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Potsdam ist eine kreisfreie Stadt und mit gut 160.000 Einwohnern die bevölkerungsreichste Stadt und Hauptstadt des Land (Deutschland) Brandenburg. Sie grenzt südwestlich an Berlin., Die Welt, 10. September 2014 Die Stadt ist vor allem bekannt für ihr historisches Vermächtnis als ehemalige Residenzstadt der Königreich Preußen mit den zahlreichen und einzigartigen Schlösser und Gärten von Potsdam und Berlin. Die Kulturlandschaften wurden 1990 von der UNESCO als größtes Ensemble der deutschen Welterbestätten in die Liste des Weltkultur- und Naturerbes der Menschheit#Liste des Welterbes aufgenommen., UNESCO-Welterbe.de Zudem ist die Stadt bekannt für das traditionsreiche Filmstudio Babelsberg, welches bei der Gründung 1912 das erste große Filmstudio der Welt war und heute eines der führenden Zentren der Film- und Fernsehproduktion in Europa ist. Potsdam entwickelte sich seit der Mitte des 19. Jahrhunderts zu einem Wissenschaftszentrum. Heute sind drei öffentliche Hochschulen und mehr als 30 Forschungsinstitute in der Stadt ansässig. Rund 15 Prozent der Einwohner sind Studenten. Die Stadt ist ein Wachstumszentrum im Agglomeration Berlin.

Geografie

Geografische Lage

Potsdam befindet sich südwestlich von Berlin am Mittellauf der Havel in einer eiszeitlich geprägten Wald- und Seenlandschaft. Diese ist charakterisiert durch den Wechsel von breiten Talniederungen und Moränenhügeln, wie dem südlich gelegenen Saarmunder Endmoränenbogen. Die höchste Erhebung im Stadtgebiet ist der Kleiner Ravensberg mit 114,2 Metern. Die tiefste Stelle ist der mittlere Wasserspiegel der Havelgewässer mit . Das Stadtgebiet besteht heute zu rund 75 Prozent aus Grün-, Wasser- und Landwirtschaftsfläche, 25 Prozent sind bebaut. Insgesamt befinden sich über 20 Gewässer in Potsdam. Im Urbanisierung Zentrum sind dies unter anderem der Heiliger See (Potsdam), der Aradosee, der Templiner See, der Tiefer See (Potsdam) und der Griebnitzsee. In den ländlich geprägten Außenbereichen befinden sich unter anderem der Sacrower See, der Lehnitzsee (Potsdam), der Groß Glienicker See, der Fahrlander See und der Weißer See (Potsdam). Zu den Gewässern gehören neben der Potsdamer Havel, die viele der Seen verbindet, der Sacrow-Paretzer Kanal, der Teltowkanal, die Nuthe und die Wublitz. Die Potsdamer Havel fließt am Strandbad Babelsberg bei . Ablagerungen der Nuthe bildeten früher Teile der Freundschaftsinsel.

Region

Potsdam liegt innerhalb der Agglomeration Berlin und hat so ein Einzugsgebiet von rund viereinhalb Millionen Einwohnern. Es gehört damit auch der europäischen Metropolregion Berlin/Brandenburg an, deren Außengrenze mit der des Bundeslands Brandenburg identisch ist. Folgende Städte und Gemeinde (Deutschland) grenzen an Potsdam, Auflistung im Uhrzeigersinn, beginnend im Nordosten: Berlin sowie Stahnsdorf, Nuthetal, Michendorf, Schwielowsee (Gemeinde) (Geltow, Caputh, Ferch (Schwielowsee)) und Werder (Havel) (alle Landkreis Potsdam-Mittelmark) sowie Ketzin/Havel, Wustermark und Dallgow-Döberitz im Landkreis Havelland.

Stadtgliederung

Die Stadt Potsdam ist in 34 Stadtteile gegliedert,. Landeshauptstadt Potsdam. Abgerufen am 27. November 2013. die sich in 84 Statistischer Bezirk unterteilen. Es wird heute unterschieden zwischen den älteren Stadtteilen Innenstadt (Potsdam) (mit den Ortslagen Altstadt und Neustadt), Westliche und Nördliche Vorstadt, Potsdam-Nord, Potsdam-Süd, Babelsberg sowie Drewitz, Stern und Kirchsteigfeld mit weiteren Unterteilungen. Nach 1990 erfolgten weitere Eingemeindungen, vergleiche den entsprechenden Abschnitt über den geschichtlichen #Gemeindeverband – Ein- und Ausgliederungen. Die seitdem eingegliederten Gemeinden Eiche, Fahrland, Golm, Groß Glienicke, Grube, Marquardt, Neu Fahrland, Satzkorn und Uetz-Paaren wurden 2003 zu Ortsteilen mit eigenen, von der Bevölkerung gewählten Ortsbeirat und gemäß Hauptsatzung einem Ortsbürgermeister. Die neuen Ortsteile liegen im Wesentlichen im Norden der Stadt. Zu Potsdam gehören Liste der Orte in Potsdam. Potsdam view from Nikolaikirche 05-15 img08.jpg|Blick auf die westliche Innenstadt Weberhaus Potsdam Babelsberg.jpg|Weberviertel in Babelsberg Brandenburger Straße.jpg|Brandenburger Straße, Fußgängerzone in der Innenstadt Wohnhaus Kirchsteigfeld3.JPG|Postmoderne Architektur Wohnbebauung am Drewitz (Potsdam)#Kirchsteigfeld in Drewitz

Klima

In Potsdam herrscht ein Gemäßigte Zone, das sowohl von Norden und Westen her vom atlantischen Klima als auch vom kontinentalen Klima aus Osten beeinflusst wird. Wetterextreme wie Stürme, starker Hagel oder starke Schneefälle sind selten. Der Temperaturverlauf entspricht ungefähr dem bundesdeutschen Durchschnitt. Die jahreszeitlichen Temperaturschwankungen sind geringer als im üblichen kontinentalen Klima, aber höher als im ausgeglicheneren Meeresklima der Küstenregionen. Die Niederschlagsmenge ist mit einer Jahressumme von 590 Millimetern relativ gering. So liegt diese zum Beispiel in Barcelona ebenfalls bei 590 Millimetern, in München hingegen bei etwa 1000 Millimetern. Die Klimaforschung ist seit etwa 1874 auf dem Telegrafenberg in Potsdam ansässig. Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung prognostiziert im Rahmen der Globale Erwärmung eine Zunahme der durchschnittlichen Temperaturen und eine weitere Abnahme des Niederschlages für die nächsten Jahrzehnte in der Region Brandenburg.

Geschichte

Gründung im Mittelalter

Das Stadtgebiet war wahrscheinlich seit der Frühe Bronzezeit besiedelt. Nach den Völkerwanderungen errichtete im 7. Jahrhundert der slawische Stamm der Heveller gegenüber der Einmündung der Nuthe eine Burganlage an der Havel. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte in einer Schenkungsurkunde des Kaisers Otto III. (HRR) des Heiliges Römisches Reich an das Stift Quedlinburg als Poztupimi am 3. Juli 993. Die Bedeutung der Region beruhte auf der Beherrschung des Havelübergangs. Der Name leitet sich möglicherweise von den Slawen Wörtern ‚pod‘ (bei) und ‚dubimi‘ (Eiche) ab, welche mit unter den Eichen übersetzt werden können. Bis heute heißt die Stadt auf Sorbische Sprache ‚‘, was „Vorstufe“ oder „Vorposten“ bedeutet. Diese Wortbedeutung gilt nach heutigem Kenntnisstand auch als die gesicherte Etymologie des Stadtnamens. Im Jahr 1157 eroberte Albrecht I. (Brandenburg) die Stadt und gründete die Mark Brandenburg. Durch Albrecht kamen Teile der ehemaligen Nordmark als Mark Brandenburg auch faktisch zum Heiligen Römischen Reich. Potsdam war der südöstliche Eckpfeiler der Mark bis zum Ende des 12. Jahrhunderts. Am Havelübergang wurde eine deutsche steinerne Turmburg erbaut. Im Jahr 1317 wurde die Stadt erstmals als Burg und vor allem Stadt urkundlich unter dem Namen Postamp erwähnt. 1345 erhielt Potsdam das Stadtrecht und blieb die nächsten Jahrhunderte eine kleine Marktstadt. Von 1416 an bis zum Ende des Erster Weltkrieg und dem damit verbundenen Untergang der Monarchie in Deutschland verblieb Potsdam im Besitz der Hohenzollern. Der verheerende Dreißigjähriger Krieg und zwei Großbrände verwüsteten die Stadt.

