Wir verwenden auf unserer Webseite Cookies und andere Tracking-Tools. Informationen dazu, wie Cookies funktionieren und wie sie deaktiviert werden können, finden Sie im Abschnitt "Cookies und andere Tracking-Tools" in unserer Datenschutzerklärung sowie in der Cookie-Information.
Tickets Leipzig Tickets - HotlineInfo-Hotline
0381 | 377 9 555
Keine Versandkosten Tickets Leipzig TicketsKeine Versandkosten
für unsere Tickets
365 Tage - Tickets Leipzig Tickets kaufen365 Tage - 24h
bequem Tickets kaufen
Informationen ausblenden

Tickets Leipzig

Aktionsfläche Gutscheine SchlemmerCard
Aktionsfläche Gutscheine SchlemmerCard

(Thüringisch-obersächsische Dialektgruppe Leipzsch, Leibz’sch auf fluter.de auf barockstadt-dresden.de) ist eine Kreisfreie Stadt Großstadt im Sachsen. Mit 567.846 Einwohnern per 31. Dezember 2015 beziehungsweise amtlich 548.456 per 30. Juni 2015 ist sie die einwohnerstärkste Stadt des Freistaates vor der Landeshauptstadt Dresden, die Liste der Großstädte in Deutschland sowie die am schnellsten wachsende Großstadt Deutschlands. Sie bildet in Mitteldeutschland ein Zentrum für Wirtschaft, Handel, Verkehr, Verwaltung, Kultur, Bildung und die Kreative Klasse. Leipzig ist eines der sechs Oberzentrum Sachsens und bildet mit der rund 32 Kilometer entfernten Großstadt Halle (Saale) im Sachsen-Anhalt den Ballungsraum Leipzig-Halle, in dem etwa 1,1 Millionen Menschen leben. Mit Halle und weiteren Städten in den Ländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ist Leipzig Teil der polyzentralen Metropolregion Mitteldeutschland. Nach Verleihung des Stadtrechts und der Marktprivilegien um das Jahr 1165 entwickelte sich Leipzig bereits während der Deutsche Ostsiedlung zu einem wichtigen Handelszentrum. Leipzigs Tradition als bedeutender Leipziger Messe in Mitteleuropa mit einer der ältesten Messen der Welt geht auf das Jahr 1190 zurück und war eng mit der langjährigen Rolle Leipzigs als internationales Zentrum des Pelzhandels verknüpft. Deshalb wurde Leipzig am 20. Dezember 1937 offiziell in Reichsmessestadt Leipzig umbenannt. Die Stadt ist ein historisches Zentrum des Buchdrucks und -handels. Außerdem befinden sich in Leipzig eine der ältesten Universität Leipzig sowie die ältesten Hochschulen sowohl Handelshochschule Leipzig als auch Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig in Deutschland. Leipzig verfügt über eine große musikalische Tradition, die vor allem auf das Wirken von Johann Sebastian Bach und Felix Mendelssohn Bartholdy zurückgeht und sich heute unter anderem auf die Bedeutung des Gewandhausorchesters und des Thomanerchors stützt. Im Zuge der Montagsdemonstrationen 1989/1990 in der DDR, die einen entscheidenden Impuls für die Wende und friedliche Revolution in der DDR in der Deutsche Demokratische Republik gaben, wurde Leipzig als Heldenstadt Exponat im Haus der Geschichte, Bonn EB-Nr.: 1990/7/401, abgerufen Oktober 2008 bezeichnet. Die informelle Auszeichnung für den so mutigen wie friedlichen Einsatz vieler Leipziger Bürger einschließlich Kurt Masurs im Umfeld der Nikolaikirche (Leipzig) prägte den Ruf der StadtF. Meyer zu Schwabedissen, M. Micheel: Heldenstadt Leipzig und Weihnachtsland Erzgebirge – Zur Bildhaftigkeit von sprachlichen Raumkonstruktionen. In: Social Geography Discussions. 2, 2006, S. 129–160. nach der Wende und wird beim Stadtmarketing unter dem Motto „Leipziger Freiheit“ aufgegriffen. Darüber hinaus ist Leipzig für seinen Reichtum an aufwändig sanierten bzw. Rekonstruktion (Architektur) Liste der Kulturdenkmale in Leipzig und städtischen Gewässer in Leipzig, den artenreichen Zoo Leipzig sowie das durch Rekultivierung ehemaliger Braunkohletagebaue entstehende Leipziger Neuseenland bekannt.

Geographie

Lage und Morphologie

Leipzig liegt im Zentrum der Leipziger Tieflandsbucht, die den südlichsten Teil der Norddeutsches Tiefland bildet, und am Zusammenfluss von Weiße Elster, Pleiße und Parthe. Die Flüsse sind im Stadtgebiet vielfach verzweigt und bilden so den Leipziger Gewässerknoten, der von einem großen Leipziger Auwald begleitet ist (siehe nachfolgender Abschnitt). Die Umgebung Leipzigs ist waldarm. Das Gebiet war im 20. Jahrhundert durch umfangreichen Braunkohlebergbau geprägt, in dessen Folge nun zahlreiche Seen entstehen. Die Ausdehnung der Stadt beträgt in Nord-Süd-Richtung 23,4 Kilometer und in Ost-West-Richtung 21,3 Kilometer. Die Länge der Stadtgrenze beläuft sich auf 128,7 Kilometer. Im Norden grenzt der Landkreis Nordsachsen an die Stadt, im Süden der Landkreis Leipzig. * Entfernungen sind gerundete Straßenkilometer bis zum Ortszentrum. Der Höhenunterschied im Stadtgebiet beträgt etwa 60 Meter. Die höheren Teile liegen im Südosten und die tieferen im Nordwesten. Der tiefste Punkt mit 97 Meter über Normalnull befindet sich an der Neue Luppe bei Gundorf. Die höchsten natürlichen Punkte der Stadt sind mit 159 Meter der Monarchenhügel und mit 163 Meter der Galgenberg (Leipzig/Markkleeberg) in Liebertwolkwitz. Übertroffen wird der Monarchenhügel von den Deponien Seehausen (Leipzig) () und Liebertwolkwitz (), eine innenstadtnahe Erhebung ist der Schuttberg mit dem Namen Fockeberg (). Obwohl die Weiße Elster der wasserreichste der drei Flüsse im Stadtgebiet ist, wird mit Leipzig vor allem die Pleiße in Verbindung gebracht, da diese mit ihrem Nebenarm, dem Pleißemühlgraben, der Innenstadt am nächsten kommt.

