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Zwickau (im Thüringisch-obersächsische Dialektgruppe auch Zwigge) ist die viertgrößte Stadt in Sachsen und ein Oberzentrum im südwestlichen Teil des Landes. Die Stadt ist Gründungsmitglied der Metropolregion Mitteldeutschland. Hier hat auch die Verwaltung des Landkreis Zwickau ihren Sitz. Durch die seit 2000 zunehmende Urbanisierung der städtischen Randgebiete wächst die flächenmäßige Ausdehnung der Stadt, die mittlerweile größtenteils das Tal der Zwickauer Mulde überdeckt. Die bei Automobilisten beliebte, landschaftlich reizvolle und mit vielen kulturellen und historischen Sehenswürdigkeiten ausgestattete Ferienstraße der Silberstraße verbindet, dem Verlauf des Erzgebirges in östlicher Richtung folgend, die alte Bergstadt Zwickau mit der Landeshauptstadt Dresden. Das territorio Zcwickaw wurde erstmals 1118 erwähnt. Nahezu 800 Jahre lang wurde hier und in der umliegenden Region Steinkohle abgebaut. Die Stadt entwickelte sich dadurch zum Zentrum des Zwickauer Steinkohlenreviers. Als bis 1806 Kurfürstentum Sachsen Stadt war Zwickau im Königreich Sachsen seit 1834/1835 Kreisdirektionssitz, ab 1874 Sitz der Kreishauptmannschaft Zwickau (nach 1939 Regierungsbezirk Zwickau) und wurde 1907 eine kreisfreie Stadt. Im Zuge des Totalumbaus der Verwaltungsstrukturen zur Durchsetzung des Prinzips des sogenannten Demokratischer Zentralismus in der Deutsche Demokratische Republik verlor Zwickau 1953 seinen seit 1834 währenden Rang als Bezirksregierungssitz. Seit 2008 ist Zwickau nicht mehr kreisfrei; die Stadt wurde in den neu gebildeten Landkreis eingegliedert. Zwickau ist die Wiege der sächsischen Automobilindustrie. Die mehr als hundertjährige Tradition in der Automobilherstellung begann Anfang des 20. Jahrhunderts mit der Gründung der Werke von Horch (1904) bzw. Audi (1909/1910), die in den 1930er und 1940er Jahren von der Auto Union und während der DDR-Zeit von den Sachsenring (Unternehmen) weitergeführt wurde. Nach dem Ende der Deutsche Teilung gründete die Volkswagen AG im heutigen Zwickauer Stadtteil Mosel (Zwickau) eines der größten Unternehmen der neuen Bundesländer, die Volkswagen Sachsen, die diese Automobilbau-Tradition weiterführt. 1810 wurde der international bekannteste Sohn der Stadt, der Komponist der Romantik Robert Schumann, geboren, sodass die Stadt über ihre Grenzen hinaus auch als Automobil- und Robert-Schumann-Stadt bekannt ist.. Das August-Horch-Museum, die Westsächsische Hochschule Zwickau und das Robert-Schumann-Konservatorium Zwickau sind überregional bekannte Kultur- und Bildungseinrichtungen. Am 21. April 2016 wurde Zwickau als 56. Stadt der Titel „Reformationsstadt Europas“ verliehen.„Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa-Generalsekretär Bischof Dr. Michael Bünker übergab im Rahmen eines Festakts am 21. April 2016 die Titelverleihungsurkunde an die Oberbürgermeisterin der Stadt Zwickau, Dr. Pia Findeiß. Zwickau ist somit ‚Reformationsstadt Europas‘.“ . In: reformation-cities.org, 22. April 2016, abgerufen am 4. Mai 2016. Zur Begründung aus der geschichtlichen Rolle in der Reformationszeit siehe den Artikel In: reformation-cities.org, abgerufen am 4. Mai 2016.

Geographie

Geographische Lage

Das westsächsische Zwickau liegt in einer weiten Talaue am Eingang zum Westerzgebirge und zum Vogtland. Diese nimmt flächenmäßig einen Teil des Naturraums (PDF; 879 kB). im Erzgebirgsbecken ein, das dem Verlauf der Zwickauer Mulde folgt. Das Stadtzentrum liegt mit einer geographischen Höhe von unweit des Westufers der Zwickauer Mulde. Unmittelbar gegenüber am Ostufer der Zwickauer Mulde erhebt sich steil der Brückenberg mit aus dem Mittelalter herrührenden Bergkellern. Im Osten liegt vor den Toren der Stadt Mülsen, Sachsens längste Gemeinde. Im Westen beherrscht nach sanftem Anstieg in Richtung zur angrenzenden Stadt Werdau der Windberg () das Panorama. Daran anschließend befindet sich in Richtung Norden der größtenteils aus Mischwald bestehende Zwickauer Stadtpark. Im Norden dehnt sich das Stadtgebiet über die breite, fruchtbare Talaue der Zwickauer Mulde in Richtung Crimmitschau, Meerane und Glauchau aus, wo unweit hinter dem Volkswagenwerk Zwickau die Stadtgrenze verläuft. Flussaufwärts hat Zwickau im Süden eine gemeinsame Grenze mit der Stadt Wilkau-Haßlau. Südwestlich erhebt sich vom Tal der Zwickauer Mulde ausgehend der Stadtteil Planitz, dessen markanteste Bauwerke die zum Planitzer Schlossensemble gehörende Lucaskirche und der nahe am SOS-Kinderdorf liegende Oberplanitzer Wasserturm sind. Weitere, die Stadt umgebende höchste Erhebungen sind der Kreuzberg (398 m), der Fernblick (377 m), die Alexanderhöhe (362 m), der Krähenhügel (360 m) und der Kuhberg (358 m). Die Stadtausdehnung beträgt in Nord-Süd-Richtung etwa 20 Kilometer und in Ost-West-Richtung etwa 11 Kilometer. Der Verlauf der 75 Kilometer langen Stadtgrenze ähnelt entfernt dem Umriss von Afrika.