Residenzstadt und starker Aufschwung

Mit dem kurmärkischen Landtag 1653, auf dem der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm (Brandenburg) die Macht des Landadels einschränkte, begann die Absolutismus Zeit in Brandenburg. Seine Regierungszeit war eine der einflussreichsten in der Geschichte Potsdams. Er kaufte die einzelnen verpfändeten Stadtgebiete zusammen und entschloss sich, die Stadt zu seiner zweiten Residenz neben Berlin auszubauen. Mit dem Ausbau des Potsdamer Stadtschloss und der Verschönerung der Umgebung entstand ab 1660 ein Entwicklungsschub. Erst mit Hilfe des Edikt von Potsdam im Jahr 1685 konnten aufgrund steigender Immigration die Landstriche neu bevölkert werden. Vor allem die verfolgten, protestantischen Hugenotten aus Frankreich flohen in den Schutz der brandenburgischen Gebiete. Etwa 20.000 Menschen folgten dem Angebot und verhalfen der Wirtschaft mit ihrem Fachwissen zum Aufschwung. Unter dem Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. (Preußen) wurde die Stadt ein wichtiger Garnisonsstandort. Dies führte zu einem starken Anwachsen der Einwohnerzahl und erforderte den Bau neuer Wohnquartiere als erste und zweite Stadterweiterung. Weiterhin ordnete er auch den Bau der Garnisonkirche (Potsdam), der Kirche St. Nikolai (Potsdam) und der Heilig-Geist-Kirche (Potsdam) an, die fortan das Stadtbild prägten. Im neugeschaffenen Großes Militärwaisenhaus in der Breiten Str. wurden Kinder Militärangehöriger verpflegt, unterrichtet und später ausgebildet. Sein Sohn Friedrich II. (Preußen) schätzte die Gedanken der Aufklärung und reformierte den preußischen Staat. Er entschied sich endgültig, Potsdam auch vom Stadtbild her zur Residenzstadt zu machen und veranlasste daraufhin massive Umbauten am Aussehen von Straßen und Plätzen. So wurden unter anderem der Alter Markt (Potsdam) komplett neu gestaltet und die Bürgerhäuser erhielten neue Barockfassaden. Friedrich II. ließ auch den späteren Park Sanssouci umgestalten. Ab 1745 entstand hier sein Sommersitz, das Schloss Sanssouci. Später folgte dann noch das Neues Palais. Das Potsdamer Stadtschloss und der Lustgarten in der Stadtmitte wurden zu seinem Wintersitz gestaltet, besonders hervorzuheben war hier die Leistung des Architekten Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff. Im Oktober 1806 erreichte Napoleon Bonaparte mit seinen Truppen die Stadt Potsdam. Die nachhaltige Wirkung der Besatzungszeit führte zu Reformen im Staatswesen. Napoleon besuchte das Grab Friedrichs des Großen in der Gruft der Garnisonkirche (Potsdam). Nach dem Ende der napoleonischen Besatzung entwickelte Friedrich Wilhelm III. (Preußen) die Stadt ab 1815 zu einem Verwaltungszentrum. Es siedelten sich zahlreiche Regierungsbeamte in Potsdam an. 1838 ging mit der Strecke Potsdam-Berlin die erste Eisenbahnlinie Preußens in Betrieb. Die zunehmenden Spannungen des Vormärzes entluden sich in der Deutsche Revolution 1848/1849 von 1848. Das Volk kämpfte auf den Barrikaden in Berlin für eine liberale Verfassung. Im März siedelte der König Friedrich Wilhelm IV. in die vermeintlich ruhigere Nachbarstadt Potsdam um. Als sich meuternde Soldaten vor dem Neues Palais versammelten und versuchten, gefangene Kameraden zu befreien, wurde der Aufstand schnell von preußischen Elitetruppen niedergeschlagen. Nach den Wirren der unvollendeten Revolution war die Restauration der alten Machtverhältnisse das vorherrschende Ziel. Es wurden zahlreiche ambitionierte Bauprojekte vorangetrieben, so auch die St. Nikolai (Potsdam) und die katholische Kirche Peter-und-Paul-Kirche (Potsdam). Seit 1911 hatte Potsdam einen Luftschiffhafen an der Pirschheide, im selben Jahr wurde das Filmstudio Babelsberg gegründet. Im Jahr 1914 unterzeichnete der letzte preußische König und deutsche Kaiser Wilhelm II. (Deutsches Reich) im Neues Palais die Kriegserklärung gegen die Triple Entente-Mächte. Nach dem Ende des Erster Weltkrieg endete auch die Ära der Monarchie mit der Novemberrevolution und Wilhelm II. floh 1918 in die Niederlande. Die Stadt Potsdam verlor damit ihren Status als Residenzstadt endgültig.

Weimarer Republik und Nationalsozialismus

Der verlorene Erster Weltkrieg verschärfte das Elend in Deutschland. Das umfangreiche Eigentum der Hohenzollern#Das Haus Hohenzollern seit dem Ende der Monarchie ging zum größten Teil in Staatseigentum über. Die Zeit während und nach dem Ersten Weltkrieg war gekennzeichnet durch zahlreiche Auseinandersetzungen zwischen den politischen und paramilitärischen Kräften im Staat. Zu Beginn der Zeit des Nationalsozialismus fand am 21. März 1933 der Tag von Potsdam statt. Bei dem inszenierten Staatsakt reichte der greise Reichspräsident Paul von Hindenburg dem neuen Reichskanzler Adolf Hitler die Hand. Dies sollte als symbolische Geste für ein Bündnis der alten Ordnung mit dem Nationalsozialismus verstanden werden. Die konstituierende Sitzung des Reichstags fand ohne die Sozialdemokraten und Kommunisten in der Potsdamer Garnisonkirche (Potsdam) statt, da das Berliner Reichstagsgebäude aufgrund des Reichstagsbrand nicht zur Verfügung stand. Das Ereignis wurde landesweit im Rundfunk übertragen. Das Stadtzentrum Potsdams wurde in der letzten Phase des Zweiter Weltkrieg, am 14. April 1945, durch einen alliierten Bombenangriff beschädigt (Luftangriff auf Potsdam). Besonders betroffen war das Gebiet zwischen der Havel, dem Alter Markt (Potsdam) und dem Bassinplatz. Das Potsdamer Stadtschloss, der Lange Stall und die Garnisonkirche (Potsdam) brannten vollkommen nieder. Ähnlich beschädigt wurden auch weite Teile der nordöstlichen Vorstadt in der Nähe der Glienicker Brücke. Weitgehend erhalten blieben jedoch das Gebiet um den Neuer Markt (Potsdam), das Holländisches Viertel und die nördlichen Teile der Altstadt. In den Kämpfen der letzten Kriegstage wurden weitere Gebäude beschädigt, so die Heilige-Geist-Kirche und das Alte Rathaus. Am 27. April 1945 wurde Potsdam durch die Rote Armee eingenommen. Potsdam war neben Oranienburg Abwurfziel besonders vieler Bomben in Deutschland., Märkische Allgemeine, 14. April 2015, aktualisiert 15. April 2015, abgerufen 21. November 2015. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes Brandenburg rechnet mit bis zu 120 Bomben im Schlosspark Babelsberg, davon ein Viertel noch scharf. Am 13. November 2015 wurde nach Evakuierung von mehr als 3000 Potsdamern eine Bombe im Strandbad entschärft., Märkische Allgemeine, 11. November 2015, abgerufen 21. November 2015.

Besatzungszeit und deutsche Teilung

Im Cecilienhof, dem Wohnsitz des letzten deutschen Kronprinzen Wilhelm von Preußen (1882–1951), fand vom 17. Juli bis zum 2. August 1945 die Potsdamer Konferenz der Siegermächte Vereinigte Staaten, Vereinigtes Königreich und Sowjetunion statt. Die Konferenz endete mit dem Potsdamer Abkommen, welches die deutsche Teilung und Besetzung in vier Zonen besiegelte. In der Deutsche Demokratische Republik war Potsdam von 1952 bis 1990 Verwaltungssitz des neugegründeten Bezirk Potsdam. Die sozialistische Regierung hatte ein gespaltenes Verhältnis zum Erbe Preußens. Einerseits wurden die kulturellen und künstlerischen Leistungen anerkannt, andererseits sollten zahlreiche Bauwerke ein Ausdruck des Militarismus sein. 1951 wurde die Pädagogische Hochschule Karl Liebknecht gegründet, aus der später die Universität Potsdam hervorging. Aufgrund des Wohnungsmangels entstanden vor allem im Süden der Stadt neue Stadtviertel wie der Schlaatz, die Waldstadt II und Drewitz. 1949 wurde Ost-Berlin zur Hauptstadt der DDR erklärt. Mit dem Mauerbau verlor Potsdam 1961 seinen direkten Anschluss zum Nachbarn West-Berlin. Damit wurde die Berliner Mauer auch in Potsdam zur Grenze zwischen Ost und West. Bemerkenswert ist die kleine westliche Exklave Steinstücken, die isoliert in Babelsberg verblieb. Der Übergang an der Glienicker Brücke wurde während des Kalten Krieges zum Austausch von Spionen genutzt.

Nach der deutschen Wiedervereinigung

Mit der Wiedergründung des Landes Brandenburg nach der Deutsche Wiedervereinigung im Jahr 1990 wurde Potsdam dessen Landeshauptstadt. Seither existieren verschiedene Initiativen zur Rekonstruktion mehrerer zerstörter Bauwerke in der Innenstadt, so beispielsweise der Garnisonkirche (Potsdam). Im Jahre 1990 wurden weite Teile der Potsdamer Kulturlandschaft zum UNESCO-Welterbe ernannt. 1993 konnte die Stadt dann ihr tausendjähriges Bestehen feiern und war im Jahre 2001 unter dem Motto „Gartenkunst zwischen gestern und morgen“ Gastgeber der Bundesgartenschau. Zu diesem Anlass wurde in der Yorckstraße das erste, etwa 300 m lange Teilstück des in den 1960er Jahren zugeschütteten Stadtkanal (Potsdam) wieder freigelegt. 2004 erhielt die Stadt die Goldmedaille beim Bundeswettbewerb Unsere Stadt blüht auf und war einige Jahre darauf, neben 16 weiteren Städten, Kandidat zur „Kulturhauptstadt Europas 2010“.