Natur und Umwelt

Entlang der Flüsse zieht sich ein ausgedehntes Leipziger Auwald in Nord-Süd-Richtung durch die Stadt, das im mittleren Bereich zum Teil in Parks umgestaltet wurde. Der Auwald bildet eine klimatisch, ökologisch und für die Erholungsversorgung relevante Grünverbindung vom Leipziger Umland bis in die Kernstadt und hat trotz des jahrhundertelangen unmittelbaren anthropogenen Einflusses eine selten gewordene Flora und Fauna bewahrt. Die enge Verknüpfung zwischen Auwald und städtischer Bebauung ist ein Alleinstellungsmerkmal Leipzigs in Europa. Da sich unter Leipzig und seinem Umland Bergbaurevier Südraum Leipzig befinden, wurde bereits in den 1930er Jahren mit dem industriellen Abbau dieses Rohstoffes in Tagebauweise begonnen. Durch den Bergbau, der sich während der Deutsche Demokratische Republik-Zeit immer weiter ausbreitete (Braunkohle war der Energieträger der DDR), wurden südlich von Leipzig Teile des Auwaldes zerstört. Zahlreiche Hochwasserschutzmaßnahmen, unter anderem der Bau des Elsterbeckens und die Verlegung natürlicher Flussläufe, sowie mit dem Braunkohleabbau verbundene Absenkungen des Grundwasserspiegels führten zu Störungen des hochspezialisierten Ökosystems, das ursprünglich als natürliches Überflutungsgebiet diente. Die Stadt liegt inmitten des Leipziger Gewässerknotens, einem ehemaligen Binnendelta, das z. B. durch die Anlage von Mühlgräben und Hochwasserschutzanlagen häufig umgestaltet wurde. In den 1950er Jahren wurden der Pleißemühlgraben und ein Teil des Elstermühlgraben (Leipzig) – im Mittelalter für den Betrieb von Mühlen teilweise künstlich angelegte Nebenarme der beiden Flüsse Pleiße und Weiße Elster – wegen der Verschmutzung durch Industrieabwässer aus der Braunkohleverarbeitung südlich von Leipzig verrohrt oder verfüllt, so dass Leipzig seinen Charakter als Flussstadt teilweise verlor. Die Einleitung der hochgiftigen Abwässer hatte dazu geführt, dass die Flüsse biologisch tot waren. Seit dem weitgehenden Ende der gewässerverschmutzenden Industrie zu Beginn der 1990er Jahre werden beide Flussläufe nach und nach wieder freigelegt. Heute verlaufen rund 141 Kilometer ständig wasserführende Fließgewässer auf der Stadtfläche, hinzu kommen nur temporär wasserführende Bäche und Gräben. Neben der Gewässerverunreinigung brachte die Braunkohlebefeuerung veralteter Industrieanlagen, die teilweise noch dem Vorkriegsstandard entsprachen, sowie häuslicher Ofenheizungen eine sehr starke Luftverschmutzung mit sich. Die schwefel- und phenolhaltige Luft und der damit einhergehende Saurer Regen griffen Teile der Bausubstanz, vor allem die aus Sandstein, an. In den 1970er und 1980er Jahren galt Leipzig als eine der mit Umweltgiften am meisten belasteten Großstädte Europas. Nach der „Wende“ führte die Stilllegung der Altindustrie und die Modernisierung der Kraftwerke und häuslichen Heizungsanlagen sehr schnell zu erheblich verbesserten Wasser- und Luftverhältnissen und zu einer sichtbaren Erholung der Tier- und Pflanzenwelt. Leipzig zählt heute mit seinen zahlreichen Stadtparks, wie beispielsweise dem zentrumsnahen Clara-Zetkin-Park (Leipzig) und dem Rosental (Leipzig), vielen neu geschaffenen Anlagen in den Wohngebieten sowie den traditionellen Kleingarten zu den grünsten Städten Deutschlands. Der Grünflächenanteil wird mit rund 50 %, der Waldanteil mit etwa 7 % auf leipzig.de beziffert. Bis 2015 sollen der Waldanteil auf 10 % erhöht und Biotopverbünde ausgebaut werden. Leipzig ist seit 2007 Modellregion für das Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben „Urbane Waldflächen“ des Bundesamt für Naturschutz, wobei in Zusammenarbeit mit den zuständigen Stadtämtern Wälder verschiedenen Types auf innerstädtischen Brachflächen angelegt und deren Wirkung auf Klima, Erholungsvorsorge und Naturschutz untersucht werden sollen. Dabei existieren im innerstädtischen Bereich Flächenpotentiale von rund 1850 Hektar. Bundesamt für Naturschutz Einen wesentlichen Anteil am Leipziger Stadtgrün haben die Straßenbäume, wobei sie sowohl gestalterische als auch ökologische Funktionen erfüllen. Im Baumkataster der Stadt sind gegenwärtig 57732 Straßenbäume registriert.Leipziger Volkszeitung vom 27. März 2009, S. 18 Das sind mehr als die registrierten Parkbäume. Von den Straßenbäumen sind über 35 % Linden, zur Herkunft des Stadtnamens passend. 38 % der Straßenbäume sind jünger als 20 Jahre, was sowohl aus der Ergänzung alter Bestände als auch aus der sofortigen Bepflanzung neu angelegter Straßen resultiert. Seit Beginn der Aktion Baumstarke Stadt im Jahr 1996 konnten durch Spenden (ab 250 € pro Baum) jährlich bis zu 150 Bäume gepflanzt werden., abgerufen am 22. Juni 2012 Anfang der 1990er Jahre wurde der Braunkohleabbau gestoppt und mit der Rekultivierung der Tagebaurestlöcher und der Renaturierung des Umfeldes begonnen. Inzwischen sind aus den gefluteten Tagebauen mehrere Seen mit sehr guter Wasserqualität entstanden. Weitere Tagebaue befinden sich noch in der Flutung. Der Kulkwitzer See und Cospudener See liegen dem Leipziger Stadtzentrum am nächsten, sie dienen als sehr gut erschlossenes Naherholungsgebiet. Zudem grenzt das Leipziger Stadtgebiet auch an den Zwenkauer See, welcher durch einen Kanal mit den Cospudener See verbunden werden soll. Der so entstehende großflächige Erholungsraum wird als „Leipziger Neuseenland“ auch touristisch vermarktet und soll bei Fertigstellung 70 km² Wasserfläche umfassen. Im Stadtgebiet selbst stehen rund 130 Stillgewässer mit einer Gesamtfläche von 80 Hektar unter städtischer Verwaltung. Um Natur und Landschaft der Region gemeinsam mit den umliegenden Kommunen und Landkreisen zu entwickeln und erlebbar zu machen, ist Leipzig seit 1996 Mitglied im Grüner Ring Leipzig. Am 1. März 2011 wurde ein großer Teil der Stadt zur Umweltzone der Schadstoffgruppe 4 erklärt.

