Moritz (Oranien-Nassau). Die Grafschaft Moers, und damit auch Krefeld (wie der nördliche Teil von Hüls), wurden daraufhin am 4. Juli 1598 von den Generalstaaten und Erzherzog Albrecht VII. von Österreich für neutral erklärt. Die Bedeutung dieser Neutralität für die politische und wirtschaftliche Entwicklung Krefelds kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Sie wurde in mehreren Folgeverträgen erneuert und bezog sich auf den Achtzigjähriger Krieg, auf den Dreißigjähriger Krieg und auf die Folgezeit. Das neutrale Krefeld wurde nun zum Zufluchtsort für Mennoniten, die in den benachbarten katholischen Regionen wegen ihres Glaubens verfolgt wurden. Es kamen mehr Andersgläubige, als die alteingesessenen Krefelder ertragen wollten. Nicht zuletzt waren diese frommen Menschen oft tüchtige Handwerker und Geschäftsleute und daher waren viele von ihnen schon bald recht wohlhabend. Dies schürte natürlich den Neid und verbreitete damit Unmut unter der sonst eher ärmlichen Krefelder Bevölkerung. 1646 beklagten sich die reformierten Pfarrer Krefelds öffentlich beim Grafen von Moers darüber, dass die Mennoniten in Krefeld Versammlungen abhielten. Aufgrund dieser für Nicht-Mennoniten undurchsichtigen Treffen wurden die Mennoniten der Aufrührerschaft und Verschwörung bezichtigt. Von größter Bedeutung für Krefeld war die Niederlassung des 1656 aus Radevormwald ausgewiesenen Mennoniten Adolf von der Leyen. Seine Söhne begründeten die Seidenweberei in Krefeld. Von der Leyen (Familie) war der Stammvater einer ganzen Dynastie von Seidenfabrikanten, unter ihnen die sogenannten Seidenbarone, die Krefeld zu großem Wohlstand verhalfen. Der Strom von Glaubensflüchtlingen aller Konfessionen hielt stetig an – es waren mehr, als die Stadt fassen konnte. Die Stadt wurde erst bei der ersten Stadterweiterung von 1693 gezielt vergrößert. Schon bald kam es zu Ausschreitungen und Übergriffen auf die Andersgläubigen. 1683 wanderten daher die ersten 13 Familien auf einem Schiff mit dem Namen „Concord (Schiff)“ nach Amerika aus und gründeten in Pennsylvania die Ortschaft Germantown (Philadelphia) (eigentlich Deitscheschteddel). Sie waren hauptsächlich Quäkertum und Mennoniten, welche die in Pennsylvanien vom Gouverneur William Penn zugesicherte absolute Meinungsfreiheit- und Religionsfreiheit lockte. Heute ist Germantown ein Stadtteil von Philadelphia. Diese 13 Familien waren die ersten Deutschen, die als geschlossene Gruppe nach Amerika auswanderten. Die Deutsche Bundespost nahm 1983 die 300 Jahrfeier „Deutsche in Amerika“, die in Philadelphia und in Krefeld als „Philadelphiade“ gefeiert wurde, zum Anlass eine Briefmarke herauszugeben.

