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Die Quadratestadt- und Universitätsstadt Mannheim (kurpfälzisch: Mannem , auch Monnem) ist die drittgrößte Stadt des Baden-Württemberg. Die ehemalige Residenzstadt (1720–1778) der Kurpfalz mit ihrem stadtprägenden Schloss Mannheim, einer der größten Schlossanlagen der Welt, bildet das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der europäischen Metropolregion Rhein-Neckar mit 2,35 Millionen Einwohnern. Mannheim liegt unmittelbar im Dreiländereck mit Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen. Von seiner rheinland-pfälzischen Schwesterstadt Ludwigshafen am Rhein, mit der es ein zusammenhängendes Stadtgebiet bildet, ist Mannheim durch den Rhein getrennt. Erstmals 766 im Lorscher Codex urkundlich erwähnt, erhielt Mannheim 1607 die Stadtprivilegien, nachdem Kurfürst Friedrich IV. (Pfalz) von der Pfalz den Grundstein zum Bau der Festung Friedrichsburg (Mannheim) gelegt hatte. Das damals für die mit der Festung verbundene Bürgerstadt Mannheim angelegte gitterförmige Straßennetz mit Häuserblöcken statt Straßenzügen ist in der Innenstadt bis heute erhalten geblieben. Darauf ist die Bezeichnung Quadratestadt zurückzuführen. Seit 1896 Großstadt, ist Mannheim heute eine bedeutende Industrie- und Handelsstadt, Universität Mannheim und wichtiger Verkehrsknotenpunkt zwischen Frankfurt am Main und Stuttgart, unter anderem mit einem Mannheim Hauptbahnhof, dem Mannheim Rangierbahnhof und einem der bedeutendsten Hafen Mannheim Europas. Viele wichtige Erfindungen stammen aus Mannheim: Hier baute Karl Drais 1817 das erste Draisine (Laufmaschine), 1880 wurde von Werner von Siemens der erste elektrische Aufzug vorgestellt, 1886 rollte das erste Automobil von Carl Benz über die Straßen, 1921 folgte der Lanz Bulldog. In der Landmaschinenfabrik Heinrich Lanz AG arbeitete auch Andreas Flocken, der Erfinder des ersten deutschen Elektroautos. Im Jahr 1924 erhielt Hugo Stotz ein Patent für die Erfindung des Leitungsschutzschalters. Der Mannheimer Julius Hatry konstruierte 1929 das erste Raketenflugzeug der Welt. Mit dem als Schillerbühne bekannten Nationaltheater Mannheim, der Kunsthalle Mannheim, den Reiss-Engelhorn-Museen und dem Technoseum ist Mannheim ein überregional bedeutender Theater- und Museumsstandort. Die Popakademie Baden-Württemberg und eine lebendige Popmusikszene machen Mannheim auch zu einem wichtigen Zentrum der deutschen Popmusik, seit 2014 ist Mannheim Creative Cities Network. Sie ist zugleich eine moderne Fortführung der Mannheimer Schule, die schon in der Mitte des 18. Jahrhunderts viele Musiker (u. a. Wolfgang Amadeus Mozart) nach Mannheim führte und die damalige Musikszene bereicherte. Mannheim liegt an der Burgenstraße, ist Start- und Zielort der Bertha Benz Memorial Route und Teil der Straße der Demokratie.