Stadtgliederung und Nachbargemeinden

Leipzig ist seit 1992 verwaltungsmäßig in zehn Stadtbezirke gegliedert, die 63 Ortsteile enthalten. Im Gegensatz dazu werden als Stadtteile Gebiete der Stadt bezeichnet, die durch Eingemeindung vorher selbständiger Dörfer entstanden sind. Daher sind Grenzen von Stadt- und Ortsteilen nicht immer identisch. Zur Erreichung etwa gleich großer Verwaltungseinheiten bilden manchmal zwei Stadtteile einen Ortsteil, oder ein Stadtteil wird in mehrere Ortsteile zerlegt. Falls nicht durch Eingemeindung entstanden, entspricht mitunter ein Ortsteil keinem Stadtteil.

Klima

Leipzig liegt in der Gemäßigte Zone Klimazone, im Übergangsbereich vom ozeanischen Klima Westeuropas zum Kontinentalklima Osteuropas. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 8,4 °C und die mittlere jährliche Niederschlagsmenge 507 mm (Mittel 1972–2001). Im Mittel gab es im gleichen Zeitraum 77 Frosttag, 37 Sommertage und über sieben Heißer Tag. Der meiste Niederschlag fällt in den Sommermonaten Juni bis August mit einem Spitzenwert von 58.6 mm im August. Im Februar fällt der geringste Niederschlag mit 27 mm, in den anderen Wintermonaten liegt er etwa bei 30 mm. Der Regenschatten des Harz (Mittelgebirge) erreicht im Leipziger Stadtgebiet seine südöstliche Grenze. Nach Süden schließen sich die Regenstaulagen des Erzgebirges an. Dies äußert sich in einem bedeutenden Niederschlagsgradienten in der Umgebung der Stadt, aber auch innerhalb des Stadtgebietes. Am trockensten ist der Norden Leipzigs, der meiste Niederschlag fällt im Südraum der Stadt, wobei die Jahresdifferenz etwa 100 mm beträgt. auf leipzig.de Zum Vergleich: In der vollständig im Regenschatten liegenden Stadt Halle (Saale) fallen nur etwa 450 mm Niederschlag im Jahr. Die höchsten Werte wurden in Leipzig am 9. August 1992, 16. Juli 2007 und 12. Juli 2010 gemessen mit jeweils 38,5 °C. Die niedrigste aufgezeichnete Temperatur wurde am 14. Januar 1987 mit -24,1 °C erfasst.

