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Osterholz-Scharmbeck (Niederdeutsche Sprache Oosterholt-Scharmbeck) ist die Kreisstadt des Landkreis Osterholz in Niedersachsen. Mit ihren  Einwohnern ist sie die einzige Stadt im Landkreis und entstand 1927 aus dem Zusammenschlusses der Orte Osterholz und Scharmbeck. Zwei Jahre später erhielt der Ort das Stadtrecht.

Geografie

Geografische Lage

Osterholz-Scharmbeck liegt in der Norddeutsches Tiefland ca. 22 Kilometer nordnordöstlich von Bremen nahe der Hamme (Fluss), mit der die Stadt durch den Osterholzer Hafenkanal verbunden ist. Über den Hamme-Oste-Kanal bestand eine heute nicht mehr schiffbare Verbindung mit der Elbe. Östlich der Stadt erstreckt sich das Teufelsmoor mit dem Künstlerdorf Worpswede.

Stadtgliederung

Die Stadt Osterholz-Scharmbeck besteht aus der Kernstadt und den neun Ortschaften:, abgerufen am 15. April 2015 Weitere Ortsteile, die allerdings keine administrative Unterstruktur bilden, sind in alphabetischer Reihenfolge:

Geologie

Die Landschaft im Stadtgebiet von Osterholz-Scharmbeck ist vom Übergang der Endmoränenlandschaft Wesermünder Geest, deren südlicher Teil auch Osterholzer Geest genannt wird, ins Teufelsmoor geprägt. Beide Landschaftstypen sind Teil der Glaziale Serie der Saaleeiszeit, die die Norddeutsche Tiefebene geformt hat. Der Geestrücken erhebt sich im Westteil des Stadtgebiets in der Langen Heide bis auf eine Höhe von 48 m ü. Normalnull. Die Lange Heide ist das Quellgebiet der Hamme (Fluss) und zahlreicher kleinerer Flüsse, wie der Drepte, dem Scharmbecker Bach, der Wienbeck (Fluss) und der Schönebecker Aue. Der Geestrücken fällt nach Osten innerhalb der Kernstadt bis auf 4 m ü. NN ab. Die östlichen Stadtteile liegen bereits im Teufelsmoor, das durch das Urstromtal der Hamme (Fluss) gebildet wurde. In diesem Gebiet liegen einige Naturschutzgebiet (Deutschland), u.a. das NSG Breites Wasser sowie das NSG Torfkanal und Randmoore.

Nachbarstädte

Geschichte

Entstehungsgeschichte der Stadt

Die Stadt Osterholz-Scharmbeck entstand auf Grund des Zusammenschlusses der Orte Osterholz und Scharmbeck im Jahre 1927. Mit dem Bau der Eisenbahnlinie Bremen–Geestendorf (Bremerhaven) im Jahre 1862 wurden die beiden Flecken Osterholz und Scharmbeck erstmals in der heutigen Schreibweise zusammengefasst; ein beträchtlicher wirtschaftlicher Aufstieg setzte ein, da sich zahlreiche Industrien (Tabakverarbeitung, Eisengießerei, Schiffswerft, Reiswerke) etablieren konnten. 1911 kommt mit der Eröffnung der Bremervörde-Osterholzer Eisenbahn (BOE) eine weitere wichtige Verkehrsverbindung hinzu. Die beiden Ortschaften blieben allerdings noch weitere Jahrzehnte unabhängig. Erst am 24. Mai 1927 vollzog der Regierungsbezirk Stade des Landes Preußen die Vereinigung von Osterholz und Scharmbeck sowie der Landgemeinden Ahrensfelde, Bargten und Sandbeckerbruch zur vergrößerten Fleckengemeinde Osterholz-Scharmbeck. 1929 wurde der Gemeinde Osterholz-Scharmbeck das Stadtrecht durch das Preußen Staatsministerium des Innern verliehen.