Geographie

Mannheim liegt im nördlichen Oberrheinische Tiefebene an der Mündung (Gewässer) des Neckars in den Rhein. Die Ortsteil verteilen sich auf der rechten Rheinseite zu beiden Seiten des Neckars. Die Stadt liegt in der Metropolregion Rhein-Neckar, einem 2,35 Millionen Einwohner zählenden Verdichtungsgebiet, das neben Teilen Hessen und der Rheinland-Pfalz Vorderpfalz in Baden-Württemberg die beiden Stadtkreis (Deutschland) Mannheim und Heidelberg sowie die westlichen und südlichen Gemeinden des Rhein-Neckar-Kreises umfasst. Innerhalb der Verband Region Rhein-Neckar bildet Mannheim neben Heidelberg ein Oberzentrum, von denen für ganz Baden-Württemberg nach dem Landesentwicklungsplan 2002 insgesamt 14 ausgewiesen sind. Das Oberzentrum Mannheim übernimmt für die Gemeinden Edingen-Neckarhausen, Heddesheim, Ilvesheim und Ladenburg die Funktion eines Mittelbereichs. Ferner gibt es Verflechtungen mit Gemeinden in Hessen und Rheinland-Pfalz und den dortigen Mittelbereichen. Nächste größere Städte sind Frankfurt am Main, etwa 70 km nördlich, Karlsruhe, etwa 50 km südwestlich und Stuttgart, etwa 135 km südöstlich. Durch die Lage direkt an der baden-württembergischen Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz und Hessen ist Mannheim neben dem Stadtstaat Hamburg die einzige Großstadt in Deutschland, die direkt an zwei verschiedene Land (Deutschland) grenzt.

Stadtgliederung

Das Stadtgebiet von Mannheim ist in sechs innere und elf äußere Stadtbezirke gegliedert: Innenstadt/Jungbusch, Lindenhof (Mannheim), Neckarstadt-Ost, Neckarstadt-West, Neuostheim/Neuhermsheim, Schwetzingerstadt/Oststadt sowie Feudenheim, Friedrichsfeld (Mannheim), Käfertal (Mannheim), Neckarau, Rheinau (Mannheim), Sandhofen, Seckenheim, Schönau (Mannheim), Vogelstang, Waldhof (Mannheim) und Wallstadt. Die Stadtbezirke sind weiter untergliedert in Stadtteile und Statistische Bezirke. → Liste der Stadtbezirke und Stadtteile von Mannheim In jedem der 17 Stadtbezirke gibt es einen Bezirksbeirat, dem 12 dort wohnende Bürger angehören, die der Gemeinderat entsprechend dem Abstimmungsergebnis der Gemeinderatswahl bestellt. Sie sind zu wichtigen Angelegenheiten, die den Stadtbezirk betreffen, zu hören und beraten die örtliche Verwaltung sowie Ausschüsse des Gemeinderats. Seit 2008 verfügen die Bezirksbeiräte über ein eigenes Budget, über dessen Verwendung sie in festgelegten Grenzen selbst entscheiden können.

Innenstadt: Die „Quadrate“

Die hufeisenförmige Mannheim-Innenstadt Mannheims zwischen Rhein und Neckar ist als Gitter angelegt, die „Mannheimer Quadrate“. Die Bismarckstraße verläuft vor der Front des Schlosses und verbindet die Enden der Ringstraßenabschnitte miteinander. Dazwischen liegen rechtwinklig angelegte Straßenzüge. Die Planung dieses Netzes geht auf Kurfürst Friedrich IV. (Pfalz) um 1600 zurück, sie ist bis heute erhalten geblieben. Die Innenstadt wird von zwei breiter ausgebauten Hauptachsen durchzogen. Die auch als „Breite Straße (Mannheim)“ bekannte Kurpfalzstraße verläuft in Nord-Süd-Richtung vom Mannheimer Schloss bis zum Neckartor. Sie trifft am Mannheimer Paradeplatz auf die Haupteinkaufsstraße, die in Ost-West-Richtung verlaufenden „Mannheimer Planken“. Die Straßen in der Innenstadt tragen in aller Regel keine Namen, stattdessen werden die dazwischenliegenden Quadrate aus einer Kombination von Buchstabe und Zahl benannt. Die Anordnung war ursprünglich eher festungstechnisch bedingt: sie ermöglichte gegebenenfalls die Beschießung in die Festung eingedrungener feindlicher Verbände mit Kanonen quer durch die Stadt. Die Mannheimer Quadrate und besonders die sogenannte Breite Straße betonen zudem das – allerdings erst später errichtete – „neue“ Schloss. Daher wird die mittels der Straßenanordnung erzeugte städtebauliche Dominanz der Residenz als Abbild der Absolutismus Regierungsform interpretiert. Die Prinzipien einer Idealstadt wurden in verschiedenen Residenzstädten des absolutistischen Barock wie Erlangen, Glückstadt oder Karlsruhe umgesetzt. Aber auch neuere Zeiten versuchen Ideale und Architektur in Verbindung zu setzen (Planstadt, Planhauptstadt).