Geschichte

Um das Jahr 900 wurde an beiden Ufern der Parthe eine Slawen Siedlung angelegt, wie Grabungen von Herbert Küas im Gebiet des heutigen Matthäikirchhofs bestätigten.Herbert Küas: Das alte Leipzig in archäologischer Sicht. VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin 1976. Erstmals erwähnt wurde Leipzig 1015, als Thietmar von Merseburg von einer urbs Libzi (Stadt der Linden; Sorbische Sprache lipa = „Linde“) berichtete (Chronikon VII, 25). Noch heute heißt die Stadt auf Sorbisch und Polnische Sprache Lipsk („Lindenort“). Als Gründungsjahr der Stadt gilt das Jahr 1165, in dem Graf#Markgraf Otto (Meißen) von Meißen dem Ort an der Kreuzung der Via Regia mit der Via Imperii das Stadtrecht und das Marktrecht erteilte. Mit der Stadtgründung entstanden die beiden großen Kirchbauwerke – die Thomaskirche (Leipzig) und die Nikolaikirche (Leipzig). Der erste Nachweis der Münzstätte Leipzig ist mit Brakteaten der Umschrift MARCHIO OTTO DE LIPPI oder OTTO MARCHIO DE LIPPZINAVgl. Walter Schwinkowski: Münz- und Geldgeschichte der Mark Meißen und der Münzen der weltlichen Herren nach meißnischer Art vor der Groschenprägung – 1. Teil: Abbildungstafeln. Frankfurt (Main), 1931 des Markgrafen Otto des Reichen erbracht worden. Leipzig lag in der Markgrafschaft Meißen, die 1439 im Kurfürstentum Sachsen aufging. Das Kurfürstentum wurde bereits 1485 durch die beiden Brüder Albrecht der Beherzte und Ernst (Sachsen) mit der Leipziger Teilung aufgeteilt. Leipzig gehörte danach zum Herzogtum Sachsen (1485–1547), zu dessen Hauptstadt das bis dahin im Vergleich zu Leipzig oder Meißen unbedeutende Dresden ernannt wurde. Leipzig war darin häufig Tagungsort des Landtag (historisch). Nach der Verwaltungsreform 1499 lag Leipzig als sogenanntes Kreisamt Leipzig im Leipziger Kreis, neben dem es sieben weitere im Kurfürstentum gab. Am 2. Dezember 1409 wurde die Universität Leipzig als „Alma Mater Lipsiensis“ gegründet und gehört damit zu den drei ältesten Universitäten in Deutschland. Der Gründungstag ist bis heute der Dies academicus der Universität. 1519 trafen sich Martin Luther, Andreas Bodenstein und Philipp Melanchthon mit dem katholischen Theologen Johannes Eck auf Einladung der Universität in der Pleißenburg zu einem Streitgespräch, das als Leipziger Disputation in die Geschichte einging. Nach Erhebung zur Reichsmessestadt 1497 und Ausdehnung des Stapelrechts auf einen Umkreis von 115 Kilometer zehn Jahre später durch Maximilian I. (HRR) wurde Leipzig zu einer Messestadt von europäischem Rang. Für den Güteraustausch zwischen Ost- und Westeuropa entwickelte es sich zum wichtigsten deutschen Handelsplatz. Bedeutend für die spätere Entwicklung zur MessestadtWalter Fellmann: Der Leipziger Brühl. VEB Fachbuchverlag, Leipzig 1989. war insbesondere der Pelz sowie die Weiterverarbeitung zu Pelzhalbfabrikaten für die Kürschnerei und die Herstellung der zugehörigen Werkzeuge und Nähmaschine#Weiterentwicklung zur Haushaltsnähmaschine. Der Leipziger Brühl (Leipzig) wurde neben London zum internationalen Handelszentrum der Pelzwirtschaft, die bedeutende Rolle der Leipziger jüdischen Gemeinde war eng mit ihm verknüpft. Noch 1913 lag der Anteil der Pelzbranche am Steueraufkommen Leipzigs bei 40 Prozent. 1539 wurde die Reformation endgültig durch Luther und Justus Jonas der Ältere in Leipzig eingeführt. Leipzig war auch vom Schmalkaldischer Krieg 1546 und 1547 betroffen, in dem es für Leipzig und Sachsen vorrangig um die Gleichstellung der protestantischen Konfession ging. Infolge wechselte die Kurwürde an die Albertiner Linie, in deren Herzogtum Leipzig lag. In diesen Jahren war die Entwicklung Leipzigs vor allem durch die sich stetig verbessernden Lebensbedingungen gekennzeichnet. Als immer bedeutendere Handels- und Messestadt profitierte Leipzig dabei von einem wohlhabenden Bürgertum. Bereits im 16. Jahrhundert entstand eine Trinkwasserversorgung. 1650 erschienen erstmals die Einkommende Zeitungen sechsmal pro Woche. Sie gelten damit als älteste Tageszeitung der Welt. Der Dreißigjähriger Krieg war ein schwerer Einschnitt in die prosperierende Entwicklung der Stadt, die Bevölkerungszahl ging von 18.000 auf 12.000 zurück. Zwischen 1631 und 1642 wurde die Stadt fünfmal belagert, von 1642 bis 1650 war sie schwedisch besetzt. (PDF; 283 kB) Am 17. September 1631 war die Leipziger Umgebung mit der Schlacht bei Breitenfeld (1631) Schauplatz einer der größten Niederlagen der Kaiserlichen unter Johann T’Serclaes von Tilly im Dreißigjährigen Krieg. Im heute zu Leipzig gehörenden ehemaligen Rittergut Breitenfeld (Leipzig) erinnert ein Gustav II. Adolf (Schweden)-Denkmal an den schwedischen Heerführer. Ein Jahr darauf, am 16. November 1632, fiel Gustav Adolf in der Schlacht bei Lützen, etwa zehn Kilometer südwestlich der heutigen Leipziger Stadtgrenze. 