Erste Besiedelung

Die Siedlungsgeschichte des Gebietes geht bis in die Jungsteinzeit zurück. Um 10.000 v. Chr. streifen Jäger, Sammler und Fischer über die Osterholzer Geest und die angrenzenden Moore; ihre Anwesenheit ist durch die zahlreichen Funde von Spanmessern und Pfeilspitzen belegt, die zum Beispiel im Heimatmuseum Osterholz ausgestellt sind. Einige dieser frühen Besucher der Geest werden nachweisbar sesshaft, da bei zahlreichen Ausgrabungen auch Spuren eines primitiven Ackerbaus (zum Beispiel Äxte) gefunden werden. Offensichtliches Zeugnis der Besiedlung ist das etwa 2000 v. Chr. errichtete Großsteingrab, ein beeindruckendes Steingrab an der heutigen Osterholzer Straße im Stadtzentrum. Dieses Hünengrab in Osterholz-Scharmbeck oder Hünenstein (Osterholz-Scharmbeck) genannte gut erhaltene Kammergrab wird auf ein Alter von etwa 5.000 Jahren datiert. Derartige Großsteingräber wurden bei der Bestattungen der Bronzezeit durch Grabhügel abgelöst, wie sie sich heute z.B. im Stadtteil Garlstedt finden. Den wichtigsten Fund in einem dieser Gräber stellt wohl die Garlstedter Lure (Blasinstrument) dar. Die 1830 bei Straßenarbeiten entdeckten Bruchstücke dieses bronzezeitlichen germanischen Blasinstruments stellen den zurzeit südlichsten Fund eines solchen Instrumentes dar.

Scharmbeck

Die erste urkundliche Erwähnung Scharmbecks reicht in das Jahr 1043 (Scirnbeci) zurück, als der Bremer Erzbischof Adalbrand von Bremen die Siedlung zu Fuß besuchte. Aus dieser Zeit stammen wahrscheinlich auch die Fundamente der Kirche St. Willehadi (Osterholz-Scharmbeck) am Marktplatz. 1233 wird die Siedlung „Sandbeck“ genannt. Beide Namen beziehen sich auf den Scharmbecker Bach, einen kleinen Nebenfluss der Hamme, der die Orte Scharmbeck und Osterholz durchzieht. In späteren Jahrhunderten erlangte der Bach erhebliche wirtschaftliche Bedeutung für den Ort Scharmbeck. Ab 1581 avancierte der Ort zu einer der ersten größeren Tuchmacher-Siedlungen im norddeutschen Raum und belieferte neben dem Heer vor allem den Bremer Markt. Die Scharmbecker Tuchmacherzunft bestand bis zum Jahre 1903, und bis ins zwanzigste Jahrhundert säumten daher zahlreiche Wassermühlen den Bachlauf, die als Walkmühlen dienten. Heute ist im Stadtgebiet allerdings nur noch eine Wassermühle mit funktionstüchtigem Wasserrad erhalten, die zur im 12. Jahrhundert erbauten Stauanlage Fehsenfeld hinter der St. Willehadi-Kirche gehörte, die eine Kornmühle war. Bis zur Umwandlung des Ortes Geestendorf in Bremerhaven war Scharmbeck der wichtigste Markt und Gewerbeort zwischen Bremen und Cuxhaven. Vor allem der seit 1748 abgehaltene Scharmbecker Herbstmarkt besaß überregionale Bedeutung.

Osterholz

Der Begriff Osterholz verdankt die Stadt der Gründung des Klosterkirche St. Marien Osterholz 1182 durch Siegfried I. von Anhalt. Die Basilika (Bautyp) des Klosters ist noch immer erhalten. Der Flecken Osterholz wuchs weiter, stieg zum Verwaltungssitz (Amt Osterholz) auf, aus dem sich 1885 durch Zusammenlegung mit dem Amt Lilienthal der Landkreis Osterholz bildete. Die Geschichte von Osterholz-Scharmbeck war auf Grund der unmittelbaren Nähe identisch mit der von Scharmbeck; beide gehörten bis zum Ende des Dreißigjähriger Krieg zum Erzbistum Bremen.

Eingemeindungen

Nach einem Erlass des Oberpräsidenten im Jahre 1936 erfolgte die Eingliederung der Gemeinden Buschhausen, Lintel, Westerbeck und eines Teiles von Hülseberg. Aufgrund der vom Niedersächsischen Landtag am 13. Juni 1973 beschlossenen Gemeindereform wurden mit Wirkung vom 1. März 1974 die Gemeinden Garlstedt, Heilshorn, Hülseberg, Ohlenstedt, Pennigbüttel, Sandhausen, Scharmbeckstotel, Teufelsmoor und der größte Teil der Gemeinde Freißenbüttel in die Stadt Osterholz-Scharmbeck eingegliedert.