Militärgeschichte

Potsdam hatte stets eine ausgeprägte, aber wechselhafte militärische Vergangenheit. Die militärischen Befehlshaber waren zahlreich: von der Preußische Armee über die Deutsches Heer (Deutsches Kaiserreich), Reichswehr, Wehrmacht, Rote Armee bis zur Nationale Volksarmee und nun zur Bundeswehr. Als Residenz der preußischen Könige wurde die Stadt schnell zur Garnisonsstadt ausgebaut. Militärische Anlagen dominierten lange Zeit das Stadtbild und die Struktur der Bevölkerung, so dass der liberale Freidenker Alexander von Humboldt die Stadt 1854 als „öde Kasernenstadt“ bezeichnete. Bekannt wurden die Lange Kerls, die preußischen Gardesoldaten mit überdurchschnittlicher Körpergröße. 1945 übernahmen die Rote Armee und später die Nationale Volksarmee die Mehrzahl der Kasernen. Bis 1991 war Potsdam zudem Standort der 34. Artilleriedivision der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland. Nach der Wiedervereinigung war eine Armee in der bisherigen Größe nicht mehr erforderlich. Die zahlreichen, zum großen Teil historisch und architektonisch bedeutenden, Kasernen und Militäranlagen werden seitdem einer neuen Nutzung zugeführt. Beispielsweise entstand der Volkspark Potsdam im Rahmen der Bundesgartenschau 2001 auf einem ehemals militärisch genutzten Gelände in Potsdam-Bornstedt, die Garde-Ulanen Kaserne 1 am Luisenplatz wurde zum Sitz der Sparkasse, in der Garde-Ulanen Kaserne 3 befindet sich eine Schule und die Rote Kaserne (Potsdam) wird zur Wohn- und Gewerbenutzung umgebaut. Seit Juli 2001 befindet sich das Einsatzführungskommando der Bundeswehr im Wildpark Potsdam, gehört jedoch dem Ortsteil Geltow / Gemeindeteil Wildpark-West der Schwielowsee (Gemeinde) an. Es ist das Führungskommando für alle Auslandseinsätze der Bundeswehr, auch in Kombination mit anderen Nationen. Von hier werden die Einsätze der International Security Assistance Force, EUFOR, KFOR, Operation Enduring Freedom Marine, United Nations Interim Force in Lebanon und die deutsche Beteiligung an Missionen der Vereinte Nationen auf operativer Ebene geführt.

Ein- und Ausgliederungen

Das Stadtgebiet Potsdams war bis Ende des 19. Jahrhunderts noch relativ klein. Zur Stadt Potsdam zählten außer der Innenstadt nur die Teltower, Brandenburger, Berliner, Jäger- und Nauener Vorstadt. Durch das Anwachsen der Bevölkerung und Bebauung musste das Stadtgebiet mehrmals erweitert werden. Dies geschah in mehreren Abschnitten mit der Eingliederung von benachbarten Rittergütern beziehungsweise Teilen davon. Damit wuchs das Stadtgebiet von 893 Hektar im Jahre 1836 auf 1350 ha im Jahre 1905. 1928 wurde der Park von Sanssouci mit den Schlössern sowie ein großer Teil der Insel Tornow (später Hermannswerder) sowie sechs Gutsbezirke mit Brauhaus- und Telegrafenberg in das Stadtgebiet eingegliedert. Danach betrug die Stadtfläche 3.206 Hektar. 1935 wurden Bornim, Bornstedt (Potsdam), Eiche (Potsdam) und Nedlitz (Potsdam) eingemeindet, 1939 folgten die Industriestadt Babelsberg und weitere Dörfer. 1952 wurden die meisten dieser Gemeinden im Rahmen der Gebietsreform der Deutsche Demokratische Republik wieder selbständig.Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 1. Januar 1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt Im Oktober 2003 erreichte das Stadtgebiet nach zwei neuen Eingemeindungsprozessen im Rahmen der landesweiten Kreisgebietsreform seine heutige Ausdehnung. Dabei wurde die Fläche Potsdams allein durch die Eingemeindungen von 2003 um 60 % vergrößert, die Einwohnerzahl jedoch nur um 12 %. Übersicht Hinweis: Die nicht mehr zu Potsdam gehörenden Orte werden kursiv dargestellt.

Bevölkerungsentwicklung und Demografie

Die Stadt Potsdam blieb seit der Ersterwähnung 993 bis in die frühe Neuzeit eine kleine Stadt mit geringer und relativ konstanter Einwohnerzahl. Aufgrund der Verwüstungen und der Hungersnöte des Dreißigjährigen Krieges fiel die Einwohnerzahl auf einen Tiefpunkt von 700 im Jahr 1660. Nach der Entwicklung als brandenburgische Residenzstadt stieg die Einwohnerzahl deutlich an. Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert verdreifachte sich die Bevölkerung bis 1900 auf 60.000. Am 1. April 1939 wurde Potsdam durch die Eingemeindung der ca. 30.000 Einwohner zählenden Stadt Babelsberg und anderer Orte zur Großstadt. Während des Zweiten Weltkrieges sank die Einwohnerzahl, in den folgenden Jahren stieg sie jedoch wieder an. Seit der Deutsche Wiedervereinigung fiel die Bevölkerungszahl zunächst bis 1999 um 13.000 Personen auf 129.000. Seit 2000 wächst die Zahl der Einwohner der Stadt wieder beständig durch Zuzug und auf Grund zahlreicher Eingemeindungen, seit 2003 zählt die Stadt durchschnittlich 1500 neue Einwohner pro Jahr. Mit einer relativ hohen Geburtenrate und einer niedrigen Sterberate hatte Potsdam im Jahr 2004 das höchste natürliche Bevölkerungswachstum aller Landeshauptstädte. Am 13. Februar 2008 begrüßte der Potsdamer Oberbürgermeister den 150.000sten Einwohner. Der Potsdamer Statistische Informationsdienst prognostizierte im Jahr 2012 in zwei Szenarios 178.000 bzw. 187.000 Einwohner für das Jahr 2030.Bevölkerungsprognose von 2012 Heute sind neben den Einwohnern mit Hauptwohnsitz zusätzlich rund 7000 Menschen mit Nebenwohnsitz gemeldet. Mit durchschnittlich 41,2 Jahren hat Potsdam nach Mainz mit 41,0 Jahren und Kiel mit 41,1 Jahren die drittjüngste Bevölkerung unter den deutschen Landeshauptstädten. Der Anteil der ausländischen Bevölkerung in Potsdam stagniert seit Jahren um 4,6 Prozent. Am 31. Dezember 2013 lebten in der Stadt 7.778 Ausländer (Ausländeranteil: 4,8 Prozent).. Landeshauptstadt Potsdam. Abgerufen am 17. November 2014. Insbesondere Personen aus Osteuropa und Ostmitteleuropa befinden sich unter den Ausländern..

Religionsgemeinschaften

Statistik

Ende 2014 waren 14,0 Prozent der Einwohner Potsdams Evangelische Kirche und 4,9 Prozent katholisch, während 81,1 Prozent konfessionslos waren. (PDF), abgerufen am 12. Dezember 2015