18. Jahrhundert

1702 starb Wilhelm III. (Oranien), und Krefeld fiel daraufhin an Preußen. Die beiden Brüder Friedrich und Heinrich Von der Leyen (Familie) verließen 1731 den elterlichen Betrieb und gründeten ein eigenes Textilunternehmen, welches sich in den nächsten Jahren zu einem Unternehmen mit Weltruf entwickelte und zunehmend Einfluss auf die Verhältnisse der Stadt ausübte. Friedrich war der Repräsentant des Unternehmens, Heinrich ihr Organisator. Die beiden reichen Brüder unterstützten ihre Mennonitengemeinde, indem sie die Prediger bezahlten, ein Armenhaus stifteten und eine neue Kirchenorgel kauften. Dennoch hat der Reichtum der von der Leyens mit ihrem fürstlichen Lebensstil die einstigen Glaubensgedanken wie Frömmigkeit und Bescheidenheit verdrängt. Friedrich Wilhelm I. (Preußen) erkannte bei seinem Besuch in Krefeld 1738: Den Von der Leyens machte er dennoch, oder gerade deshalb Zugeständnisse: Die Stadt wurde im 18. Jahrhundert wieder durch mehrere Kriege in Mitleidenschaft gezogen (s. Spanischer Erbfolgekrieg, Polnischer Thronfolgekrieg). Der nächste preußische König Friedrich II. (Preußen) erlaubte den Katholiken in Krefeld eine eigene Kirche, die Dionysiuskirche, zu bauen. Der Grundstein wurde am 9. August 1754 bei einem schon fortgeschrittenen Bauzustand gelegt. Durch Monopole förderte Friedrich II. in Krefeld die Seidenweberei. Somit entwickelte sich in Krefeld eine stark ausgeprägte Textilindustrie. Diese Situation machte die Stadt Krefeld sehr wohlhabend und sie bekam ihren noch heute gültigen Beinamen „Samt- und Seidenstadt“. Hundert Jahre später war die Hälfte der Krefelder Bevölkerung in der Seidenindustrie beschäftigt. An die vielen Weber der Stadt erinnert heute am Südwall Ecke Ostwall (Krefeld) das Seidenweberdenkmal, die Statue eines Seidenwebers mit geschulterter Tuchrolle, von den Krefeldern Meister Ponzelar genannt. Auf dem Bild unter der Statue, im Sockel eingelassen, ist ein für damals typisches Weberhaus (Stadthaus) dargestellt. Gewebt wurde seinerzeit in Heimarbeit in einer eigens dafür mit einer Webmaschine eingerichteten Webstube eines Weberhauses. Einige dieser typischen Häuser haben die Bombardierungen im Zweiter Weltkrieg und mehrere Stadtmodernisierungen unversehrt überstanden und stehen heute unter Denkmalschutz. Durch die „Schlacht bei Krefeld“ ging der Name der friedliebenden Stadt in die Kriegsgeschichte ein: Im Siebenjähriger Krieg trafen am 23. Juni 1758 preußische Truppen unter dem Kommando des Prinzen Ferdinand von Braunschweig-Wolfenbüttel und ein französisches Heer am südlichen Stadtrand zusammen. Trotz ihrer Übermacht wurden die Franzosen besiegt – ein Gedenkstein am einstigen Schlachtfeld, der Hückelsmay, erinnert heute noch an die über 2.800 Gefallenen, die dort begraben liegen. Friedrich II. besuchte zweimal die Stadt Krefeld: 1751 und 1763. Bei seinem zweiten Besuch verlieh er der Familie von der Leyen Monopolrechte für die Seidenproduktion, so dass aufkommende Konkurrenten gezwungen waren, in das benachbarte Herzogtum Berg beziehungsweise das Kurfürstentum Köln abzuwandern. An die 4.000 Bürger arbeiteten bereits für die Von der Leyens, das war etwa die Hälfte aller Einwohner der Stadt. 80 % der produzierten Waren gingen in den Export auch nach Amerika und Russland. Das Portfolio umfasste Seiden- und Samtbänder, Paramenten, Borten, Hals- und Taschentücher und Seidenstrümpfe sowie Tuchware, all dies in exklusiven und erlesenen Qualitäten. Um 1768 liefen allein für die beiden Brüder von der Leyen über 700 Webstühle. Der zweitgrößte Krefelder Seidenfabrikant, das Unternehmen Floh, besaß etwa 100 Seidenwebstühle. Die Webstühle waren stets Eigentum des jeweiligen Fabrikanten und wurden an die angestellten Weber lediglich ausgeliehen. Gewebt wurde meist in Heimarbeit. 1781 vermerkte Friedrich II. (Preußen), König von Preußen: Dies bedeutete, dass in Krefeld von nun an von der Armee keine Rekruten angeworben werden durften. Die übliche Methode der Werber bestand darin, abends vor den Kneipen angetrunkenen jungen Männern aufzulauern und ihnen sofort einen Betrag als Vorschuss auf den Sold auszuzahlen. Wer dieses „Handgeld“ annahm, verpflichtete sich quasi umgehend zum Wehrdienst. Während anderenorts ganze Stammbelegschaften in den Krieg zogen, konnte in Krefeld auch in Kriegszeiten mit nahezu gleicher Quantität die gewohnt hohen Qualitäten gefertigt werden. Zudem verfügte man in Krefeld durch diese Protektion über die höchste Dichte an Webermeistern, welche ebensolche meisterlichen Arbeiten ablieferten. 1794 betrug das Betriebsvermögen der Von der Leyens enorme 1.280.000 Taler. Ein Webergeselle verdiente zu der Zeit im Monat etwa 10 Taler, ein Seidenweber das doppelte, Bandweber sogar bis zu 30 Taler. Eine einfache Wohnung kostete 1 Taler Miete pro Monat. Für einen Webstuhl musste man 80 Taler bezahlen, ein Roggenbrot von 500 g kostete 4 Deut und ein Liter Bier 1 Stüber und 3 Deut. Ein Taler kam 60 Stüber gleich und ein Stüber hatte 8 Deut. Ein Taler von 1770 entspricht heute etwa 25 Euro. Der Wohlstand lockte auch Ganoven und Banditen an. Oft wurden die frommen und gutgläubigen Mennoniten zu ihren Opfern. Räuberbanden zogen um Krefeld umher und verbreiteten Angst und Schrecken. Die „Krefelder Bande“ war eine von vielen. Der Grefrath (Neuss) Matthias Weber, ob seiner Art des Kampfes vielen besser bekannt als „Der Fetzer“, war seinerzeit wohl das prominenteste und gefürchtetste Mitglied dieser Gruppe. In den auf die Französische Revolution folgenden Koalitionskriegen wurde Krefeld erstmals am 16. November 1792 durch Revolutionstruppen unter General La Marliére besetzt. Von den Franzosen wurde eine Kriegskontribution in Höhe von 300.000 holländischen Gulden verlangt, die die Stadt Krefeld nicht aufbringen konnte. Zur Sicherung dieser Forderung wurden die Vertreter der wohlhabendsten Krefelder Familien als Geiseln genommen. Erst Ende Januar konnte die Forderung beglichen werden. Im Zuge des Herbstfeldzuges von 1794 wurde auch Krefeld, wie das übrige linksrheinische Territorium, von den französischen Revolutionstruppen besetzt. Die Stadt wurde wie das gesamte linksrheinische Gebiet von Frankreich annektiert und 1798 zum Verwaltungssitz eines Arrondissements des Département de la Roer bestimmt. 1801 wurde das Département de la Roer zusammen mit dem Arrondissement de Crévelt französisches Staatsgebiet. Im Jahr 1802 wurde die Gewerbefreiheit nach französischem Recht eingeführt. In dieser Zeit wurde auch gezielt Jagd auf die umherstreunenden Banditen und Räuber gemacht. Mit den meisten wurde kurzer Prozess gemacht. So endete 1803 auch das Leben von Matthias Weber auf einer Guillotine in Köln.