Stadtentwicklung

Mit der Eröffnung der Lucius D. Clay Kaserne im entfernten Ortsteil Garlstedt für die 2nd Armoured Division „Hell on wheels“ aus Texas, einer Vorhut der 75. US-Brigade, am 17. Oktober 1978 wurden 7.500 US-Amerikaner (4.083 Soldaten, 2.500 Zivilisten) in der Stadt stationiert. Für die 2.500 Zivilisten (später bis zu 4.000) und den Teil der Soldaten, die ihre Familie mitbrachten und deshalb nicht in der Kaserne in Garlstedt, sondern in der Kernstadt untergebracht werden sollten, wurden Wohnraum und Infrastruktur geschaffen. Im Kuwaitkonflikt (Zweiter Golfkrieg) wurde der größte Teil der US-Soldaten 1991 an den Golf versetzt. Nach Ende dieses Krieges wurde die Kaserne am 1. Oktober 1993 von den US-Streitkräften an die Bundeswehr übergeben und von dieser seitdem als Logistikschule der Bundeswehr genutzt. Die bisher mit US-Amerikanern belegten 96 Stadtwohnungen im Bereich Am Hohenberg, Mozartstraße und Drosselstraße kaufte die Stadt für einen Gesamtpreis von 12,5 Millionen Deutsche Mark. Zusammen mit anderen Wohnungen hatte die Stadt damit etwa 220 Wohnungen (in der Regel mehrstöckige Blocks) vorübergehend in ihrem Besitz. Das war die Hälfte der durch die Amerikaner belegten Objekte und sollte helfen, den Mietwohnungsmarkt zu entschärfen. Durch die schnelle Abwicklung wurde die Entstehung sozialer Brennpunkte befördert, da der billige Wohnraum zu einer Konzentration sozial schlechter gestellter Bevölkerungsschichten führte. Die große amerikanische Schule wurde zu einer neuen Integrierten Gesamtschule (IGS) umgewandelt. Die Einwohnerzahl der Stadt wuchs unter anderem durch die Neubelegung des Wohnraums auf knapp über 30.000.

Einwohnerentwicklung

* 1904: 4.701 Einwohner (Chronik von Osterholz-Scharmbeck)Chronik von Osterholz-Scharmbeck Band I. Von den Anfängen bis 1929. Hrsg. Stadt Osterholz-Scharmbeck * 1909: 6.060 Einwohner * 1945: 12.500 Einwohner * 1961: 19.258 Einwohner (mit den später eingemeindeten Orten) * 1970: 20.979 Einwohner (mit den später eingemeindeten Orten) * 1987: 24.150 Einwohner (Volkszählung, Großer Zensus) * 2004: 31.145 Einwohner (Quelle: Landkreis: 31. Dezember 2004) * 2005: 31.055 Einwohner (Quelle: Landkreis: 30. Juni 2005) * 2010: 30.218 Einwohner (Quelle: Landkreis: 30. Juni 2010)

Religionen

Die Mehrheit der konfessionell gebundenen Einwohner Osterholz-Scharmbecks gehört der Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers an. Die Stadt hat mit den beiden historischen Kirchen auch zwei Kirchengemeinden, und zwar St. Willehadi (Scharmbeck) und Klosterkirche St. Marien Osterholz (Osterholz, Klosterkirche). Die Bürger römisch-katholische Kirche sind in der Pfarrei Heilige Familie organisiert. Daneben gibt es noch andere christliche Gruppen und Freikirchen, so zum Beispiel eine Baptisten-, eine Brüderbewegung- und eine Neuapostolische Kirche. Es gibt auch eine Yezidische Gemeinde. Von den während der NS-Zeit ermordeten und vertriebenen Judentum Bürgern zeugt bis heute eine Gedenktafel, die nach dem Abriss der baufällig gewordenen alten Synagoge in der Bahnhofstraße im Jahre 2004 errichtet wurde, sowie ein kleiner jüdischer Friedhof. Ein weiteres Denkmal neben dem Neubau und in Nähe der Stelle der abgerissenen Synagoge in der Bahnhofstraße besteht aus einigen Säulen und einem Steintisch; es wurde im November 2006 offiziell enthüllt. Kurz vor der Enthüllung kam es dabei am 7. November 2006 zu einem Brandanschlag, bei dem die Abdeckplane zerstört wurde.http://www.projekte-gegen-antisemitismus.de/2006.php Antisemitische Vorfälle 2006