Christentum

Die Geschichte des Christentums in der Stadt Potsdam ist geprägt von einem Nebeneinander der Glaubensgemeinschaften. Die Stadt Potsdam gehörte anfangs zur christlichen Propstei Spandau des 949 gegründeten Bistum Brandenburg. Im Jahr 1541 führte der Kurfürst von Brandenburg die Reformation ein, die Stadt war damit über Jahrhunderte eine überwiegend protestantisch geprägte Stadt. Vorherrschend war das Evangelisch-lutherische Kirchen Bekenntnis, jedoch gehörten Herrscher und Hofstaat seit 1613 der Reformierte Kirchen an. Ab 1723 gab es eine Französisch-Reformierte Gemeinde, die 1753 die Französische Kirche (Potsdam) erhielt. 1817 wurden die beiden evangelischen Konfessionen innerhalb Preußens zur Evangelische Kirche in Preußen vereinigt (Unierte Kirchen (evangelisch)). Den Anfang machten die lutherische Gemeinde und die reformierte Gemeinde an Potsdams Garnisonkirche. Das Oberhaupt (summus episcopus) war der König von Preußen als Landesherrliches Kirchenregiment. Nach weiteren Namensänderungen 1846 und 1875 nannte sich die Landeskirche ab 1922 Kirche der Altpreußischen Union, deren märkische Kirchenprovinz#Evangelische Kirche sich 1947 als Evangelische Kirche in Berlin-Brandenburg verselbständigte. 2004 fusionierte diese Kirche mit der Evangelische Kirche der schlesischen Oberlausitz, die ebenfalls aus einer altpreußischen Kirchenprovinz hervorgegangen war, zur Evangelische Kirche in Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Die evangelischen Kirchengemeinden Potsdams gehören heute zum Kirchenkreis Potsdam, dessen Sitz (Superintendentur) sich ebenfalls in Potsdam befindet. Seit dem 1. Januar 2010 gibt es den – aus dem bisherigen Sprengel Neuruppin umbenannten – Sprengel (evangelisch) Potsdam, der das nordwestliche Gebiet der Landeskirche umfasst und seinen Sitz – wie auch schon der Sprengel Neuruppin – in der Landeshauptstadt hat. An der Spitze steht seit 2010 Generalsuperintendentin Heilgard Asmus. Als Reaktion auf die Vereinigung der lutherischen und reformierten Kirchen zur Unierte Kirchen (evangelisch) setzte sich in der Evangelisch-lutherische (altlutherische) Kirche die ursprüngliche lutherische Kirche in Preußen fort, welche sich jedoch erst 1841 nach langer Verfolgungszeit seitens der unierten evangelischen Landeskirche und des preußischen Staates konstituieren konnte. Diese Kirchengemeinde gehört heute zum Kirchenbezirk Berlin-Brandenburg der Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche. Neben den landeskirchlichen Gemeinden gibt es mehrere Freikirchen, wie die Herrnhuter Brüdergemeine. Da Potsdam Garnisonsstadt war, gab es zahlreiche Römisch-katholische Kirche Soldaten. 1868 entstand die katholische Kirche Peter-und-Paul-Kirche (Potsdam). 1821 wurde die Fürstbischöfliche Delegatur Berlin-Brandenburg-Pommern errichtet. 1930 wurde das Bistum Berlin als Suffragandiözese von Breslau errichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gebiet der Kirchenprovinz Breslau getrennt und damit exemt, es unterstand direkt dem Papst. Im Zuge der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten wurde 1994 das Bistum Berlin zum Erzbistum Berlin erhoben, zu dem heute die beiden Pfarrgemeinden Potsdams gehören. Die Russisch-Orthodoxe Kirche Alexander-Newski-Gedächtniskirche (Potsdam)#Geschichte entstand in Potsdam nach 1716 durch Schenkungen Russischer Riesen von Peter I. (Russland) an Friedrich Wilhelm I. für dessen Lieblingsregiment der Altpreußisches Infanterieregiment No. 6 (1806). Der König ließ 1734 den nördlichen Kopfbau des Langer Stall als turmlose Garnisonkirche für die inzwischen 300 Gemeindemitglieder einweihen. Sie existierte, immer weiter zusammenschmelzend, bis 1809. Das nicht mehr benutze Kirchengebäude hatte Friedrich II. 1755 in ein „Comödienhaus“ umbauen lassen.Hierzu Andreas Kitschke: Die Potsdamer Garnisonkirche. „Nec Soli Cedit“, Potsdamer Verlagsbuchhandlung, Potsdam 1991, ISBN 3-910196-00-4, mit Abbildung, S. 16 Mit der Errichtung der Alexandrowka (Potsdam) in Potsdam kam es zur Neugründung einer russisch-orthodoxen Gemeinde um die Alexander-Newski-Gedächtniskirche (Potsdam). Sie gehört zur Berliner Diözese der Russischen Orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats und umfasst heute etwa 1000 Gläubige.Selbstdarstellung der Gemeinde im Internet: Der Anteil der Christen verringerte sich während der Zeit der DDR erheblich (siehe dazu Christen und Kirchen in der DDR). Aktuell leben in Potsdam mehr als 30.000 Christen verschiedener Konfessionen, dies entspricht 20 Prozent der Bevölkerung. Davon gehören etwa 25.000 den 22 evangelischen und rund 5.000 den beiden katholischen Gemeinden der Stadt an. Die verschiedenen freien Kirchengemeinschaften zählen zusammen ebenfalls mehrere Tausend Gläubige.. Landeshauptstadt Potsdam. Abgerufen am 17. November 2014.

Judentum

In Potsdam gibt es zwei Judentum Gemeinden. Eine wird vom Zentralrat der Juden in Deutschland vertreten und hat in den 2010er Jahren etwa 400 Mitglieder. Die zweite Gemeinde ist vom Zentralrat unabhängig und nennt sich Gemeinde gesetzestreuer Juden. Zudem ist Potsdam Sitz des Liberales Judentum Abraham-Geiger-Kollegs, des bislang einzigen Rabbinerseminars im Deutschland der Nachkriegszeit. Die Alte Synagoge (Potsdam) in Potsdam wurde während der Ausschreitungen der Novemberpogrome 1938 1938 geplündert. Endgültig zerstört wurde das Gebäude aufgrund der Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg. Seitdem gibt es keine Synagoge in Potsdam, ein Neubau wird diskutiert (Stand 2007). Im Rahmen der Neugestaltung der Potsdamer Mitte gilt als voraussichtlicher Errichtungsstandort die Schloßstraße Nummer 1, an dessen Stelle sich bis zum Frühjahr 2011 noch ein Bürohaus befand.

Weitere

Aktuelle Zahlen der in Potsdam lebenden Islam, Buddhismus oder der Angehörigen weiterer Glaubensbekanntnisse liegen nicht vor. Eine muslimische Gemeinde existiert seit 1998. Historisch war Preußen sehr tolerant in religiösen Angelegenheiten. Der preußische König Friedrich der Große erklärte 1740: „alle Religionen Seindt gleich und guht, wan nuhr die leute, so sie profesieren , Erliche leute seindt, und wen Türken und Heiden Kähmen und Wolten das Landt Pöplieren , so wollen wier sie Mosqueen und Kirchen bauen.“In Faksimile wiedergegeben bei Herman von Petersdorff: Friedrich der Große. Ein Bild seines Lebens und seiner Zeit,, Gebrüder Paetel, Berlin 1911³, Abb. 44, S. 81 Zwar baute Friedrich später keine Moscheen, jedoch hatte sein Vater Friedrich Wilhelm I. (Preußen) schon im Jahr 1739 ein Zimmer des Großes Militärwaisenhaus als Gebetssaal für 22 muslimische „Lange Kerle“ und damit die erste Moschee auf deutschem Boden einrichten lassen. Die Soldaten, über deren weiteres Schicksal nichts bekannt ist, waren türkische Kriegsgefangene des Ernst Johann von Biron, die er Friedrich Wilhelm zum Geschenk gemacht hatte.Hierzu Andreas Kitschke: Die Potsdamer Garnisonkirche. „Nec Soli Cedit“, Potsdamer Verlagsbuchhandlung, Potsdam 1991, ISBN 3-910196-00-4, S. 14f., mit Nachweisen

Politik

Die Stadt Potsdam tritt offiziell unter der Bezeichnung „Landeshauptstadt Potsdam“ auf.

Stadtverordnete

Verwaltungsgeschichte

An der Spitze der Stadt stand seit 1345 ein Consul beziehungsweise ab 1450 ein Bürgermeister. Ein Stadtrat ist ab 1465 nachweisbar. Im 16. Jahrhundert und im 17. Jahrhundert hatte der Rat vier bis fünf Mitglieder, darunter auch den Bürgermeister. Später hatte der jeweilige Landesherr einen starken Einfluss auf die Stadtverwaltung. Ab 1722 gab es für die Altstadt und die Neustadt einen Magistrat (Deutschland), an der Spitze stand ein Stadtdirektor. 1809 wurde Potsdam eine kreisfreie Stadt mit einem Oberbürgermeister an der Spitze sowie mit einer Stadtverordnetenversammlung als gewähltem Gremium. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde diese aufgelöst und der Oberbürgermeister von der Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei eingesetzt. Nach dem Ende des Zweiter Weltkrieg bildete die Sowjetische Besatzungszone den Rat der Stadt mit einem Oberbürgermeister neu. Der Rat wurde durch eine Einheitsliste der Nationale Front (DDR) in unfreien Wahlen bestimmt.

Stadtverwaltung

Die Potsdamer Stadtverwaltung hat ihren Sitz im Stadthaus (Potsdam) in der Friedrich-Ebert-Straße (Potsdam). Der Oberbürgermeister und die Stadtverordnetenversammlung werden alle fünf Jahre bei den Ergebnisse der Kommunalwahlen in Potsdam gewählt. Oberbürgermeister von Potsdam ist Jann Jakobs.

Wappen

Das Wappen der Stadt Potsdam wurde am 27. April 1994 genehmigt. Die heutige Wappendarstellung geht auf einen Entwurf des Direktors der Fachhochschule für Werbung und Gestaltung Berlin mit Außenstelle in Potsdam, Werner Nerlich, von 1957 zurück. Die älteste erhaltene Abbildung des Adlers als Potsdamer Wappentier stammt von 1450 auf einem Siegel der Stadt. Seit 1660 darf Potsdam als Residenzstadt den roten märkischen Adler, vorher auf silbernem Grund dargestellt, auf goldenem Grund zeigen. Ab 1753 ist die heutige Farbgebung bekannt. Das Symbol des Märkischen Adlers ist weit verbreitet. Er ist Bestandteil vieler Gemeinde- und Städtewappen auf dem Gebiet der ehemaligen Mark Brandenburg. Ein Beispiel für eine Verdrängung durch ein anderes Wappentier zeigen die Wappen Berlins von 1280 bis 1935.