Nachbargemeinden

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Mannheim. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt: Lampertheim und Viernheim (beide Kreis Bergstraße in Hessen), Heddesheim, Ilvesheim, Edingen-Neckarhausen, Heidelberg, Plankstadt, Schwetzingen, Brühl (Baden) (alle mit Ausnahme der kreisfreien Stadt Heidelberg im Rhein-Neckar-Kreis) in Baden-Württemberg sowie Altrip, Ludwigshafen am Rhein, Frankenthal (Pfalz) und Bobenheim-Roxheim (alle mit Ausnahme der kreisfreien Städte Ludwigshafen am Rhein und Frankenthal (Pfalz) im Rhein-Pfalz-Kreis) in Rheinland-Pfalz.

Klima

Aufgrund der durch Pfälzerwald und Odenwald geschützten Lage im Oberrheinische Tiefebene herrscht in Mannheim für mitteleuropäische Verhältnisse ein sehr mildes Klima vor.Kreisbeschreibung. Bd. 1, S. 54. Die Messungen an der Deutscher Wetterdienst-Klimastation in Mannheim-Vogelstang ergaben zwischen 1971 und 2000 eine Durchschnittstemperatur von 10,5 °C. Der wärmste Monat ist der Juli mit durchschnittlich 19,9 °C, der kälteste der Januar mit 1,8 °C. Temperaturen über 30 °C sind im Hochsommer keine Seltenheit. Der Spitzenwert wurde am 7. August 2015 mit 39,8 °C gemessenhttp://www.focus.de/tagesthema/wetter-dwd-misst-erneut-40-3-grad-in-kitzingen_id_4868280.html (Messung der DWD-Wetterstation, eine private Wetterstation in Seckenheim kam am 8. August 2003 auf 40,1 °C). Auffällig ist die geringe Niederschlagsmenge in Mannheim. Im Laufe eines Jahres fallen durchschnittlich nur 668 mm Niederschlag. Der Spitzenmonat ist wiederum der Juli. Begünstigt von Rhein und Neckar kann es insbesondere im Herbst zu Nebelbänken kommen. Die beiden Flüsse sowie Auenlandschaften am Rhein sorgen auch für eine überdurchschnittliche Luftfeuchtigkeit, die besonders im Hochsommer zu drückender, bioklimatisch belastender Schwüle führen kann.

Geschichte

Die Anfänge

Ein 1929 im Stadtteil Seckenheim ergrabener, vom Jahr 74 n. Chr. bis ins frühe 2. Jahrhundert betriebener Ziegelofen belegt eine Besiedlung in frühgeschichtlicher Zeit.Ulrich Brandl und Emmi Federhofer: Ton + Technik. Römische Ziegel. Theiss, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-8062-2403-0 (Schriften des Limesmuseums Aalen. Nr. 61) Das Dorf Mannenheim (= Heim des Manno) wurde im Jahre 766 erstmals im Lorscher Codex urkundlich erwähnt. (Suchbegriff Datum, genau 766-03-11) Lange Jahre ein kleines, unbedeutendes Dorf, fiel Mannheim 1284 an den Pfalzgrafen bei Rhein aus dem Hause Wittelsbach. Regionale Bedeutung erlangte die 1349 auf dem heutigen Lindenhof (Mannheim) errichtete Zollburg Eichelsheim, die den Rheinschiffern einen Obolus abverlangte. 1415 wurde in ihr der abgesetzte Papst Johannes XXIII. (Gegenpapst) im Auftrag des Sigismund (HRR) gefangengehalten. Durch den Sieg in der Schlacht bei Seckenheim 1462 über das Heer seiner verbündeten Gegner, des Grafen von Württemberg, des Markgrafen von Baden (Land) und des Bischofs von Metz, begründete Kurfürst Friedrich I. (Pfalz) „der Siegreiche“ die pfälzische Vormachtstellung am mittleren Oberrhein. 1566 zählte Mannheim mit etwa 700 Einwohnern zu den größten Dörfern des Oberamt Heidelberg.