Politik

Stadtrat

Der Stadtrat Osterholz-Scharmbeck besteht aus 38 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Stadt mit einer Einwohnerzahl zwischen 30.001 und 40.000 Einwohnern., abgerufen am 21. November 2014 Die 38 Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2011 und endet am 31. Oktober 2016. Stimmberechtigt im Stadtrat ist außerdem der hauptamtliche Bürgermeister Torsten Rohde (parteilos). Die letzten Kommunalwahlen ergaben die folgenden Ergebnisse: * 2006 als Arbeit & soziale Gerechtigkeit – Die Wahlalternative Die nächste Kommunalwahl zum Stadtrat findet im September 2016 statt.

Bürgermeister

Hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt Osterholz-Scharmbeck ist Torsten Rohde (parteilos). Bei der letzten Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 wurde er mit 59,02 % der Stimmen gewählt. Sein Gegenkandidat Werner Schauer (SPD) erhielt 40,97 %. Die Wahlbeteiligung lag bei 48,12 %., abgerufen am 14. November 2014 Rohde trat sein Amt am 1. November 2014 an und löste den bisherigen Amtsinhaber Martin Wagener (SPD) ab, der nicht mehr kandidiert hatte. Die Amtszeit endet am 31. Oktober 2021. Stellvertretende Bürgermeisterin ist Martina de Wolff, stellvertretender Bürgermeister ist Klaus Sass.

Wappen

Das Wappen der Stadt Osterholz-Scharmbeck wurde mit Erlass des Preußischen Staatsministeriums vom 12. Februar 1930 eingeführt., abgerufen am 18. April 2015 Blasonierung:„Über grünem Schildfuß, darin ein silberner (weißer) Wellenbalken, in Blau ein stehender, gold (gelb) bewehrter silberner (weißer) Stier, der mit goldener (gelber) Kette an einem goldenen (gelben) Pflock angebunden ist; darüber schwebend drei im Dreieck angeordnete goldene (gelbe) Weberschiffchen; als Schildhalter zwei steigende gold (gelb) bewehrte silberne (weiße) Pferde, die auf gold- (gelb-) schwarzem Sockel stehen; im Oberwappen eine fünftürmige rote Mauerkrone.“ In der Hauptsatzung fehlt leider die korrekte Blasonierung., abgerufen am 15. April 2015 Im Zentrum des Wappens steht ein angepflockter Hausrind, er steht für den überregional bedeutenden jährlichen Viehmarkt der Stadt, der heute noch als Scharmbecker Herbstmarkt gefeiert wird. (Zur Ehrung der geschichtlichen Bedeutsamkeit dieser Tiere veranstaltete die Stadt Osterholz-Scharmbeck im Sommer 2000 unter dem Motto: „Die Bullen sind los“ eine Kunstaktion. Im gesamten Stadtgebiet wurden kreativ verzierte (fast) lebensgroße Kunststoffrinder aufgestellt. Der wohl exponierteste dieser Bullen ist noch heute (2008) auf dem Marktplatz von Scharmbeck am alten Schlauchturm zu finden.) Die drei Weberschiffchen geben den Hinweis auf die Scharmbecker Tuchmacherzunft der Stadt; die Anordnung im Dreieck soll für Fleiß stehen. Auch die Farben haben Bedeutung: Blau und Gelb deuten – wie im Wappen von Lilienthal – auf die Zeit als „schwedische Residenz“ von 1648 bis 1715 hin. Allerdings war blau auch schon die Farbe des Siegelwappen derer von Sandbeck vom Gut Sandbeck. Der silberne Streifen im Grünen Feld (grün für Hoffnung), symbolisiert den Scharmbecker Bach, der so wichtig für die Scharmbecker Tuchmacherzunft war.

Städtepartnerschaften

Seit dem 27. März 1990 unterhält Osterholz-Scharmbeck eine Städtepartnerschaft mit der Stadt Grimmen in Mecklenburg-Vorpommern.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater und Musik

Das Gut Sandbeck, dessen Anlage rund um das Haupthaus in den 1980er Jahren restauriert wurde, dient heute als Kulturzentrum der Stadt. Das Programm reicht von klassischen Konzerten und Veranstaltungen des Kunstvereins Osterholz bis zu Aufführungen der Scharmbecker Speeldeel, die besonders für ihr plattdeutsches Programm bekannt ist. Das Kulturzentrum Kleinbahnhof e.V. (KuZ) nahe dem heutigen Bahnhof von Osterholz-Scharmbeck richtet sich mit seinem wechselnden Programm an ein eher junges alternatives Publikum. Das ursprüngliche historische Bahnhofsgebäude ist eines der Bauwerke, die vom Worpsweder Künstler Heinrich Vogeler architektonisch gestaltet worden sind.