Flagge

Die Flagge der Stadt Potsdam ist „zweistreifig Rot-Gelb mit dem in der Mitte aufgelegten Wappen“.

Städtepartnerschaften

Potsdam ist aus seiner Vergangenheit heraus eine international geprägte Stadt, dies zeigt sich auch in der Vielfalt der Städtepartnerschaften. Es lassen sich stets Gemeinsamkeiten in der Historie, Architektur oder Bedeutung zu den Partnerstädten entdecken. Bemerkenswert bereits zur damaligen Zeit war die Partnerschaft zur bundesdeutschen Regierungsstadt Bonn seit 1988, noch während der Zeit der deutschen Teilung. Potsdam strebt seit 2013 Beziehungen mit der französischen Stadt Versailles an. Potsdam unterhält Partnerschaften mit den folgenden sieben Städten: Neue Städtepartnerschaften mit Versailles (Frankreich) und Sansibar-Stadt (Tansania) sind seit 2013 bzw. 2014 in Vorbereitung.

Kommunale Themen

Die Gestaltung des Stadtbildes, insbesondere der Wiederaufbau der historischen Mitte wird seit 1990 vielschichtig diskutiert. Kontroversen gibt es dabei besonders um den Wiederaufbau der Garnisonkirche (Potsdam), die zukünftige Nutzung des Lustgarten (Potsdam) und seit 2014 auch um eine als Louvre bezeichnete Planung einer unterirdischen Ladenpassage entlang eines Teils des Stadtkanal (Potsdam). Nachdem an verschiedenen Messpunkten in der Stadt die zulässigen Grenzwerte für Feinstaub mehrfach überschritten wurden, wurde über mehrere Jahre diskutiert, das gesamte Potsdamer Stadtgebiet zu einer Verordnung zum Erlass und zur Änderung von Vorschriften über die Kennzeichnung emissionsarmer Kraftfahrzeuge#Umweltzone zu erklären, das Fahrverbote für ältere Kraftfahrzeuge bedeuten würde. Da dies nach Ansicht der Stadtverwaltung wegen des damit verbundenen Umleitungsverkehrs zu insgesamt höheren Gesamtemissionen führen würde, wurde die Generaldirektion Umwelt um Aufschub bis 2015 gebeten. Stattdessen sollen verkehrslenkende Maßnahmen zu einer Reduzierung der Emissionen führen. So sollen mit der am 17. April 2012 eingeführten Umweltorientierten Verkehrssteuerung Grenzwertüberschreitungen bei Stickstoffdioxid und Feinstaub vermieden werden.

Land Brandenburg

Potsdam ist als Hauptstadt Sitz des Landtag Brandenburg, der Landesregierung und des Ministerpräsidenten, die in der Brandenburgische Staatskanzlei ihren Sitz haben, und der Ministerien. Der Landtag Brandenburg hatte seinen Sitz seit der Wiederbegründung des Landes 1990 im Gebäude der ehemaligen Reichskriegsschule auf dem Brauhausberg. Das Erscheinungsbild und die vormalige Nutzung des Gebäudes als Sitz der Sozialistische Einheitspartei Deutschlands-Bezirksleitung brachten ihm zu DDR-Zeiten den Beinamen Kreml ein. Da das Gebäude den Ansprüchen an ein modernes Parlament nicht mehr genügt, beschloss der Landtag einen Neubau auf dem Gelände des ehemaligen Potsdamer Stadtschloss am Alter Markt (Potsdam). Nachdem der Moderator Günther Jauch 2002 mit dem Neubau des Fortunaportals ein erstes Zeichen gesetzt hatte, beschloss die Stadtverordnetenversammlung 2005 nach Bürgerbefragung und kontroverser Debatte den Wiederaufbau. Seit 2010 wurde das Stadtschloss weitgehend mit der originalgetreuen Fassade von Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff, die der Milliardär und SAP-Gründer Hasso Plattner gespendet hat, wieder aufgebaut. Am 21. Januar 2014 wurde der Landtag mit dem vom Architekten Peter Kulka im Inneren modern entworfenen Neubau offiziell eröffnet. Die Brandenburgische Staatskanzlei befindet sich in der Heinrich-Mann-Allee 107. Das Verfassungsgericht des Landes Brandenburg befindet sich in der Jägerallee 9–12.

Wirtschaft, Wissenschaft und Infrastruktur

Die Potsdamer Wirtschaft konnte sich seit der Wiedervereinigung vergleichsweise gut entwickeln. Die Arbeitslosenquote liegt niedriger als im Durchschnitt der neuen Bundesländer bei rund sieben Prozent, die durchschnittlich verfügbaren Einkommen gehören zu den höchsten unter den Großstädten der neuen Bundesländer und die Gewerbesteuerrealeinnahmen steigen beständig. Der kommunale Schuldenstand gehört zu den geringsten in ganz Deutschland. Diese günstige Entwicklung kann auf mehrere Faktoren zurückgeführt werden. Vor allem war die Wirtschaft der DDR in Potsdam eher an Verwaltung, Dienstleistung und Entwicklung orientiert und weniger an Produktion. Damit wurde der abrupte Strukturwandel bzw. -bruch nach der Wiedervereinigung wesentlich erleichtert im Vergleich zu anderen Städten mit hohen Industrieanteilen. Der historische Standort als Forschungszentrum erleichtert zusätzlich die Anpassung an die Erfordernisse einer modernen Marktwirtschaft mit höheren Ausbildungsniveaus. Der Wirtschaftsstandort ist einer von 15 Regionaler Wachstumskern im Land Brandenburg. Dadurch werden ausgewählte zukunftsorientierte Branchen gefördert. Zudem ist die geografische Lage im „Speckgürtel“ von Berlin attraktiv, der Anschluss an Infrastruktur wie Autobahn und Flughafen ist entsprechend gut ausgebaut.

Industrie und Gewerbe

Forschungsnahe Unternehmen haben sich aufgrund der Vielzahl der Forschungsinstitute in und um Potsdam angesiedelt. Die Region Potsdam ist laut der Untersuchungen der Boston Consulting Group, A.T. Kearney und BioCom der führende Biotech-Standort in Deutschland. Sie kann auf eine dynamische Entwicklung verweisen und zählt mit insgesamt 160 Unternehmen und 3.200 direkt Beschäftigten zu den bedeutendsten Biotechnologiestandorten in Europa. Insgesamt beschäftigt die Biotechnologiebranche mit ihren verbundenen Organisationen rund 12.000 Menschen in der Region. Zu den größeren privaten Einzelinvestoren der letzten Jahre zählt unter anderem die Firma Oracle, die im Jahr 2001 eine Zweigniederlassung in Potsdam eröffnete. Direkt daneben entstand eine von weltweit drei Volkswagen AG-Designzentralen. Das Konsortium Toll Collect hat einen Standort in Potsdam. Die Firma Katjes errichtete 2006 am Produktionsstandort Babelsberg eine „gläserne Bonbonfabrik“. Größter privater Investor ist Hasso Plattner, der mit über 200 Mio. Euro ein High-Tech-Zentrum in Form des Hasso-Plattner-Institut finanzierte.