Entstehung der Stadt

Am 24. Januar 1607 erhielt Mannheim die Stadtprivilegien, nachdem Kurfürst Friedrich IV. (Pfalz) von der Pfalz am 17. März 1606 den Grundstein zum Bau der Festung Friedrichsburg (Mannheim) gelegt hatte. Die damalige Planung eines gitterförmigen Straßennetzes für die mit der Festung verbundene Bürgerstadt Mannheim ist erhalten geblieben. Während des Dreißigjähriger Krieg (1618–1648), in dem Mannheim auf Seiten der Protestantischen Union kämpfte, wurde es erstmals 1622 durch Truppen zerstört. Durch Krieg und Seuchen kam es in Mannheim, das 1618 etwa 1200 Einwohner zählte, zu gravierenden Bevölkerungsverlusten. Kurfürst Karl I. Ludwig (Pfalz) von der Pfalz fand 1649 bei seiner Rückkehr in die Kurpfalz ein durch die Kriegszerstörungen weitgehend entvölkertes und wirtschaftlich ruiniertes Land vor. Der neue Regent setzte sich entschieden für den Wiederaufbau Mannheims ein, das wegen seiner günstigen Lage an der Mündung des Neckars in den Rhein als Mittelpunkt der Gewerbetätigkeit und des Handels in der Kurpfalz ausersehen war. Im Pfälzischer Erbfolgekrieg wurde Mannheim 1688 von französischen Truppen erobert und im März 1689 aus militärstrategischen Gründen komplett zerstört sowie die Bevölkerung vertrieben. Nach dieser Zerstörung war Kurfürst Johann Wilhelm (Pfalz) maßgeblich für den erneuten Wiederaufbau verantwortlich. Noch vor Abschluss des Friedensvertrages verfasste der Kurfürst 1697 eine Proklamation, in der er den Wiederaufbau der Stadt anordnete und die Flüchtlinge zur Rückkehr aufforderte. Nach dem Beginn der Wiederaufbauarbeiten stieg die Bevölkerungszahl recht schnell wieder an.

Residenzstadt der Kurpfalz

1720 verlegte Karl III. Philipp (Pfalz) seinen Hof von Heidelberg nach Mannheim und begann den Bau des Mannheimer Schlosses (1760 gemeinsam mit der Mannheimer Jesuitenkirche vollendet). Mannheim wurde Residenzstadt der Kurpfalz, und es begann eine nur 58 Jahre dauernde, aber glanzvolle Prachtzeit der mittlerweile 25.000 Einwohner zählenden Stadt. Der kurpfälzische Hof förderte Kunst und Musik, Wissenschaft und Handel. Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Schiller und Gotthold Ephraim Lessing weilten in Mannheim ebenso wie Wolfgang Amadeus Mozart. 1778 verlegte Kurfürst Karl Theodor (Pfalz und Bayern) seine Residenz nach München, um seine Kurfürstentum Bayern Erbschaft antreten zu können. Damit setzte in Mannheim ein wirtschaftlicher und kultureller Aderlass ein.