Museen

Auf dem Gelände des ehemaligen Wirtschaftshofes des Benediktinerinnenklosters befindet sich die Museumsanlage der Kulturstiftung Landkreis Osterholz. In sechs historischen Gebäuden sind das eigentliche Heimatmuseum, ein Mitmachmuseum, das Norddeutsche Vogelmuseum und das Museum für Schifffahrt und Torfabbau untergebracht. Die Geschichte der Osterholz-Scharmbecker Museen begann mit der Gründung des „Heimat- und Museumsvereins Osterholz“ im Jahre 1929, die ab 1960 im Findorffhaus ihre Aufstellung fand. 1976 übernahm der Landkreis, 1999 die „Kulturstiftung Landkreis Osterholz“ den erheblich gewachsenen Bestand an heimatgeschichtlichen und naturkundlichen Objekten.Hans Siewert: 50 Jahre Museumsanlage der Kulturstiftung des Landkreises Osterholz. In: Heimat-Rundblick. Nr. 92, 1/2010 (Frühjahr 2010). Druckerpresse-Verlag, , S. 6–7.

Bauwerke und sonstige Sehenswürdigkeiten

Neben den historischen Kirchen St. Willehadi und St. Marien sowie dem Gut Sandbeck ist als weiteres Baudenkmal die Mühle von Rönn zu nennen. Der zweistöckige Galerieholländer mit Windrichtungsnachführung und Segelflügeln gilt als das Wahrzeichen der Stadt. Exponiert an einer der höchsten Stellen im Stadtgebiet ist die Mühle weithin sichtbar und beherbergt die Biologische Station Osterholz e.V. (BIOS), welche unter anderem die (im Internet zugänglichen) Wetterdaten der Stadt erfasst. Weitere Windmühlen finden sich am Hafen im Stadtteil Osterholz (allerdings ohne Flügel) und im Stadtteil Sandhausen-Myhle. Diese Mühle stammt aus dem Jahre 1795. Die bereits erwähnte Wassermühle hinter der Kirche St. Willehadi ist die einzige erhaltene Mühle am Scharmbecker Bach. In der Ortschaft Scharmbeckstotel befindet sich die urkundlich seit 1620 nachgewiesene und immer noch betriebsbereite Wassermühle am Ruschkamp. Landschaftlich besonders attraktiv sind die Osterholzer Hammewiesen; dieses Feuchtwiesengebiet reicht bis hinter die alte Klosteranlage in Osterholz und leitet landschaftlich ins benachbarte Teufelsmoor über. Seit einigen Jahren sind hier wegen der großflächig eingerichteten Schutzflächen auch wieder, neben anderen Vogelarten, zahlreiche Weißstorch zu beobachten. Im Waldgebiet „Elm“ und „Schmidts Kiefern“ zwischen den Stadtteilen Heilshorn und Garlstedt finden sich, wie beim Steingrab im Stadtzentrum von Osterholz-Scharmbeck, weitere Zeugnisse der frühgeschichtlichen Besiedlung des Gebiets in Form diverser Grabhügel mit Urnengrab. Am Flüsschen Drepte, nördlich des Golfplatzes, liegt die Brockmannsmühle, eine Hofanlage mit Wassermühle aus dem 14. Jahrhundert. 2005 wird ein Weg nach Kurt Albrecht (Soldat) benannt, der als desertierter Matrose der Kriegsmarine am 28. April 1945 in Osterholz-Scharmbeck hingerichtet worden war. Dies dürfte eine der ersten Straßenbenennungen nach einem Fahnenflucht in Deutschland gewesen sein.Christian Läßig, Bericht im Osterholzer Kreisblatt vom 29. Mai 2005. Die Verwaltung sieht darin auch eine Ehrung aller anderen sinnlos hingerichteten Deserteure. Das der Ehrung zugrundeliegende Schülerprojekt ist . Im Jugendbildungszentrum Bredbeck finden laufend Seminare und Veranstaltungen aus den verschiedensten Bereichen statt. Vor dem Haupthaus, welches sich inmitten eines Waldstückes in Freißenbüttel befindet, befindet sich unter anderem eine Freilichtbühne, einige Teichanlagen und ein Sportplatz. Bademöglichkeiten bieten die Ohlenstedter Quellseen in der Ortschaft Ohlenstedt mit ausgedehnten Stränden sowie das im Stadtzentrum gelegene Allwetterbad (Osterholz-Scharmbeck) mit Teleskophalle. Die im November 2005 fertiggestellte Stadthalle bietet Platz für größere Veranstaltungen mit bis zu 1.000 Personen. Das Spektrum reicht über Musik, Comedy, Kabarett und Kunst bis hin zu Messen, politischen Veranstaltungen oder (auch privaten) Festivitäten und Bällen.