19. Jahrhundert

Die Gedanken der Revolution fanden durchaus Zustimmung bei vielen Bürgern, die auch Napoleon Bonaparte 1804 bei seinem Besuch in der Stadt zujubelten. Aus den Aufzeichnungen der Familie von Beckerath geht zum Besuch Napoleons in Krefeld folgendes hervor: Die Franzosenzeit endete am 14. Januar 1814 – von nun an war Krefeld wieder preußisch. 1816 wurde Krefeld Sitz des Kreis Krefeld, der 1929 im Kreis Kempen-Krefeld aufging. 1828 rebellierten Seidenweber des Unternehmens von der Leyen gegen Lohnkürzungen. Preußische Husaren schlugen die Aufständischen nieder.

Sechste Stadterweiterung und die vier Wälle

Zwischen 1817 und 1870 wurde Krefeld mehrmals erweitert und umgestaltet. Hierfür wurde 1815 der Baumeister und Architekt Adolph von Vagedes mit der Ausfertigung eines Stadterweiterungsplanes beauftragt. Die alten Stadtmauern grenzten die wachsende Stadt zu sehr ein und neue Bauvorhaben außerhalb der Mauern fanden nahezu planlos und ohne Ordnung statt. 1817 wurden die ersten Pläne von Vagedes dem Stadtrat vorgelegt und von diesem bis 1819 genehmigt. Der ursprüngliche Plan sah einen Grundriss in Form eines Griechisches Kreuz vor. Dieses Vorhaben wurde jedoch wieder verworfen. Das wohl entscheidendste Detail aus diesem Plan war nun die Errichtung der noch heute das Stadtbild prägenden Boulevards (Nord-, West-, Süd-, Ostwall) in Form eines Rechteckes. Die vier Wälle liegen um einiges außerhalb der ehemaligen Stadtbefestigung und somit nicht wie häufig kolportiert an deren Stelle. Vagedes Plan griff weiter auch die bereits vorhandene Klassizismus Prägung der Stadt auf wonach Neubauten ebenfalls im gleichen Stil errichtet wurden. Die Bepflanzung der vier Wälle wurde sehr wahrscheinlich zwischen 1838 und 1840 von Maximilian Friedrich Weyhe und seinem jüngeren Sohn Wilhelm August gestaltet. Weitere Gestaltungen seines älteren Sohnes Joseph Clemens Weyhe sind nachweislich belegt.Die Wälle in Krefeld. In: Die Heimat. Ausgabe 77, 2006, S. 62–66.