Wissenschaft und Forschung

Potsdam ist eine Universitätsstadt mit drei öffentlichen Hochschulen. Insgesamt sind etwa 24.000 Studierende in den Hochschulen eingetragen – dies entspricht rund 15 Prozent der Einwohner der Stadt Potsdam. Fast ein Drittel der Einwohner hat einen Hochschulabschluss oder Fachschule (Deutschland), der Anteil der Universitätsabsolventen beträgt 17 Prozent und übersteigt damit deutlich den Bundesdurchschnitt von 9 Prozent. Die Universität Potsdam wurde 1991 als Universität des Landes Brandenburg gegründet. Vorgängereinrichtung war die 1948 gegründete Brandenburgische Landeshochschule, die Anfang der 1950er Jahre in die Pädagogische Hochschule Potsdam, eine der größten der DDR, überführt wurde. Die Universität ist auf die drei HauptUniversität Potsdam#Standorte Am Neuen Palais, Golm und Griebnitzsee verteilt – Seite bei der Universität Potsdam; Stand: 23. Dezember 2009 und hat insgesamt über 20.000 Studenten. – Seite bei der Universität Potsdam; Stand: 24. Januar 2011 Am privaten Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik kann man einen Bachelor- oder Masterabschluss in IT Systems Engineering erwerben. Diese Abschlüsse werden ebenfalls von der Universität Potsdam verliehen. Die Filmuniversität Babelsberg „Konrad Wolf“ ist die älteste und größte Medienhochschule Deutschlands und seit 2014 Universität. – Startseite der Hochschule für Film und Fernsehen Potsdam; Stand: 19. August 2011 Sie wurde 1954 als Deutsche Hochschule für Filmkunst gegründet und trug seit 1985 den Namen Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“. Der Campus der Universität befindet sich auf dem Gelände des Filmstudio Babelsberg und wird aktuell von etwa 600 Studenten besucht. An der Hochschule werden die jährlichen Sehsüchte, ein internationales Studentenfilmfestival, organisiert. Die Fachhochschule Potsdam ist eine junge Hochschule, die im Zuge der Umstrukturierung des ostdeutschen Hochschulsystems in Trägerschaft des Landes Brandenburg gegründet wurde. In ihr ging die vormalige Potsdamer Außenstelle der DDR-Fachhochschule für Werbung und Gestaltung Berlin auf. Die Fachhochschule Potsdam wird von etwa 2600 Studenten besucht. Neben den staatlichen gab und gibt es auch private Hochschulen in Potsdam. Die Fachhochschule University of Management and Communication war eine international ausgerichtete, wissenschaftliche Hochschule in Potsdam, die staatlich anerkannt war. Seit 2009 existiert die Fachhochschule für Sport und Management Potsdam in der Stadt. Die BSP Business School Berlin Potsdam wurde ebenfalls 2009 gegründet, zog 2012 jedoch ins benachbarte Berlin. Die Stadt Potsdam hat sich seit der Mitte des 19. Jahrhunderts zu einem Forschungsstandort entwickelt. Das wissenschaftliche Potenzial erstreckt sich heute auf mehr als 30 Forschungseinrichtungen in den Bereichen Geist und Gesellschaft, Geo und Umwelt, Bio und Leben sowie Physik und Chemie, darunter drei Max-Planck-Gesellschaft und zwei Fraunhofer-Gesellschaft. – Seite bei Potsdam.de; Stand: 19. August 2011 Viele der Institute sind an die Universität Potsdam angegliedert. Zu den Forschungsinstituten zählen unter anderem das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung, das Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung, das Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung, das Max-Planck-Institut für molekulare Pflanzenphysiologie, das Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut), das Geoforschungszentrum Potsdam, das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam, das Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien, das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, das Deutsches Institut für Ernährungsforschung in Bergholz-Rehbrücke (Ortsteil der Gemeinde Nuthetal) und das Zentrum für Zeithistorische Forschung am Neuen Markt. Die Stadt Potsdam ist zugleich „Korporativ Förderndes Mitglied“ der Max-Planck-Gesellschaft.

Medien und Telekommunikation

Das 1911 gegründete Filmstudio Babelsberg in Babelsberg ist das älteste Großfilmstudio der Welt und gleichzeitig das flächenmäßig größte Filmstudio in Europa. Es ist vor allem bekannt für seine legendären Filme der Anfangszeit wie Metropolis (Film) und Der blaue Engel. Heute ist das Filmstudio Babelsberg eines der führenden Zentren für Produktionen von Film und Fernsehen. Die Anzahl der Hollywood-Babelsberg-Koproduktionen steigt stetig. In der so genannten Medienstadt Babelsberg befindet sich neben der Studio Babelsberg AG auch der Filmpark Babelsberg, ein Themenpark, der den Besuchern mit der Studiotour über das Gelände, sowie mit Ausstellungen, Stuntshows, Kulissen und Requisiten aus zahlreichen bekannten Produktionen die Welt des Films näher bringt. In Potsdam erscheinen als Tageszeitung die Potsdamer Neueste Nachrichten, die Märkische Allgemeine mit Potsdamer Regionalteil und die Regionalausgabe der Zeitung Der Tagesspiegel. Der Rundfunk Berlin-Brandenburg sendet vom Standort Potsdam-Babelsberg. Dort werden unter anderem die Radiosender Antenne Brandenburg, Fritz (Hörfunksender) und Radio Eins sowie die Fernsehsendungen Brandenburg aktuell und zibb produziert. Außerdem gibt es in Potsdam den lokalen Fernsehsender PotsdamTV sowie den Lokalradiosender 89.2 Radio Potsdam. Seit 1997 erscheint monatlich das Magazin events, das Veranstaltungen und Gastronomietipps enthält. Seit 2004 gibt es das monatlich erscheinende Familienmagazin PotsKids!, seit 2010 das Monatsmagazin friedrich. Seit April 2015 ist in Potsdam, als erster Stadt in Deutschland, über den Kabelnetzbetreiber Tele Columbus zunächst für 40000 Haushalte Breitband-Internetzugang mit 400 MBit/s verfügbar., Berliner Zeitung, 22. April 2015

Verkehr

Straßenverkehr

Potsdam ist im Westen und Süden durch den Berliner Ring der Bundesautobahn 10 mit dem Autobahndreieck Potsdam und im Osten durch die Bundesautobahn 115 (im Berliner Stadtgebiet auch als AVUS bezeichnet) an das Autobahn (Deutschland) angeschlossen. Mehrere Bundesstraßen verlaufen durch das Stadtgebiet, so die Bundesstraße 1, Bundesstraße 2 und Bundesstraße 273. Die Stadt liegt an der deutsch-niederländischen Ferienstraße Oranier-Route. Die Potsdam mit den Bundesstraßen Bundesstraße 101, Bundesstraße 96 und Bundesstraße 179 verbindende Landesstraße Landesstraße 40 erschließt das südliche Berliner Umland über Stahnsdorf, Teltow, Blankenfelde-Mahlow, Schönefeld nach Berlin (Bezirk Treptow-Köpenick) und trägt im Potsdamer Stadtgebiet die Bezeichnung Nuthe-Schnellstraße. Die Dichte an Privat-PKW liegt erheblich unter dem Brandenburger Durchschnitt (2014:=510). Die Zahl der PKW ist etwas stärker gestiegen als der Bevölkerungszuwachs. Die private Motorisierung hat zugenommen, wenn auch weniger stark als im Landesschnitt.

Städtischer Nahverkehr und Umlandbusse

Den Nahverkehr in Potsdam (ÖPNV) bedienen außer der S-Bahn Berlin verschiedene Straßenbahn Potsdam und Stadtbuslinien der Verkehrsbetrieb Potsdam GmbH (ViP). Die Havelbus Verkehrsgesellschaft mbH betreibt mit mehr als 200 Regiobussen die Linien von Potsdam aus in den Landkreis Potsdam-Mittelmark, den Landkreis Havelland sowie gemeinsam mit der VG Teltow-Fläming in den Landkreis Teltow-Fläming. Eine Fähre verbindet Hermannswerder mit den Wohngebieten auf dem nordwestlichen Havelufer. Alle Linien sind zu einheitlichen Preisen innerhalb des Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) zu benutzen.

Eisenbahnverkehr

Durch das Stadtgebiet führen mehrere Bahnstrecken. Die Berlin-Potsdamer Eisenbahn war die erste Eisenbahnstrecke Preußens. Sie schuf eine Verbindung zwischen Berlin und Potsdam über Berlin-Zehlendorf. 1845 wurde die Strecke Bahnstrecke Berlin–Magdeburg fortgeführt. Auf Potsdamer Gebiet liegen an dieser Strecke und der parallelen S-Bahn-Strecke fünf Bahnhöfe und Haltepunkte: Bahnhof Potsdam Griebnitzsee, Bahnhof Potsdam-Babelsberg, Potsdam Hauptbahnhof, Charlottenhof und Bahnhof Potsdam Park Sanssouci. Die 1879 eröffnete Berlin-Blankenheimer Eisenbahn (Wetzlarer Bahn) berührt das Stadtgebiet im Osten mit dem Bahnhof Potsdam Medienstadt Babelsberg und den an der Potsdamer Stadtgrenze liegenden Bahnhof Potsdam-Rehbrücke. An dieser Strecke liegt auch der wichtige Güterbahnhof Seddin südlich von Potsdam. Die als Teil dieser Bahn gebaute Strecke zwischen Grunewald und Wannsee durch den Grunewald (Forst) hat über Bahnhof Berlin Westkreuz Anschluss an die Berliner Stadtbahn. Nachdem 1945 die Berlin-Potsdamer „Stammbahn“ zwischen Berlin-Zehlendorf und Griebnitzsee unterbrochen wurde, läuft der gesamte Regional- und Fernverkehr zwischen Berlin und Potsdam über die „Grunewaldstrecke“. Die Wannseebahn wurde 1874 als Vorortstrecke angelegt, auf dem Abschnitt zwischen dem Bahnhof Berlin-Wannsee und der heutigen Stadtgrenze verläuft parallel dazu die Fernstrecke der Berlin-Blankenheimer Eisenbahn. 1891 wurden die Vorortgleise der Wannseebahn komplett von den Ferngeisen getrennt. Seit 1902 ist Potsdam über Vorortgleise der „Grunewaldstrecke“ mit direkten Vorortzügen von der Berliner Stadtbahn aus zu erreichen. Im Jahr 1928 wurde auf den Vorortgleisen der elektrische S-Bahn-Betrieb aufgenommen. Die Bahnstrecke Jüterbog–Nauen als Teil der Umgehungsbahn (Brandenburg) ging im Potsdamer Raum zwischen 1902 und 1908 in Betrieb. Die Strecke kreuzte die Bahnstrecke nach Magdeburg im Bahnhof Park Sanssouci (früher Wildpark). Ihr Abschnitt nördlich des Bahnhofs Golm ging im Berliner Außenring auf. Nach 1945 entstand eine Verbindungskurve, die direkte Fahrten aus Richtung Süden zum Bahnhof Potsdam Stadt (heute Potsdam Hauptbahnhof) möglich machte. Der Abschnitt zwischen Potsdam und der Kreuzung mit der Berlin-Blankenheimer Eisenbahn bei Seddin wurde zur Hauptbahn ausgebaut, über die zeitweise sogar Interzonenzug#Transitz.C3.BCge_ab_1961 von Süddeutschland nach Westberlin fuhren. Der Berliner Außenring mit seinem Damm durch den Templiner See wurde 1956 eröffnet. Hier liegt der (1999 geschlossene) obere Teil des zeitweiligen (1960–1993) Potsdamer Hauptbahnhofs (seit 1993 Potsdam Pirschheide). Weitere Stationen am Außenring auf Potsdamer Gebiet sind der Bahnhof Golm und der Haltepunkt Marquardt. Außer Betrieb sind der Haltepunkt Bornim-Grube und der Betriebsbahnhof Nesselgrund. Von der Stadt aus führen Regionalexpress- und Regionalbahnlinien in folgende Richtungen: * Ab Hauptbahnhof (teilweise auch ab Charlottenhof, Park Sanssouci und Golm) ** Berlin (RE 1, z.T. RB 21/22) – Frankfurt (Oder) (RE 1) ** Brandenburg an der Havel – Magdeburg (RE 1) ** Golm – Hennigsdorf – Oranienburg (RB 20) ** Golm – Priort – Wustermark (RB 21) ** Golm (Zugteilung/Kopf) – Bahnhof Berlin-Schönefeld Flughafen – Königs Wusterhausen (RB 22) ** Caputh – Beelitz-Heilstätten (RB23) * Ab Bahnhof Potsdam Medienstadt Babelsberg und Bergholz-Rehbrücke: ** Berlin – Bahnhof Berlin-Schönefeld Flughafen – Wünsdorf-Waldstadt: RE 7 ** Berlin-Wannsee: RE 7, RB 33 ** Bad Belzig – Dessau: RE 7 ** Beelitz – Jüterbog: RB 33