1701 wurde in Leipzig eine Straßenbeleuchtung eingeführt. Die etwa 700 Laternen, nach Amsterdamer Vorbild gefertigt und mit Öl betrieben, wurden erstmals am Abend des 24. Dezember 1701 angezündet. Dazu stellte die Stadt sogenannte Laternenwärter ein, die nach einem festen Brennplan dafür zu sorgen hatten, dass die Laternen rechtzeitig angezündet und wieder gelöscht wurden. Während des Siebenjähriger Krieg war Leipzig von 1756 bis 1763 durch Preußen besetzt. Im Jahre 1813 fand die Völkerschlacht bei Leipzig im Zuge der sogenannten Befreiungskriege statt. Die verbündeten Heere der Kaisertum Österreich, Preußen, Russisches Kaiserreich und Schweden brachten in dieser Schlacht Napoleon Bonaparte Truppen und deren Verbündeten, darunter das Königreich Sachsen, die entscheidende Niederlage bei, die schließlich zur Verbannung Napoleons auf die Insel Elba führte. Am 20. April 1825 wurde der Börsenverein der Deutschen Buchhändler gegründet, zu dem Zeitpunkt war Leipzig eines der Zentren des deutschen Buchhandels und Verlagswesens. Als erste deutsche Fernbahnstrecke wurde 1839 die Leipzig-Dresdner Eisenbahn-Compagnie eröffnet. Leipzig entwickelte sich allmählich zum wichtigsten Verkehrsknotenpunkt in Mitteldeutschland, was sich auch darin äußerte, dass der Leipzig Hauptbahnhof von 1902 bis 1915 einer der seinerzeit größten Kopfbahnhof Europas entstand. Am 2. April 1843 begründete Felix Mendelssohn Bartholdy mit dem Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig die erste Musikhochschule Deutschlands, im selben Jahr erschien die erste Ausgabe der Illustrirte Zeitung. Infolge der Industrialisierung, aber auch vielfältiger Eingemeindungen der Vororte, stieg am Ende des 19. Jahrhunderts die Bevölkerungszahl rasant an. 1871 wurde Leipzig mit 100.000 Einwohnern Großstadt. Im Jahr 1900 konstituierte sich in Leipzig der Deutscher Fußball-Bund. Der VfB Leipzig war 1903 erster deutscher Fußballmeister. Am 1. Oktober 1879 wurde in Leipzig das Reichsgericht als oberstes Zivil- und Strafgericht des 1871 gegründeten Deutsches Reich etabliert. Es hatte die Funktion des heutigen Bundesgerichtshofs und war ab 1895 im neuen Reichsgerichtsgebäude (heute Sitz des Bundesverwaltungsgericht (Deutschland)) untergebracht. Während der Leipziger Prozesse wurde versucht, dort Verbrechen des Erster Weltkrieg aufzuklären und die Täter zu verurteilen. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 wurde das Reichsgericht zunehmend vom Regime Hitlers instrumentalisiert. Im Dezember 1933 verhandelte es im Prozess um den Reichstagsbrand gegen Marinus van der Lubbe. Er wurde zum Tode verurteilt und im Januar 1934 in Leipzig hingerichtet. Freisprüche weiterer Angeklagter führten zur Einrichtung des Volksgerichtshofs, um die Justiz bei den Delikten Hoch- und Landesverrat zu zentralisieren. Bis zum Ende des Krieges wurde die Strafpraxis am Reichsgericht verschärft, viele Strafen wurden zu Todesurteilen revidiert. Die Auflösung des Gerichtes erfolgte 1945. Während des Zweiter Weltkrieg kam es in den Jahren 1943 bis 1945 zu mehreren Luftangriffe auf Leipzig, die zu erheblichen Zerstörungen der Innenstadt führten – bis zu 60 Prozent der Bausubstanz waren betroffen – und etwa 6000 Opfer forderten. Am 18. April 1945 erreichten Einheiten der 1. US-Armee die Stadt und errichteten ihr Hauptquartier im Hotel Fürstenhof (Leipzig). Auf Grund des 1. Londoner Zonenprotokolls von 1944 und der Beschlüsse der Konferenz von Jalta gehörte Sachsen zur Sowjetische Besatzungszone (SBZ) und die Rote Armee übernahm am 2. Juli 1945 Leipzig. Die Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD) bildete den Rat der Stadt (DDR) und die Stadtvertretung, deren Zusammensetzung mit Gründung der Deutsche Demokratische Republik die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) diktierte. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging die wirtschaftliche Bedeutung Leipzigs infolge der Lage in der Sowjetischen Besatzungszone bzw. der DDR stark zurück, was auch in einem kontinuierlichen Rückgang der Einwohnerzahl zu spüren war. Lediglich nach der Vollendung der Deutsche Teilung durch den 1961 erfolgten Bau der Berliner Mauer erholten sich bis Mitte der 1960er Jahre die Bewohnerzahlen etwas. Zwischen 1950 und 1989 ging die Einwohnerzahl insgesamt um rund 87.000 (über 14 Prozent) auf 530.000 Personen zurück. Von 1952 bis 1990 war Leipzig Hauptstadt des Bezirk Leipzig und, gemessen nach Einwohnerzahlen, die zweitgrößte Stadt der DDR. In den Großstädten Berlin, Leipzig und Dresden wurden die meisten Kombinatsleitungen und Stammbetriebe angelegt, so dass sich die wirtschaftliche Bedeutung Leipzigs bezogen auf die DDR bis 1990 erhielt. 1989 leiteten die von der Nikolaikirche (Leipzig) ausgehenden Montagsdemonstrationen 1989/1990 in der DDR das Ende der DDR mit ein. Da Gewalt gegen die staatliche Ordnungsmacht und Zerstörungen von den DDR-Behörden propagandistisch ausgenutzt wurden, fanden die Montagsdemonstrationen in Leipzig unter der Losung „Keine Gewalt“ statt. 1990 wurden Leipzig und der größte Teil des Bezirks Leipzig dem Freistaat Sachsen zugeordnet. Leipzig war seitdem Sitz des Regierungsbezirk Leipzig, der am 1. August 2008 im Direktionsbezirk Leipzig aufgegangen ist und am 1. März 2012 aufgelöst wurde. Am 23. September 2008 erhielt die Stadt den von der Bundesregierung (Deutschland) verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“. Unverändert ist Leipzig als Messe (Wirtschaft)-, Massenmedien- und Universitätsstadt bekannt, wenn auch die Bedeutung geringer ist als vor dem Zweiten Weltkrieg.