Badische Industriestadt

1795 wurde die Stadt von den Franzosen besetzt und daraufhin von österreichischen Truppen zurückerobert. 1803 verlor Mannheim endgültig seine politische Stellung: Im Zuge des Reichsdeputationshauptschlusses fiel die Stadt an Baden (Land), in dem es – geografisch an den nordwestlichen Rand gedrängt – lediglich den Status einer Grenzstadt hatte. In der Klimakatastrophe im „Jahr ohne Sommer“ 1816, die durch den Ausbruch des Tambora-Vulkans verursacht wurde und Hungersnot und Pferdesterben zur Folge hatte, erfand Karl Drais das Zweirad und damit den mechanisierten Individualverkehr. 1828 wurde der Hafen Mannheim, 1840 die erste badische Eisenbahnlinie von Mannheim nach Heidelberg eröffnet. Geprägt vom wirtschaftlichen Aufstieg des Bürgertums, begann allmählich eine weitere Blütezeit Mannheims. In der Deutsche Revolution 1848/1849 von 1848 war die Stadt ein Mittelpunkt der politischen und revolutionären Bewegung. 1865 gründete Friedrich Engelhorn die BASF, die allerdings später teilweise nach Ludwigshafen am Rhein verlegt wurde. Aus der Farbenfabrik wurde das größte Chemieunternehmen der Welt. 1886 ließ Carl Benz sein Veloziped mit Gasmotorenbetrieb patentieren. 1909 gründeten Karl Lanz und Johann Schütte die Firma Schütte-Lanz, die insgesamt 22 Luftschiffe baute. Die Firma war Hauptkonkurrent der Luftschiffbau Zeppelin. Nach dem Erster Weltkrieg stellte die Heinrich Lanz AG mit dem Lanz Bulldog den erfolgreichsten Schweröl-Traktor vor. Der von Prosper L’Orange bei den Motorenwerken Mannheim erfundene Vorkammer-Dieselmotor wurde bei Benz & Cie zum 1923 weltersten kompakten Fahrzeug-Dieselmotor weiterentwickelt. 1922 wurde das Grosskraftwerk Mannheim in Betrieb genommen. Die Stadt zählte um 1930 gemeinsam mit der Schwesterstadt Ludwigshafen, die sich aus der alten Mannheimer Rheinschanze entwickelte, 385.000 Einwohner.

Vom Dritten Reich bis heute

In Mannheim gab es rund 140 Stellen, an denen NS-Zwangsarbeit untergebracht waren, viele auch in der Nähe der großen Unternehmen, die während der Zeit des Nationalsozialismus Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene beschäftigten. Im Stadtteil Sandhofen gab es jeweils ein KZ-Außenlager des KZ Natzweiler-Struthof und des Liste der Außenlager des KZ Hinzert. Während des Drittes Reich wurden fast 2000 Mannheimer jüdischen Glaubens Deportation, die Stadt im Zweiter Weltkrieg durch die Luftangriffe auf Mannheim fast völlig zerstört und 1945 von United States Army besetzt. Nur mühsam setzte der Wiederaufbau der Stadt ein. Mannheimer Schloss und Mannheimer Wasserturm wurden wiederaufgebaut, das Nationaltheater Mannheim an neuer Stelle errichtet. An alter Stelle steht ein Schiller-Denkmal und das Lokal Zum Zwischen-Akt. Die Wohnungsnot führte zur Erschließung zahlreicher neuer Wohngebiete. 1964 wurde das Städtische Krankenhaus am Neckar Fakultät der Universität Heidelberg für Klinische Medizin Mannheim. 1967 wurde Mannheim Universität Mannheim. 1975 bildete die Bundesgartenschau 1975 einen Glanzpunkt in Luisenpark Mannheim- und Herzogenriedpark. Eine Reihe baulicher Maßnahmen wurde umgesetzt: der Fernmeldeturm Mannheim und eine Kurt-Schumacher-Brücke (Mannheim) wurden gebaut, die Planken wurden zur Fußgängerzone, der neue Mannheimer Rosengarten wurde eingeweiht, und der Aerobus schwebte durch Mannheim. Auch in den 1980er und 1990er Jahren wurden eine Reihe von Großprojekten verwirklicht: Planetarium Mannheim, Kunsthallenerweiterung, neues Reiß-Museum, Stadthaus, neues Maimarktgelände, Synagoge, Moschee, Landesmuseum für Technik und Arbeit (Technoseum), Carl-Benz-Stadion und Fahrlachtunnel wurden eröffnet. Im Mai/Juni 1992 kam es zu Liste_von_Angriffen_auf_Flüchtlinge_und_Flüchtlingsunterkünfte_in_Deutschland#Schönau anlässlich der Unterbringung von Flüchtlingen in der (mittlerweile abgerissenen) Gendarmeriekaserne im Stadtteil Schönau. Wirtschaftlich prägte in der jüngeren Vergangenheit die Abnahme der industriellen Arbeitsplätze Mannheim. Die Stadt versuchte mit der Ausweisung von Gewerbegebieten und der Ansiedlung von Dienstleistungsunternehmen diesen Strukturwandel zu gestalten. Paradebeispiel ist der Bau des Victoria-Hochhauses 2001, eines der höchsten Gebäude der Stadt, am Bahngelände. Im Hinblick auf das 400. Stadtjubiläum 2007 wurden ab 2000 einige städtebauliche Aktivitäten umgesetzt: SAP-Arena mit Anschluss an den neuen Stadtbahnring Ost, Sanierung der Fußgängerzone Breite Straße, des Zeughauses und des Schlosses, komplette Umgestaltung des Alter Meßplatz und die Stadtbahnneubaustrecke Schafweide. Das Konzept des Stadtjubiläums zielte auf ein vielfältiges Spektrum von Veranstaltungen ohne ein dominierendes Zentralereignis. Während der Flüchtlingskrise in Europa 2015 nahm Mannheim 12.000 Flüchtlinge auf, vor allem in den ehemaligen Kasernen der US-Armee.https://www.morgenweb.de/nachrichten/sudwest/schwerpunkt-in-nordbaden-1.2502243http://www.kontextwochenzeitung.de/gesellschaft/240/belegt-die-hallen-die-villa-bleibt-leer-3228.html