Schiffsverkehr

Potsdam wird tangiert von der Untere Havel-Wasserstraße. Sie ist die wichtigste Ost-West-Verbindung der Binnenschifffahrt zwischen der Oder, Berlin und der Elbe. Die Frachtschifffahrt benutzt zum größten Teil den Sacrow-Paretzer Kanal. Der Hafen an der Lange Brücke (Potsdam) in Potsdam wird von den Schiffen des Unternehmens Weisse Flotte Potsdam und Gastliegern von Unternehmen aus Deutschland und anderen europäischen Ländern genutzt. Einen Linienverkehr von der Langen Brücke nach Berlin-Wannsee oder Spandau gibt es nicht. In der Alten Fahrt der Havel an der Freundschaftsinsel stehen Anleger für den privaten Wassersport zur Verfügung.

Flugverkehr

Potsdam ist über den etwa 25 Kilometer entfernten Flughafen Berlin-Tegel und den rund 40 Kilometer entfernten Flughafen Berlin-Schönefeld an den internationalen Flugverkehr angeschlossen.

Stadtentwicklung

Nachdem in den 1990er Jahren in Potsdam überwiegend vorhandene Bausubstanz saniert wurde, werden seitdem nun verstärkt auch Neubau- und Wiedererrichtungsprojekte durchgeführt. Das Hans-Otto-Theater konnte 2006 bezogen werden, die Stadtentwicklungsgebiete am Bornstedt (Potsdam)#Neubaugebiete und in der Speicherstadt Potsdam und ein neues Sport- und Freizeitbad am Brauhausberg befinden sich im Bau. Am Alter Markt (Potsdam) wurde das Potsdamer Stadtschloss als Sitz des Landtag Brandenburg wiedererrichtet, gegenüber soll bis Ende 2016 der Palast Barberini wieder aufgebaut werden. Mittelfristig ist man bestrebt auch den Stadtkanal (Potsdam) wieder freizulegen und die Garnisonkirche (Potsdam) neu aufzubauen.

Tourismus

Der Tourismus hat für Potsdam eine wichtige wirtschaftliche Bedeutung. Über 200000 Besucher übernachten zusammen jährlich deutlich über 500000 mal in der Stadt., PNN.de, 18. September 2013 Seit den 1990er Jahren steigt deren Zahl damit immer weiter an, besonders dabei der Anteil ausländischer Gäste.

Öffentliche Einrichtungen

Potsdam ist Sitz folgender Einrichtungen und Institutionen beziehungsweise Körperschaft des öffentlichen Rechts (Deutschland):

Sehenswürdigkeiten

Welterbe

Bereits 1990 wurde die gesamte Potsdamer Kulturlandschaft auf gemeinsamen Antrag beider deutscher Staaten zum UNESCO-Welterbe erklärt. Seitdem gehören die Parkanlagen Sanssouci, Neuer Garten Potsdam, Park Babelsberg, Schloss Glienicke und die Pfaueninsel mit ihren Schlössern sowie seit 1992 Schloss und Park Sacrow mit der Heilandskirche am Port von Sacrow zum Weltkulturerbe. 1999 wurde das Potsdamer Welterbe um 14 Denkmalbereiche erweitert, darunter Schloss Lindstedt, die russische Kolonie Alexandrowka (Potsdam), das Belvedere auf dem Pfingstberg, der Kaiserbahnhof Potsdam und die Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam. Insgesamt erstreckt sich das Welterbe auf rund 500 ha Parkanlagen mit 150 Gebäuden aus der Zeit von 1730 bis 1916. Die Berlin-Potsdamer Kulturlandschaft ist damit die größte der deutschen Welterbestätten. Das Ensemble erfüllt die Ansprüche gemäß den Kriterien I, II und IV der UNESCO. Es ist zuerst eine einzigartige künstlerische Leistung, ein Meisterwerk des schöpferischen Geistes (I). Es hat beträchtlichen Einfluss auf die Entwicklung der Architektur, des Städtebaus und der Landschaftsgestaltung ausgeübt (II). Zudem ist es ein herausragendes Beispiel von architektonischen Ensembles oder einer Landschaft, die bedeutsame Abschnitte in der menschlichen Geschichte darstellen (IV).. Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO). Abgerufen am 17. November 2014.

Schlösser und Gärten

Potsdam ist vor allem als Stadt der Schlösser und Gärten bekannt. Die Berlin-Potsdamer Kulturlandschaft umfasst fast 20 Schlösser oder Palais. Die prominenteste Sehenswürdigkeit und Wahrzeichen der Stadt ist das Sanssouci mit seinen Parkanlagen. Nach eigenen Skizzen ließ der preußische König Friedrich der Große in den Jahren 1745–1747 ein kleines Sommerschloss im Stil des Rokoko errichten. Die Lage des Sommersitzes im Südwesten der Residenzstadt Berlin erinnert an die Funktion von Schloss Versailles im Verhältnis zu Paris. Das Neues Palais ist das größte Schloss der Stadt Potsdam. Es befindet sich am westlichen Ende des Parks Sanssouci. Der Bau wurde 1763 nach Beendigung des Siebenjähriger Krieg durch Friedrich den Großen begonnen und bereits 1769 fertiggestellt. Es gilt als letzte bedeutende Schlossanlage des preußischen Barocks. Friedrich plante es allein zu Repräsentationszwecken. Über 200 Räume, vier Festsäle und ein Rokokotheater standen bereit. Über 400 Statuen aus der antiken Götterwelt schmücken die Fassade und die Dachbalustrade. Aufgrund der Größe und der reichen Verzierungen bezeichnete Friedrich die Anlage als „fanfaronnade“, was so viel bedeutet wie Prahlerei oder Angeberei.