Namensentwicklung

Der erste schriftliche Beleg Leipzigs erfolgte in der Chronik des Thietmar von Merseburg aus dem Jahr 1015 und lautet in urbe Libzi vocatur. Weitere Belege zeigen den Namen als Lipz oder Lipsk. Allgemein akzeptiert ist die Etymologie des Ortsnamens Leipzig als vom Sorbische Sprache Wort Lipsk kommend (gleichlautend aus dem Altsorbischen abgeleitet). Es bedeutet „Linden (Botanik)-Ort“. Im Sorbischen und Polnischen ist Lipsk immer noch in Gebrauch, der tschechische Name Leipzigs lautet Lipsko. Möglich – aber nicht durch handfeste Belege untermauert – ist, dass sich eine ältere, alteuropäische Wurzel im Ortsnamen verbirgt, die erst später zu Lipsk wurde. Hans Walther schlägt die Deutung des Namens „Libz(i)“ von der urslawischen Wurzel „lib-“ als „wanken, schwanken“ bzw. von germanisch „lib-ia“ („weicher, schwankender, wasserhaltiger Boden/Gelände“) und Übernahme zu „Lib-c“ ins Altsorbische vor, wonach der Name einen „Ort auf gewässerreichem schlammigen, lehmigem Boden“ bezeichnet (auf die Auenlandschaft bezugnehmend, was sich ebenfalls in Namen heutiger Ortsteile widerspiegelt: z. B. Lausen, Leutzsch, Mockau, Schleußig). Im Lateinischen wird der Name mit Lipsia wiedergegeben. (Lexicum nominum geographicorum latinorum) In dem in der Stadt gesprochenen Dialekt, der der Thüringisch-obersächsische Dialektgruppe angehört, wird der Name der Stadt Leipzsch oder Leibz’sch ausgesprochen. In der Tragödie Faust. Eine Tragödie. verewigte Johann Wolfgang von Goethe in einer Szene in Auerbachs Keller seinen Studienort Leipzig als Klein-Paris. Goethe lässt einen Studenten sagen: Mein Leipzig lob’ ich mir! Es ist ein klein Paris und bildet seine Leute. Die Bezeichnung etablierte sich in der Umgangssprache des zur Großstadt aufstrebenden und fortschrittlichen Leipzig des 19. Jahrhunderts.

Einwohnerentwicklung

Leipzig zählt nach umfangreichen Eingemeindungen Ende der 1990er Jahre zu den Liste der flächengrößten Städte und Gemeinden Deutschlands. Vorher war sie, im Gegensatz dazu, eine der kompaktesten Städte, die 1870 mit 100.000 Einwohnern zur Großstadt wurde. Die gegenwärtige Bevölkerungszahl hatte Leipzig bereits vor 1914 erreicht. Zum Ende des 19. und in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts holte die Bevölkerungszahl Leipzigs sprunghaft auf die größten Städte auf: Vor Beginn des Erster Weltkrieg war sie mit fast 590.000 Einwohnern die Liste der größten deutschen Städte#Die größten deutschen Städte 1910. Um 1930 hatte die Bevölkerung mit etwas mehr als 700.000 Einwohnern den historischen Höchststand erreicht. Nach einem kriegsbedingten Rückgang stieg die Bevölkerung in Leipzig in den 1960er Jahren wieder auf etwa 600.000 Einwohner. Vor allem seit Ende der 1980er Jahre, aber schon in den 1970er Jahren, hatte die Stadt einen erheblichen Bevölkerungsschwund zu verzeichnen. Der Tiefststand wurde Mitte der 1990er Jahre mit etwas weniger als 440.000 Einwohnern erreicht. Der Bevölkerungsschwund ist einerseits durch Abwanderung in Regionen der westlichen Bundesländer begründet, andererseits durch einsetzende Suburbanisierung. Wie alle größeren Städte versucht Leipzig, die Bevölkerungszahl aktiv zu erhöhen, um die Erträge aus dem Kommunaler Finanzausgleich zu steigern, die über die Schlüsselzuweisung berechnet werden. Durch umfangreiche Eingemeindungen im Jahr 1999 versuchte Sachsen, der Suburbanisierung Leipzigs entgegenzuwirken. Es kamen mehrere große Industriegemeinden hinzu, wodurch sich die Fläche der Stadt etwa verdoppelt hat. Durch diese Eingemeindungen, ansteigende Geburtenraten und eine positive Bilanz bei Zu- und Wegzügen begann die Einwohnerzahl Leipzigs wieder so zu wachsen, dass 2005 die Halbe-Million-Einwohner-Grenze wieder überschritten wurde. Seit 2010 gehört Leipzig zu den am schnellsten wachsenden Städten in Deutschland und erfährt jährlich einen Anstieg von etwa 10.000 Menschen. Damit war Leipzig zwischen 2012 und 2013 die am stärksten wachsende Großstadt Deutschlands und die tatsächliche Entwicklung übertraf jegliche Prognosen. Erklärt wird das starke Wachstum mit dem Zuzug junger Menschen wegen Arbeit bei neuen großen Arbeitgebern und dem Geburtenüberschuss 2013 und 2014, was zuletzt im Jahr 1965 zutraf. Auch die absolute Zahl der Geburten erreichte einen Höchststand. 2014 wurden soviele Kinder geboren wie zuletzt 1988. Dieses unerwartet hohe Wachstum sorgt für Schwierigkeiten bei der Versorgung mit Kitas, Kindergärten und Schulen. Leipzig verzeichnete am 31. Dezember 2014 einen Bevölkerungsanteil mit Migrationshintergrund von 10,8 Prozent. Der Ausländeranteil der Gesamtbevölkerung lag am 31. Dezember 2013 bei 5,4 Prozent. Damit hat Leipzig den höchsten Bevölkerungsanteil mit Migrationshintergrund unter den Großstädten in Ostdeutschland. Es ist aber im Vergleich mit Großstädten in Westdeutschland ein niedriger Wert. Die größten Gruppen der in Leipzig registrierten Ausländer kamen am Stichtag 31. Dezember 2013 aus der Russischen Föderation (7.053), Polen (3.139), Ukraine (3.131), Vietnam (2.833), und Kasachstan (1.976).