Siebente Stadterweiterung

Der nicht in Vagedes Plan berücksichtigte Bau des Bahnhofes um 1849 machte später eine Verlängerung des Ostwalls erforderlich, dessen stilistische Integrierung in das bestehende Stadtbild ebenfalls von Joseph Clemens Weyhe geplant wurde. Die heute 150 Jahre alten Bäume auf den vier Wällen gehen noch auf diese Zeit zurück. 1843 wurde Krefeld nach Plänen von Umpfenbach bis zu den heutigen Ringstraßen erweitert. Die Deutsche Revolution 1848/49 von 1848 war auch in Krefeld spürbar – im Januar 1849 gab es bei Straßenkämpfen sogar ein Todesopfer. Das technische Zeitalter begann in Krefeld 1849 mit Eröffnung der Eisenbahn von Aachen nach Oberhausen (Bergisch-Märkische Eisenbahn-Gesellschaft). 1863 kam es zu einem Eklat beim Besuch von König Wilhelm I. (Deutsches Reich) Außer den Mitgliedern des Preußenvereins verweigerten die meisten Krefelder dem König die üblichen Ehrenbezeugungen und blieben einfach zu Hause. Als ihm 1870 ein Denkmal gesetzt werden sollte, verlangte Wilhelm, der die Beleidigung nicht vergessen hatte, es müsse der Stadt den Rücken zukehren. Der Sockel dieses Denkmals ist noch heute im Krefelder Stadtgarten zu sehen. Die Statue selber wurde im Zweiter Weltkrieg für die Rüstung eingeschmolzen. Im Jahre 1872 schied Krefeld aus dem Kreis Krefeld aus und wurde kreisfreie Stadt. Am 17. Juni 1894 starb der Liste bekannter Fliegerinnen und Flieger Hermann Lattemann in Krefeld bei einem fatalen Experiment, als er seinen Ballon zum Fallschirm umwandeln wollte.