Eingemeindungen

Zwischen 1895 und 1944 wurden mehrere umliegende Ortschaften zu Mannheim eingemeindet, darunter mit Neckarau das damals größte badische Dorf. Bei der großen Gebietsreform in den 1970ern gab es Pläne Brühl (Baden), Ilvesheim, Edingen-Neckarhausen und Ladenburg einzugemeinden. Wegen der großen Proteste nahm man aber davon Abstand, und Mannheim war eine der wenigen Städte Baden-Württembergs, die keinen Flächenzuwachs erhielten. Vor der ersten Eingemeindung umfasste das Stadtgebiet 2384 Hektar:

Einwohnerentwicklung

Die Einwohnerzahl der Stadt Mannheim überschritt 1896 die Grenze von 100.000 und machte sie damit zur Großstadt. 1905 hatte die Stadt über 160.000 Einwohner, bis 1961 verdoppelte sich diese Zahl. 1970 erreichte die Bevölkerungszahl mit rund 333.000 ihren historischen Höchststand. Durch Wanderungsverluste ins Umland sowie eine negative Geburten- und Sterbefallbilanz nahm die Zahl der Einwohner bis 1986 auf rund 295.000 ab. Für den 31. Dezember 2013 nennt die Kommunale Statistikstelle der Stadt Mannheim 328.831 Einwohner, davon 307.936 mit Hauptwohnsitz. Der Ausländeranteil liegt bei 21,6 Prozent (71.065 Personen). Unter Berücksichtigung von eingebürgerten Personen und Spätaussiedlern haben 129.438 Einwohner (39,4 Prozent) einen Migrationshintergrund. Die größten Einwanderergruppen stammen dabei aus der Türkei (28.209), Polen (18.329), Italien (10.182), Rumänien (6.451), Russland (4.504), Bulgarien (4.259), Kasachstan (3.775), Griechenland (3.765) und Kroatien (3.568). In den einzelnen Stadtbezirken beträgt der Anteil der Einwohner mit Migrationshintergrund: Innenstadt/Jungbusch 56,4 Prozent, Neckarstadt-West 62,7 Prozent, Neckarstadt-Ost 46,6 Prozent, Schwetzingerstadt/Oststadt 34,4 Prozent, Lindenhof (Mannheim) 29,1 Prozent, Sandhofen 28,6 Prozent, Schönau (Mannheim) 43,4 Prozent, Waldhof (Mannheim) 34,4 Prozent, Neuostheim/Neuhermsheim 31,9 Prozent, Seckenheim 32,6 Prozent, Friedrichsfeld (Mannheim) 27,2 Prozent, Käfertal (Mannheim) 37,1 Prozent, Vogelstang 44,8 Prozent, Wallstadt 20,0 Prozent, Feudenheim 18,6 Prozent, Neckarau 31,9 Prozent und Rheinau (Mannheim) 43,1 Prozent.