Religionen

Die Bevölkerung der Stadt Leipzig gehörte bis zur Reformation zum Bistum Merseburg. Im 13. Jahrhundert entstanden in Leipzig vier Klöster: St. Paul (Dominikaner), Kloster St. Thomas (Leipzig) (Augustiner-Chorherren), Zum Heiligen Geist (Franziskanische Orden) und Kloster St. Georg (Leipzig) (Zisterzienserinnen und Benediktinerinnen). Erste Evangelisch-Lutherische Kirchen Predigten wurden bereits 1522 abgehalten, 1539 wurde die Reformation eingeführt. Gegenwärtig gehören alle lutherischen Kirchengemeinden der Stadt zum Kirchenbezirk Leipzig der Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens oder gehören der jeweils Altkonfessionelle Kirche Evangelisch-Lutherische Freikirche oder der Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche an. Der Kirchenbezirk der sächsischen Landeskirche umfasst auch Gemeinden außerhalb der Stadt. Seit 1697 gibt es in Leipzig wieder Römisch-katholische Kirche Gottesdienste. 1921 wurde das Bistum Meißen (heute Bistum Dresden-Meißen) wiedererrichtet, in dem die Messestadt Sitz eines Dekanats ist. Katholische Hauptkirche der Stadt ist die Propsteikirche St. Trinitatis. 2016 findet auf Einladung des Bistum Dresden-Meißen in Leipzig der 100. Deutscher Katholikentag statt. Seit dem Jahr 1700 besteht in Leipzig auch eine Reformierte Kirchen Gemeinde, die zur Evangelisch-reformierte Kirche (Landeskirche) gehört. Neben den beiden großen Kirchen bestehen in Leipzig auch Gemeinden evangelischer Freikirchen wie die Bund Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland, die Baptisten, Methodisten, Mennoniten und die Siebenten-Tags-Adventisten. Leipzig ist auch Sitz der Bundesverwaltungsstelle der Arbeitsgemeinschaft der Brüdergemeinden im BEFG. Die erste Erwähnung Judentum Lebens in Leipzig stammt aus einer Urkunde Heinrich III. (Meißen) von 1248. Nach 1800 bildete sich erstmals eine Kehillah. Bis zur Zeit des Nationalsozialismus prägten jüdische Bürger die Stadt als Unternehmer, Wissenschaftler, Künstler und Stifter wesentlich mit. 1912 gründete der Rabbiner Ephraim Carlebach die Höhere Israelitische Schule als erste jüdische Schule in Sachsen. Sie bestand bis 1942. 1929 hatte Leipzig mit über 14.000 Mitgliedern die größte jüdische Gemeinde Sachsens und eine der größten Deutschlands. Ab 1933 begann die systematische Auslöschung jüdischen Lebens in der Stadt, die mit der Deportation von Juden aus Deutschland und Holocaust fast aller Leipziger Juden ihr Ende fand. Nach dem Krieg bestand die Jüdische Gemeinde nur noch aus 24 Mitgliedern. Die Mitgliederzahl stagnierte bis Anfang der 1990er Jahre. 2004 zählte die „Israelitische Religionsgemeinde zu Leipzig“, insbesondere durch die Einwanderung russischer Juden, wieder über 1300 Mitglieder. 2009 wurde ein neues Kultur- und Begegnungszentrum im Ariowitsch-Haus errichtet. Die muslimische Gemeinde in Leipzig ist sehr jung, und der Bevölkerungsanteil der Muslime liegt weit unter dem der Großstädte in den alten Bundesländern, dennoch ist der Islam in der Stadt die zweitgrößte Religion nach dem Christentum. In Leipzig wurden 2009 etwa 10.000 Muslime gezählt, was einem Anteil von ungefähr 2,0 % an der Gesamtbevölkerung entspricht. Die größte Moschee ist die Ar-Rahman-Moschee. Es gibt eine türkische Gemeinde, welche unter dem Dachverband der Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DİTİB) steht.

Politik

Nach der Wende und friedliche Revolution in der DDR von 1989 wurde die „Stadtverordnetenversammlung“ (seit 1991 wieder Stadtrat) wieder frei gewählt. Erster Vorsitzender war in den Jahren 1990 bis 1994 zunächst der Stadtpräsident Friedrich Magirius (parteilos). Seit 1994 ist der Oberbürgermeister Vorsitzender des Stadtrats. Der Stadtrat wählte anfangs auch den Oberbürgermeister, seit 1994 wird er jedoch direkt von den Leipziger Bürgern gewählt. Oberbürgermeister der Stadt ist seit März 2006 Burkhard Jung (SPD). Er löste Wolfgang Tiefensee (SPD) ab, der die Stadtgeschäfte von 1998 bis 2005 führte, das Amt aber wegen seiner Berufung zum Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung am 22. November 2005 niederlegte.

Ergebnis der Stadtratswahl vom 25. Mai 2014

Bei den Stadtratswahlen 2014 ergab sich folgendes Ergebnis: Im Stadtrat haben sich folgende Fraktionen gebildet: CDU (18 Mitglieder), Linke (18 Mitglieder), SPD (15 Mitglieder, einschließlich Piraten), Grüne (12 Mitglieder, einschließlich WVL), AfD (4 Mitglieder). Es gibt 3 fraktionslose Mandatsträger: 2 von der FDP und einer von der NPD. Alle Stadträte Leipzigs sind im Transparenzportal abgeordnetenwatch.de vertreten. Dort kann jeder Bürger den gewählten Kommunalpolitikern öffentlich Fragen stellen.abgeordnetenwatch.de:

Ergebnis der letzten Oberbürgermeisterwahl

Die letzten Bürgermeisterwahlen fanden am 27. Januar (erster Wahlgang) und am 17. Februar 2013 (zweiter Wahlgang) statt. Da kein Kandidat im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit der Stimmen auf sich vereinen konnte, bedurfte es des zweiten Wahlgangs, in dem bereits die einfache Mehrheit ausreicht. Im ersten Wahlgang kandidierten Burkhard Jung (SPD), Horst Wawrzynski (CDU), Barbara Höll (Linke), Felix Ekardt (Grüne), René Hobusch (FDP) und Dirk Feiertag (parteilos). Im zweiten Wahlgang wurde Burkhard Jung mit 45 Prozent der Stimmen im Amt des Oberbürgermeister bestätigt. Angaben in Prozent