Parks und Tiergärten

* Der Scharmbecker Stadtpark zwischen Lindenstraße und der Stauanlage Fehsenfeld am Scharmbecker Bach * Das Klosterholz, ein buchenreicher Laubwald im Stadtzentrum zwischen Bahnhof und Tinzenberg * Osterholzer Stadtpark an der Bahnhofstraße * Tiergarten Ludwigslust am Garlstedter Kirchweg (Bargten) mit 60 Tierarten.

Aussichtspunkte

Zur touristischen Aufwertung der Osterholzer Hammewiesen wurden im Rahmen des von 1995 bis 2009 laufenden GR-Projekts Hammeniederung mehrere Aussichtsturm bzw. Aussichtspunkt angelegt, um einen besseren Einblick in die Landschaft zu ermöglichen. Die drei Bauwerke bei Osterholz-Scharmbeck wurden 2012 als Aussichten im Teufelsmoor mit dem niedersächsischen Architektenpreis BDA ausgezeichnet. * Der 9,4 m hohe Aussichtsturm Postwiesen () steht ca. 2.5km östlich des Ortes in der Nähe des Neuenfelder Damms. auf kulturland-teufelsmoor.de Er wurde 2008 aus Stahl errichtet und am 23. Januar 2009 eingeweiht. Wegen seiner Form wird er auch Himmelstreppe genannt. Die geradläufige Treppe führt zu einer überdachten Zwischenplattform in 6,3 m Höhe und weiter zur oberen Aussichtsplattform in 8,3 m Höhe, von der sich ein guter Ausblick in die Postwiesen bietet. auf teufelsmoor.eu vom 25. September 2010 abgerufen am 2. April 2015 * Der knapp 11 m hohe Aussichtsturm Linteler Weiden () steht ca. 2 km südlich des Ortes nahe dem Linteler Altarm, einem Altarm der Hamme. Er wurde 2011 aus Lärchenstämmen errichtet, die sich um eine Stahlspindeltreppe zum Himmel recken. Die Aussichtsplattform liegt auf einer Höhe von 8,6 m und bietet einen guten Blick über den Mündungsbereich des Scharmbecker Bachs, den Altarm und die Hammeniederung. Der Turm wird wegen seiner Form auch Weidenkorb genannt. auf teufelsmoor.eu vom 21. Juni 2012 abgerufen am 2. April 2015 * Die Beobachtungshütte Blickbox () steht ca. 3,5km östlich des Ortes unweit der Beekmündung in die Hamme. Sie dient insbesondere der Vogelbeobachtung im Bereich der Hammeniederung. auf kulturland-teufelsmoor.de * Der 2014 errichtete 9m hohe Aussichtsturm Neu-Helgoland steht auf dem Gemeindegebiet von Worpswede am Nordufer der Hamme nahe Neu-Helgoland.

Regelmäßige Veranstaltungen

* April: Autobörse * Mai: „Publica“ Messe für Haushalt, Garten etc. * Juni/Juli: Stadtfest * Juli: Scharmbecker Schützenfest * August: Osterholzer Erntefest * Oktober: Scharmbecker Herbstmarkt * November: Novemberball des VSK * Dezember: Weihnachtsmarkt

Mundarten und Sprachen

Durch die Verbreitung des Deutsche Sprache wurde auch in Osterholz-Scharmbeck das Niederdeutsche Sprache zurückgedrängt, so dass es aus der Kernstadt fast vollständig verschwunden ist. Im Landkreis ist das Niederdeutsche noch eher in Gebrauch. Verbreitet ist Hochdeutsch in Form des Missingsch ähnlich wie in Bremen, wobei in der Region das S nicht scharf gesprochen wird, wie etwa in Hamburg. Durch die vielen Flüchtlinge waren nach 1945 auch Ostpreußen und Schlesisch (deutscher Dialekt) Dialekte vorübergehend verbreitet.