Religionen

Die ersten Kirchen lassen sich im 8. Jahrhundert in den Vororten Scharhof, Wallstadt und Feudenheim nachweisen. Eine Kirchengemeinde in Mannheim selbst wurde erstmals im 14. Jahrhundert erwähnt. Sie gehörte zur Bistum Worms und war dem Sebastian (Heiliger) geweiht.

Protestanten

Kurfürst Ottheinrich führte mit Mandat vom 4. April 1556 die Reformation lutherischen Bekenntnisses in der Kurpfalz ein, nachdem bereits sein Vorgänger Friedrich II. (Pfalz) zehn Jahre zuvor ernsthafte Anstrengungen in dieser Richtung unternommen hatte (erste lutherische Abendmahlsfeier in der Heidelberger Heiliggeistkirche am 18. April 1546). Unter Ottheinrichs Nachfolger Friedrich III. (Pfalz) wechselte die Kurpfalz ab 1561 zum reformierten Bekenntnis Calvinismus Prägung (Heidelberger Katechismus 1563). Die Zeit der Mannheimer Stadtgründung fiel somit in die Phase des kurpfälzischen Reformiertentums, was der Stadt für lange Zeit eine reformiert-protestantische Prägung verlieh. 1821 wurde im Großherzogtum Baden die Union zwischen Lutheraner und Reformation Gemeinden durchgeführt. 2005 wurde im Stadtteil Waldhof (Mannheim) die erste Jugendkirche der evangelischen Landeskirche Baden eröffnet. Mit der Eingliederung der zuvor eigenständigen Evangelischen Kirchengemeinde Friedrichsfeld (Mannheim) 2008 gehören alle protestantischen Gemeinden, sofern sie nicht zu einer Freikirche gehören, zum Kirchenkreis Mannheim innerhalb des Kirchenkreises Nordbaden der Evangelische Landeskirche in Baden. Der Kirchenkreis Nordbaden hat seinen Sitz in Mannheim.

Katholiken

Nach Gründung der Stadt Mannheim zogen auch Katholische Kirche Gemeindemitglieder zu. Die älteste katholische Kirche ist die Pfarrkirche Untere Pfarrei St. Sebastian am Marktplatz, die 1723 fertiggestellt wurde. 1729 stiftete Kurfürst Karl III. Philipp (Pfalz) 100.000 Gulden für den Bau der Jesuitenkirche (Mannheim), die als Hofkirche dienen sollte. Zusammen mit der Liebfrauenkirche (Mannheim) gehört sie seit 2005 zu einer gemeinsamen Pfarrgemeinde St. Sebastian. Die übrigen 28 römisch-katholischen Gemeinden sind zu 10 Seelsorgeeinheiten zusammengefasst und gehören zum Stadtdekanat Mannheim der Erzbistum Freiburg.