20. Jahrhundert

Am 9. Juni 1902 wurde Gustav Mahlers 3. Sinfonie (Mahler) in Krefeld unter Mahlers Dirigat uraufgeführt. Elf Tage später jubelten die Krefelder Kaiser Wilhelm II. (Deutsches Reich) zu – die Zurückhaltung, die sie seinem Großvater Wilhelm I. (Deutsches Reich) entgegengebracht hatten, war vergessen. 1914 zogen auch Krefelder in den Erster Weltkrieg – die pazifistischen Privilegien waren schon seit 1794 Geschichte. Nach Kriegsende wurde Krefeld am 6. Dezember 1918 von belgischen Truppen besetzt (bis 31. Januar 1926 – siehe Alliierte Rheinlandbesetzung). Anfangs waren 7.500, später bis zu 6.000 Soldaten in Krefeld stationiert. Das Deutsche Reich musste ihnen laut Versailler Vertrag angemessene Unterkünfte zur Verfügung stellen. Von 1918 bis 1921 waren über 1.220 Quadratmeter in Privathäusern beschlagnahmt, von 1923 bis 1924 etwa 900. 1921 baute man die ersten Wohnhäuser für Offiziere – im seitdem so genannten „belgischen Viertel“. Die Belgier zensierten die Tageszeitungen und kappten Verbindungen zum anderen Rheinufer.Irmgard Bernrieder: In: Rheinische Post. 19. August 2010. Am 22. Oktober 1923 stürmten Rheinischer Separatismus das Krefelder Rathaus. Es gab Tote und Verletzte; die Aktion blieb ohne politische Folgen. 1929 wurde Krefeld mit Uerdingen, Fischeln, Gellep-Stratum und anderen Gemeinden zum Stadtkreis Krefeld-Uerdingen vereinigt und der Restkreis in Kreis Kempen-Krefeld umbenannt. Bereits 1907 hatte es eine große Erweiterung des Stadtgebietes gegeben, damals wurden Bockum, Oppum und Verberg eingemeindet.(siehe auch „Kreisreformen in Preußen“) Am 9. November 1938 (Novemberpogrome 1938) wurden auch in Krefeld die Synagogen niedergebrannt und Geschäfte jüdischer Kaufleute zerstört und/oder geplündert. Im Zweiter Weltkrieg führte die Royal Air Force ab Mai 1940 Luftkrieg im Zweiten Weltkrieg#Deutsches Reich durch. in Krefeld wurden daraufhin als Schutzmaßnahme („Führer-Sofortprogramm“) 30 Bunker (meist Hochbunker) errichtet. In der Nacht 2./3. Oktober 1942 starben 38 Menschen beim ersten größeren Luftangriff auf die Stadt. In der Nacht vom 21. auf den 22. Juni 1943 wurden bei einem schweren britischen Luftangriff (1033,5 Tonnen Sprengbomben und 1041,9 Tonnen Brandbomben) im Rahmen der Area Bombing Directive-Strategie große Teile des Krefelder Ostens getroffen; die Innenstadt wurde durch einen von Brandbomben verursachten Feuersturm erheblich zerstört. 1036 Krefelder starben; 9349 wurden verletzt. Der große Krefeld Hauptbahnhof jedoch blieb fast unversehrt.Elisabeth Kremers: Die Nacht, als Krefeld unterging - 22. Juni 1943: Deutsche Städte im Bombenkrieg. Wartberg, 1. Aufl. 2003, ISBN 978-3-8313-1339-6 Am 31. Dezember 1944, 11. Januar und 24. Januar 1945 griffen westalliierte Bomber Bahnlinien an. Bei den Angriffen starben 441 Menschen. Ein Luftangriff auf Krefeld am 28./29. Januar 1945 auf: rheinische-geschichte.lvr.de verursachte etwa 650 Tote und Vermisste. Am 2. März 1945 marschierten US-Truppen während der Operation Grenade in Krefeld ein. Ein Ziel beim Vormarsch war es, die Krefeld-Uerdinger Brücke (zwischen Krefeld-Uerdingen und Duisburg-Mündelheim) zu erobern; dies misslang. Henry Kissinger, der spätere US-Außenminister, der als einfacher Soldat im Nachrichtendienst der 84. Infanteriedivision diente, wurde damit beauftragt, eine zivile Interimsverwaltung zu organisieren.Isaacson, Walter. Kissinger: A Biography. New York. Simon & Schuster 1992. ISBN 0-671-66323-2. S. 48 Im Juni 1945 lösten britische Besatzungstruppen die US-Truppen ab, fortan gehörte Krefeld zur Britische Besatzungszone. Nach Kriegsende sollten die Krefelder Stahlerzeugung ursprünglich Demontage (Reparation) werden, man konnte dies aber noch abwenden. Am 20. Juni 1948 wurde im Zuge Währungsreform 1948 (Westdeutschland) die D-Mark eingeführt. In den 1950er Jahren erlebten die Stahlwerke einen Aufschwung; Ende der 1960er, der 1970er und in den 1990er Jahren gab es Stahlkrisen. Die Textilindustrie blühte bis etwa 1955 auf und erlebte dann einen bis heute (2010) anhaltenden Niedergang. 1975 wurde Hüls (Krefeld) von Krefeld eingemeindet (im Rahmen der Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen). Am 16. Oktober 1980 wurde in Krefeld auf einer Konferenz der Friedensbewegung (unter anderem mit Petra Kelly und Gert Bastian) der „Krefelder Appell“ gegen den NATO-Doppelbeschluss formuliert. Am 25. Juni 1983 demonstrierten bei einem Staatsbesuch von George H. W. Bush (1981–1989 US-Vizepräsident unter Ronald Reagan; 1989–1993 US-Präsident) anlässlich der Philadelphiade in Krefeld über 20.000 Menschen; dabei kam es zu schweren Auseinandersetzungen zwischen militanten Demonstranten und der Polizei.Barbara Lukas u. a. (Hrsg.): Hamburg 1987. (PDF; 3,1 MB) Seit dem 3. Juni 2002 gibt es eine neue Rheinbrücke (die Flughafenbrücke); sie schließt Lückenschluss in der A 44 zwischen dem Flughafen Düsseldorf und dem Autobahnkreuz Meerbusch (A 44/A 57).


[ Quelle: Wikipedia | Stand: 02.03.2016 ]

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