Kulinarische Spezialitäten

Eine eigenständige städtische Spezialität besitzt die Stadt nicht, verbreitet ist die Niedersächsische Küche: Regionaltypisch sind zum Beispiel Bratkartoffeln mit Knipp (Speise) und als Nachspeise Rote Grütze. Von Dezember bis etwa Anfang März sind Kohlfahrten mit anschließendem Grünkohlessen aus Grünkohl mit Pinkelwurst (oder Kohlwurst) und Salzkartoffeln verbreitet. Im Frühling sind Gemüsespargel in diversen Varianten beliebt.

Wirtschaft und Infrastruktur

Im Januar 2007 erreichte die Stadt im sogenannten T-City-Wettbewerb die Endrunde.

Verkehr

Osterholz-Scharmbeck liegt an der Bahnstrecke Bremen–Bremerhaven (−Cuxhaven). Hier zweigt die Bahnstrecke Stade–Osterholz-Scharmbeck nach Bremervörde und Stade ab – Kurzfassung siehe unten. Innerhalb der Kernstadt verkehren Linienbusse, die auch die Verbindung mit außenliegenden Stadtteilen sowie den Nachbargemeinden sicherstellen. Osterholz-Scharmbeck ist in den Tarif des Verkehrsverbund Bremen-Niedersachsen einbezogen. Osterholz-Scharmbeck liegt an der Bundesstraße 74, die Bremen über Bremervörde mit Stade verbindet. Die Stadtmitte liegt ungefähr 9 Straßenkilometer von der Autobahn Bundesautobahn 27 (Walsrode–Cuxhaven) entfernt.

Moorexpress

Mit der am 23. Juni 1909 durchgängig eröffneten Bahnstrecke Stade–Osterholz-Scharmbeck der Bremervörde-Osterholzer Eisenbahn (BOE) bekam die Stadt 1911 ihre erste regelmäßige Verbindung mit dem Teufelsmoor, Worpswede und Bremervörde. Der Personenverkehr des Moorexpress wurde am 18. März 1978 auf Omnibus verlagert, die nach dessen Gründung in den Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen integriert wurden. Ein Betrieb mit Sonderfahrten (Wochenende/Sommer) wird von November bis April aufrechterhalten, und seit Mai 2006 existiert wieder ein regelmäßiger Sommerfahrplan mit einer Verlängerung der traditionellen Fahrstrecke zu den neuen Endpunkten Bremen und Stade mit vier Fahrten pro Wochenend- und Feiertag bis Oktober.

Hafen und Hafenkanal

Zwischen 1765 und 1766 wurde unter Aufsicht des Moorkommissars Jürgen Christian Findorff der Osterholzer Hafenkanal gebaut. Der Kanal ist rund zwei Kilometer lang, so dass sich das Hafenbecken am Stadtrand befindet. Heute sind Hafen und Kanal nur noch von Sport- und Motorbooten belegt, die ein erhebliches Freizeitpotential darstellen.

Post

Eine Post in Osterholz-Scharmbeck existiert offiziell seit 5. Juli 1665 (siehe Geschichte von Osterholz-Scharmbeck#Postgeschichte von Osterholz-Scharmbeck). Die letzte Filiale der Deutsche Post AG befand sich am Marktplatz gegenüber der Genossenschaftsbank; alle anderen und vorherigen Standorte in der Stadt wurden bereits vorher aufgegeben. Die Geschäftsräume am Marktplatz werden jetzt von einem externen Anbieter betrieben.