Sonstige Kirchen

Außerdem gibt es mehrere Orthodoxe Kirchen Kirchengemeinden, unter anderen die Russische Orthodoxe Kirche im Ausland Kirche St. Alexander Jaroslawitsch Newski und die griechisch-orthodoxe Kirchengemeinde Kreuzerhöhungskirche (Mannheim). Auch evangelische Freikirchen sind zahlreich vorhanden. Hierzu gehört die Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten). Ihre Hoffnungskirche befindet sich seit 1961 im Stadtteil Neckarstadt. Die Gemeinde der staatlich anerkannten (ak) Altkatholische Kirche ist seit 1873 in der Schlosskirche (Mannheim) und in der einzigen blauen Kirche Mannheims, der Erlöserkirche Mannheim-Gartenstadt zu Hause. Daneben gibt es heute in Mannheim weitere christliche Glaubensgemeinschaften, darunter die Neuapostolische Kirche, die Zeugen Jehovas und eine Freireligiöse Bewegung, die während der Badische Revolution Mitte des 19. Jahrhunderts entstand.

Juden

Die erste Synagoge gab es in Mannheim 1660. Die Kurfürsten förderten insbesondere nach den Stadtzerstörungen im 17. Jahrhundert gezielt die Ansiedlung von Juden mit Steuererleichterungen und dem Privileg der Gewerbefreiheit, um Handel und Handwerk zum Aufschwung zu verhelfen. 1719 waren 10,6 Prozent der Bevölkerung jüdisch. Bis 1895 vergrößerte sich die jüdische Gemeinde auf 4768 Mitglieder. Der übrige Bevölkerungszuwachs war allerdings noch rasanter, so dass nach 1900 der jüdische Anteil nur noch um 3 Prozent lag. 1933 lebten in Mannheim 6402 Juden, die die größte Gemeinde in Baden bildeten. Durch die Repressalien nach der Machtergreifung der Nationalsozialismus gerieten viele Juden bereits früh in Not. Schon 1933 verbot der damalige Oberbürgermeister Carl Renninger (Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei) die Auftragsvergabe an jüdische Firmen. Jüdische Dozenten der ansässigen Handelshochschule wurden beurlaubt, das Mannheimer Nationaltheater entließ jüdische Schauspieler, und jüdischen Ärzten wurde die Kassenzulassung entzogen. Viele Familien emigrierten ins Ausland, insbesondere in die Vereinigte Staaten. Nach der Verwüstung der drei Mannheimer Synagogen 1939 wurden 1940 rund 2000 und damit fast alle verbliebenen Juden nach Camp de Gurs deportiert. Die meisten wurden von dort in die deutschen Konzentrationslager im Deutsche Besetzung Polens 1939–1945 verschleppt und ermordet. Nach dem Zweiter Weltkrieg kehrten nur wenige Emigration nach Mannheim zurück. Die Wiedergründung der jüdischen Gemeinde nach der nationalsozialistischen Verfolgung erfolgte mit nur 120 Mitgliedern. Die neue Synagoge der jüdischen Gemeinde wurde 1987 eröffnet. 2012 hatte die Gemeinde etwa 500 Mitglieder.Corinna Hiss: Mittendrin im jüdischen Leben, Mannheimer Morgen 16. November 2012, S. 35

Muslime

Mit der zweiten Gastarbeiter-Welle Mitte der 1960er kamen viele Einwanderer aus der Türkei und damit erstmals eine nennenswerte Anzahl von Muslimen nach Mannheim. Ihre Zahl stieg bis 2004 auf 20.827 und damit 7 Prozent der Mannheimer Bevölkerung, wobei der größte Teil von ihnen Einwanderer aus muslimischen Ländern und deren Nachkommen sind. 1995 wurde daher die Yavuz-Sultan-Selim-Moschee, die bis dahin größte Moschee Deutschlands, gebaut, die 2.500 Gebetsplätze bietet. 2005 wurde das bereits baufällig gewordene Minarett schlanker und höher neu errichtet. 2010 wurde in Mannheim-Casterfeld die Ehsan-Moschee der Ahmadiyya Muslim Jamaat errichtet. Außerdem bestehen weitere Moscheen in den Stadtteilen Innenstadt/Jungbusch (drei), Neckarstadt-West (zwei) sowie Neckarstadt-Ost, Waldhof, Neckarau, Rheinau und Hochstätt (jeweils eine).


[ Quelle: Wikipedia | Stand: 02.03.2016 ]