Bundestag und Bundespolitik

Das Stadtgebiet ist deckungsgleich mit den Wahlkreisen Bundestagswahlkreis Leipzig I mit gut 200.000 Wahlberechtigten und Bundestagswahlkreis Leipzig II mit gut 210.000 Wahlberechtigten. Seit 2009 vertritt Bettina Kudla (CDU) den Wahlkreis Leipzig I und Thomas Feist (CDU) den Wahlkreis Leipzig II. Damit gingen die Leipziger Direktmandate erstmals seit 1998 nicht an die SPD. Der langjährige Oberbürgermeister Leipzigs, Wolfgang Tiefensee, war von 2005 bis 2009 Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung im Kabinett Merkel I, sowie der Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Bundesländer. Bereits nach den Wahlen im Jahr 2002 erhielt er von Gerhard Schröder ein Angebot für diesen Ministerposten, lehnte diesen aber mit der Begründung der Verbundenheit mit seiner Arbeit in Leipzig ab.

Wappen und Flagge

Coat of arms of Leipzig.svg|Wappen der Stadt Leipzig Flag of Leipzig.svg|Flagge der Stadt Leipzig Das Wappen der Stadt Leipzig zeigt in gespaltenem Schild heraldisch rechts in Gold einen nach rechts aufsteigenden rot gezungten und rot Bewehrung (Heraldik) schwarzen Meißner Löwen, links in Gold zwei blaue Landsberger Pfähle. auf leipzig.de Der Löwe der Markgrafschaft Meißen und die Pfähle der Mark Landsberg sind alte Haus Wettin Wappenbilder, die auf die Einbindung der Stadt Leipzig ins mittelalterliche Kurfürstentum Sachsen verweisen. Nachweisen lässt sich das heutige Wappen erstmals 1468 als Siegel, vorher (um 1287) war auf ihm nur eine Burg beziehungsweise eine Burg mit dem Löwen der Markgrafen zu sehen. Im Volksmund des 17. Jahrhunderts wurde folgende Sage erzählt: Der Löwe habe einst in die andere Richtung geblickt und mit den Tatzen nach den Pfählen gegriffen, sei später aber „zur Strafe“ umgekehrt worden. Tatsächlich wendet sich der Löwe auf Groschen des 15. Jahrhunderts den Pfählen zu. Der Unterschied zum Wappen der Landeshauptstadt Dresden besteht lediglich in der Tingierung der Landsberger Pfähle, der zum Chemnitz#Wappen, Flagge und Dienstsiegel und Delitzsch#Wappen in der Anordnung der Schilde. Beim Wappen des ehemaligen Landkreis Leipziger Land wurde dem Leipziger Wappen noch ein Fluss hinzugefügt. Die Stadtfarben sind dem Wappen entsprechend Blau und Gelb. Die Flagge der Stadt besteht aus zwei gleich großen, horizontalen Streifen – oben blau und unten gelb – mit aufgelegtem Stadtwappen.

Städtepartnerschaften

Die Stadt Leipzig ist verschwistert mit: : , Ukraine – seit 1961, erneuert 1992 : , Italien – seit 1962, erneuert 1997 : , Polen – seit 1973, erneuert 1995 : , Tschechien – seit 1973, erneuert 1999 : , Frankreich – seit 1981 : , Griechenland – seit 1984, erneuert 2008 : , Deutschland – seit 1987 : , Volksrepublik China – seit 1988 : , Deutschland – seit 1990 : , Vereinigtes Königreich – seit 1992 : , Vereinigte Staaten – seit 1993 : , Bosnien und Herzegowina – seit 2003 : , Äthiopien – seit 2004 : , Israel – seit 2011

Konsulate und Auslandsvertretungen

In der Stadt befinden sich mehrere Auslandsvertretungen. Von den etwa 40 Konsulaten, die vor dem Zweiten Weltkrieg in Leipzig existierten, sind jedoch nur sehr wenige nach der Wende zurückgekehrt. So besitzen die Vereinigten Staaten, Norwegen und Russland ein Generalkonsulat in Leipzig. Zudem gibt es noch ein griechisches Generalkonsulat, das aber aus Kostengründen geschlossen werden soll. Schweden, die Slowakei, Costa Rica, Sri Lanka, Bosnien-Herzegowina, Italien, Frankreich, Malta und die Mongolei unterhalten in Leipzig ein Honorarkonsulat. Bis 2008 unterhielt Polen ein Generalkonsulat in Leipzig, das aber aus Kostengründen geschlossen wurde. Es soll ein Honorarkonsulat in der Stadt eingerichtet werden. Polen unterhält in Leipzig ein Polnisches Institut als Zweigstelle des Polnischen Institutes Berlin. Außerdem befindet sich in Leipzig ein British Council, ein Institut français und ein Konfuzius-Institut. Des Weiteren wurde 2008 von den Niederlanden ein „Netherlands Business Support Office“ (NBSO) in Leipzig eröffnet, das für die wirtschaftlichen Kontakte zwischen der Region und den Niederlanden verantwortlich ist. Um den kulturellen, wirtschaftlichen oder politischen Austausch zwischen Leipzig und anderen Regionen beziehungsweise Staaten zu vertiefen, wurden mehrere Vereine gegründet, wie zum Beispiel das Deutsch-Arabische Kulturhaus, der Deutsch-Irakische Verein oder der Deutsch-Britische Verein.

Jugendparlament

Vom 23. bis 29. März 2015 wurde in Leipzig das erste Jugendparlament in einer Online-Wahl gewählt. Die 20 gewählten Parlamentarier im Alter von 14 bis 21 Jahren sollen die Interessen der Jugendlichen in der Stadt vertreten. auf leipzig.de Deutschlandweit ist Leipzig damit nach Stuttgart die zweite Großstadt, welche eine solche Institution ins Leben ruft.


[ Quelle: Wikipedia | Stand: 02.03.2016 ]