Medien

* Tagespresse: Osterholzer Kreisblatt als Beilage zum Weser-Kurier * Anzeigenblätter: Osterholzer Anzeiger und Weser Report (ein Ableger des Weser-Reports aus Bremen)

Bildung

Grundschulen: * Menckeschule * Beethovenschule (Ganztagsgrundschule) * Findorffschule * Schulen in den Stadtteilen Buschhausen, Heilshorn, Ohlenstedt, Pennigbüttel, Sandhausen und Scharmbeckstotel Hauptschule und Realschule: * Lernhaus im Campus (Oberschule) Gesamtschulen und Gymnasium: * Integrierte Gesamtschule in Buschhausen (IGS) * Gymnasium Osterholz-Scharmbeck (gegründet 1960) * Berufliches Gymnasium Wirtschaft (BBS) * Berufliches Gymnasium Technik (BBS) * Berufliches Gymnasium Gesundheit & Soziales (BBS) Berufsbildende Schulen: * Berufsbildende Schulen Osterholz-Scharmbeck (BBS) * Berufsfachschule Altenpflege und Weiterbildungszentrum Upmannsche Villa Förderschule (Deutschland): * Pestalozzischule * Schule am Klosterplatz Sonstige Schulen: * Volkshochschule Osterholz-Scharmbeck * Kreismusikschule Osterholz e.V. * Logistikschule der Bundeswehr in Garlstedt * Bildungswerk Osterholz e.V.

Sozialeinrichtungen

Osterholz-Scharmbeck ist Standort eines Akutkrankenhauses. Es handelt sich dabei um das Kreiskrankenhaus Osterholz in kommunaler Trägerschaft.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

* Inge Küster (1929–2011), deutsche Unternehmerin. Auf: Website der Stadt Osterholz-Scharmbeck vom 10. November 2011; abgerufen am 13. November 2011. * Fritz Bokelmann (* 1940), deutscher Bankmanager sowie Verbands- und Verwaltungsratsvorsitzender des Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR)Lutz Peter Kaubisch: „Es ist mir eine Ehre…“ Interview mit dem früheren Volksbankchef Fritz Bokelmann / Jetzt Ehrenbürger von Osterholz-Scharmbeck. In: Bremer Tageszeitungen AG vom 13. November 2011, S. 14.

Söhne und Töchter der Stadt

* Heinrich Aumund (1873-1959), Hochschullehrer und Unternehmer * Roland Baar (* 1965), Rudersportler * Herbert Behrens (* 1954), Gewerkschafter und Politiker (Die Linke), MdB * Torsten Gellrich (* 1970), Autor und Komponist * Hans-Heinrich Harms (1914–2006), Bischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Oldenburg von 1967 bis 1985 * Heinrich Horstmann (Politiker) (1889–1965), Bürgermeister, Kreisdirektor und Stadtdirektor * Lutz Jobs (* 1964), Politiker (GAL, Die Linke) * Volker Kahrs (1951–2008), Pianist, Komponist, Musikproduzent und Mitglied der Rockgruppe Grobschnitt * Elina Kritzokat (* 1971), Übersetzerin * Eduard Neumann (1903–1985), ordentlicher Professor und Rektor der Freien Universität Berlin * Adolf Philippi (1843–1918), klassischer Philologe und Kunsthistoriker * Bodo Ramelow (* 1956), MdB, stellvertretender Fraktionsvorsitzender Die Linke, Ministerpräsident von Thüringen * Hermann Fürchtegott Reemtsma (1892–1961), Tabakindustrieller * Philipp Fürchtegott Reemtsma (1893–1959), deutscher Unternehmer * Christian Theodor Georg Ruete (1810–1867), erster ordentlicher Professor für Augenheilkunde * Hans Wilhelm Sotrop (* 1935), Maler und Grafiker

Persönlichkeiten, die in dieser Stadt gewirkt haben

Folgende Persönlichkeiten sind keine Söhne oder Töchter der Stadt, haben aber eine Bedeutung für Osterholz-Scharmbeck. * Jürgen Christian Findorff (1720–1792), Moorkolonisator * Will Quadflieg (1914–2003), deutscher Theaterschauspieler * Hildegard Wohlgemuth (Schriftstellerin) (1917–1994), deutsche Schriftstellerin * Kurt Albrecht (Soldat) (1927–1945), deutscher Deserteur im Zweiten Weltkrieg * Michael Leckebusch (1937–2000), deutscher Fernsehredakteur, Regisseur und Produzent (Beatclub) * Vera Felicitas Birkenbihl (1946–2011), deutsche Managementtrainerin und Sachbuchautorin * Matthias Seeger (* 1955), Präsident des Bundespolizeipräsidiums


[ Quelle: Wikipedia | Stand: 10.05.2016 ]

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