Das Orangerieschloss (Potsdam) auf dem Höhenzug zwischen Klausberg und Schloss Sanssouci ließ der „Romantiker auf dem Thron“, Friedrich Wilhelm IV. in den Jahren von 1851 bis 1864 erbauen. Die Errichtung des Orangerieschlosses stand in Verbindung mit der Planung einer Triumphstraße. Am Triumphtor (Potsdam) sollte die Prachtstraße beginnen und am Belvedere auf dem Klausberg enden. Höhenunterschiede sollten durch Viadukte ausgeglichen werden. Wegen der politischen Unruhen der Märzrevolution und der fehlenden finanziellen Mittel wurde das gigantische Projekt jedoch nie vollendet. Das Orangerieschloss wurde mit einer Frontlänge von 300 Metern im Stil der italienischen Renaissance errichtet, nach dem architektonischen Vorbild der Villa Medici in Rom und der Uffizien in Florenz. Im Potsdamer Neuer Garten Potsdam, dicht am Ufer des Heiligen Sees, ließ Friedrich Wilhelm II. (Preußen) in den Jahren 1787–1792 das Marmorpalais errichten. Die Architekten Carl von Gontard und ab 1789 Carl Gotthard Langhans schufen ein Schlossgebäude im Stil des Klassizismus. Das aus rotem Backstein errichtete Marmorpalais ist ein zweigeschossiges Gebäude mit quadratischem Grundriss. Wegen der schönen Aussicht wurde auf das flache Dach des kubischen Baukörpers ein Rundtempel gesetzt. Als Blickfang dient unter anderem das weiße Schloss auf der Pfaueninsel. Auch das italienisch anmutende Schloss Belvedere auf dem Pfingstberg im Potsdamer Norden ist ein bedeutender Bestandteil der Potsdamer Schlösserlandschaft. Zwischen 1847 und 1863 nach Plänen Friedrich Wilhelm IV. erbaut, bietet es aus 100 Metern Höhe eine Aussicht über die Potsdam umgebende Kulturlandschaft bis hin zum Berliner Fernsehturm. Erst seit 2005 ist das Belvedere auf dem Pfingstberg wieder in seiner ursprünglichen Gestalt zu besichtigen: In der Zeit der Teilung Deutschlands war es aufgrund der Lage nahe der KGB-Zentrale am Fuße des Pfingstberg geschlossen worden und verfiel. Erst die späteren Gründer des Förderverein Pfingstberg in Potsdam e. V. sorgten ab 1987 mit ihrem unermüdlichen Engagement dafür, dass es wiederhergestellt werden konnte. Neben den Schlössern verfügt Potsdam heute über sieben Parklandschaften. Die bekannteste Gartenanlage ist der Park Sanssouci. Auf Anweisung Friedrichs des Großen wurde der Wüste Berg 1744 durch die Anlage von Weinterrassen kultiviert. Durch die Ausweitung nach Westen, bildete sich bis zum Neuen Palais eine schnurgerade circa 2,5 Kilometer lange Hauptallee. Die Sehenswürdigkeiten im Park Sanssouci sind zahlreich. Neben Schlossgebäuden, Pavillons, Tempeln und Skulpturen befindet sich auch der Botanischer Garten Potsdam auf dem Areal, sowie die Historische Mühle von Sanssouci, um die sich eine Legende spannt. Der Neuer Garten Potsdam entstand ab 1787. Er sollte dem Zeitgeist entsprechend ein gartenarchitektonisch modernes Bild wiedergeben und sich von den Formen des barocken Parks Sanssouci abheben. Der freien Natur nachgebildet, betonte man in der Gestaltung den landschaftlichen Charakter. Die Bäume und Pflanzen sollten ungeschnitten in freier Wuchsform natürlich erscheinen. Die bekanntesten Gebäude sind das Schloss Cecilienhof und das Marmorpalais, aber auch eine kleine Pyramide, eine Sphinx am Ägyptischen Portal der Orangerie und ein Obelisk sind zu entdecken. Peter Joseph Lenné und Fürst Hermann von Pückler-Muskau gestalteten den Park Babelsberg. Das zur Havel abfallende, hügelige Gelände wurde ab 1833 in eine Parklandschaft umgewandelt. Neben den zwei Schlössern im Park bietet der 46 Meter hohe Flatowturm eine Aussicht über die Stadt. Den tiefsten Einschnitt erfuhr der Park durch den Bau der Berliner Mauer 1961. Das Grenzgebiet durfte nicht betreten werden und verwilderte, heute ist es wieder kultiviert und zugängig. In dem Park befindet sich ein Campus der Universität Potsdam. Das Jagdschloss Stern wurde erbaut von 1730 bis 1732 unter dem Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I., der ein enthusiastischer Jäger, speziell ein leidenschaftlicher Anhänger der Parforcejagd war. Dies waren Hetzjagden, bei denen die berittenen Jäger mit einer großen Hundemeute das Wild aufspürten und eher zu Tode hetzten, bevor es erlegt wurde. Zu diesem Zweck ließ der Soldatenkönig ein riesiges Jagdgebiet – die Parforceheide – vor den Toren Potsdams einhegen, welches mit 16 Schneisen durchzogen wurde, die sich alle in einem Schnittpunkt kreuzten. An dem entstandenen Wegestern ließ er ein kleines Jagdschloss im Stile holländischer unverputzter Backsteinhäuser errichten. Dabei sammelte man zugleich erste Erfahrungen für den späteren Bau des Holländischen Viertels. Es war im übrigen der einzige Schlossbau des Soldatenkönigs in Potsdam. Die Freundschaftsinsel liegt im Zentrum der Stadt. Ihren Namen erhielt die Insel vor rund 150 Jahren von einem dort gelegenen Gasthaus. Auf Anregung Karl Foersters entstand 1938–1940 hier der Karl-Foerster-Garten (Bornim), der erste Schau- und Sichtungsgarten für winterharte Blütenstauden, Farne und Gräser. Der älteste Garten der Stadt Potsdam ist der Lustgarten (Potsdam), den der Große Kurfürst 1660 vor dem ehemaligen Stadtschloss anlegen ließ. Im Rahmen der Bundesgartenschau 2001 wurde er in moderner Form wieder hergerichtet. Der Wildpark Potsdam gilt als „Lennés vergessener Garten“. Er wurde 1843 eingerichtet und ist über 875 Hektar groß. Erreichbar ist er über die Bahnstation Potsdam Park Sanssouci, bekannt durch den Kaiserbahnhof. Der Volkspark Potsdam ist der neueste Park in der Stadt. Er wurde zur Bundesgartenschau 2001 auf einem ehemaligen militärisch genutzten Gelände in Potsdam-Bornstedt angelegt. Die dort errichtete Biosphäre Potsdam ist eine Tropenhalle mit rund 20.000 Gewächsen.

Viertel und Plätze

Seit dem Ausbau als Residenzstadt ist Potsdam eine europäisch geprägte Stadt. Dies spiegelt sich auch in der Kultur und Architektur wider. Neben zahlreichen Baustilen aus unterschiedlichen Epochen finden sich auch Wohnhäuser nach dem Vorbild holländischer und russischer Bauweise, die für ehemalige Siedler errichtet wurden. Dem Zeitgeist entsprachen exotische Gebäude wie unter anderem das Chinesisches Haus (Potsdam) aus dem 18. Jahrhundert oder die Schweizerhäuser in Klein Glienicke aus dem 19. Jahrhundert. Im norwegischen Stil wurde die Matrosenstation Kongsnæs errichtet (1945 größtenteils zerstört) und im englischen Landhausstil das Cecilienhof im Neuen Garten. Obwohl die Stadt eine über eintausendjährige Geschichte hat, sind keine Bauten aus dem Mittelalter erhalten. Die jeweiligen Regenten zeigten mit ihren ambitionierten Bauvorhaben ihre Vorliebe für Kultur und technische Leistungsfähigkeit. Um holländische Handwerker nach Potsdam zu locken, ließ der Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. zwischen 1733 und 1740 das Holländisches Viertel errichten. Der zu den ersten Siedlern gehörende Baumeister Jan Boumann bekam die Leitung übertragen. Das zentral gelegene und in sich geschlossene Quartier besteht aus 134 Häusern aus rotem Ziegelstein, die durch zwei Straßen in vier Blöcke aufgeteilt werden. Das Viertel wird durch das Nauener Tor und die Peter-und-Paul-Kirche (Potsdam) begrenzt. Im Norden der Stadt entstand in den Jahren 1826/1827 die russische Kolonie Alexandrowka für die letzten zwölf russischen Sänger eines Chores. Peter Joseph Lenné gab der Anlage die Form eines Hippodrom (Antike) mit eingelegtem Andreaskreuz. Durch die verwandtschaftlichen und freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Häusern Hohenzollern und Romanow wurde die Kolonie als Denkmal der Erinnerung nach dem 1825 verstorbenen Zar Alexander I. (Russland) benannt. Die Siedlung besteht aus insgesamt dreizehn Fachwerkhäusern. Die Außenwände der freistehenden ein- und zweigeschossigen Giebelhäuser sind mit halbrunden Baumstämmen verkleidet und erinnern an russische Blockhäuser. Die für die Kolonisten erbaute russisch-orthodoxe Alexander-Newski-Gedächtniskirche (Potsdam) steht in der Nähe auf dem Kapellenberg. Das Weberviertel Nowawes im heutigen Babelsberg mit der Friedrichskirche in seiner Mitte, ließ Friedrich der Große 1751 für böhmische Protestanten errichten. Friedrich II. gewährte den Glaubensflüchtlingen Steuer- und Religionsfreiheit. Die meist fünfachsigen Weberhäuser wurden von je zwei Familien bewohnt. Der König gab die Anweisung Nussbäume zu pflanzen, um das Holz für die Produktion von Gewehren zu nutzen. Ab 1780 pflanzte die Forstverwaltung Maulbeerbäume für die Seidenraupenzucht. Der Alter Markt (Potsdam) ist das historische Zentrum der Stadt. Hier wurden einst die Bauten des Potsdamer Stadtschloss mit Marstall (Potsdamer Stadtschloss) und Lustgarten (Potsdam), der St. Nikolai (Potsdam), des Alten Rathauses und des Palast Barberini errichtet. Während der DDR-Zeit entstanden hier zusätzlich das heutige Hotel Mercure als Hochhaus und die Fachhochschule Potsdam. Das zerstörte Stadtschloss hinterließ in dieser Zeit eine große Stadtlücke, die durch dessen Wiederaufbau und die Wiedererrichtung des Palast Barberini und des Humboldt Quartiers aber wieder geschlossen wurde. Auch eine neue Bittschriftenlinde steht heute wieder inm
[ Quelle: Wikipedia | Stand: 03.05.2016 ]