Geologie

Während des Karbons wuchs am Fuße des variskischen Gebirges ein Urwald aus Farnen, Bärlappe und Schachtelhalmen, aus dessen Überresten später unter dem Rotliegenden und Gebirgsschutt Steinkohlenflöze entstanden, die für mehr als 600 Jahre Bergbau in der Zwickauer Region ermöglichten.Emil Herzog: S. 2–3. Geologische Besonderheiten sind auch durch Fossilienfunde aus dem Cainsdorfer Ausstreichen des Zwickauer Steinkohlenreviers belegt. Auf dem Bild zu sehen sind links: Sigillariaceae Reste (ausgestorbene Bärlapppflanzen), mittig unten: Annularia sphenophylloides Blätter der Kalamiten (Schachtelhalme) und rechts: die Linopteris neuropteroides Blätter der ausgestorbenen Medullosales (Samenfarne). Diese sind vor etwa 305-310 Mill. Jahren entstanden. Sächsisches Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und Geologie; Band 15, 12/2008, abgerufen am 23. November 2015. (PDF; 10,24 MB) Die Funde befinden sich im Gebiet des Geologischen Naturdenkmals Rußkohlenflöz. Dieser Ausbiss des Rußkohlenflözes, der einzige ständig freiliegende Aufschluss eines Steinkohlenflözes in Sachsen, ist als geologisches Naturdenkmal in Mitteleuropa, als Aufschluss verschiedener Erdzeitalter (Silur, Devon (Geologie) und Oberkarbon) sehr selten und gemäß § 21 des Landesnaturschutzgesetz geschützt.Verordnung der Kreisfreien Stadt Zwickau zur Festsetzung des geologischen Naturdenkmals (#5) „Steinkohlenausbiss (Rußkohlenflöz)“ am Zwickauer Mulde an der Cainsdorfer Brücke vom 27. Januar 2000.

Stadtgliederung

Das Stadtgebiet Zwickaus ist in die fünf Stadtbezirke Mitte, Ost, Nord, West und Süd eingeteilt. (PDF; 35 kB) abgerufen am 10. Juli 2011. Jeder Stadtbezirk besteht aus bis zu neun Ortsteil. Die erst bei den jüngsten Eingemeindungen in den 1990er Jahren nach Zwickau eingegliederten Stadtteile Rottmannsdorf, Crossen, Cainsdorf, Mosel, Oberrothenbach und Schlunzig sind zugleich Ortschaften im Sinne der §§ 65–69 der Sächsischen Gemeindeordnung. Die Ortschaften wurden durch die Hauptsatzung der Stadt Zwickau eingeführt und haben einen von der Bevölkerung gewählten Ortsbeirat, der je nach Einwohnerzahl der Ortschaft zwischen vier und sechs Mitglieder hat. Vorsitzender des Ortschaftsrat ist der Ortsvorsteher. Die fünf Stadtbezirke mit ihren zugehörigen amtlichen Stadtteilen und deren Nummern sind: * Stadtbezirk Mitte (11–15):
Innenstadt (11), Mitte-Nord (12), Mitte-West (13), Mitte-Süd (14), Nordvorstadt (15) * Stadtbezirk Ost (21–28):
Gebiet Äußere Dresdner Straße/Pöhlauer Straße (21), Eckersbach (Zwickau) Siedlung (22), Pöhlau (23), Auerbach (Zwickau) (24), Eckersbacher Höhe (E 5/1) (25), Eckersbacher Höhe (E 5/2 und E 5/3) (26), Eckersbacher Höhe (E 1 bis E 4) (27), Gebiet Talstraße/Trillerberg (28) * Stadtbezirk Nord (31–39):
Pölbitz (31), Weißenborn (Zwickau) (32), Niederhohndorf (33), Hartmannsdorf (Zwickau) (34), Oberrothenbach¹ (35), Mosel (Zwickau)¹ (36), Crossen (Zwickau)¹ (37), Schneppendorf (38), Schlunzig¹ (39) * Stadtbezirk West (41–44):
Gebiet Reichenbacher Straße und Freiheitssiedlung (41), Marienthal (Zwickau) Ost (42), Marienthal West (43), Brand (Zwickau) (44) * Stadtbezirk Süd (51–59):
Bockwa (51), Oberhohndorf (52), Schedewitz (53), Planitz#Niederplanitz (54), Neuplanitz (55), Hüttelsgrün (56), Oberplanitz (57), Rottmannsdorf¹ (58), Cainsdorf¹ (59) ¹ zugleich Ortschaft

Eingemeindungen

Ehemals selbstständige Städte, Gemeinde (Deutschland) oder Gemarkungen wurden in die Stadt Zwickau eingegliedert:

Nachbargemeinden

Die nachfolgenden Stadt und Gemeinden grenzen an die Stadt Zwickau. Sie gehören zum Landkreis Zwickau und werden im Uhrzeigersinn beginnend im Nordosten genannt: Mülsen, Reinsdorf (Sachsen), Stadt Wilkau-Haßlau, Hirschfeld (Sachsen) (Verwaltungsgemeinschaft Kirchberg), Lichtentanne, Stadt Werdau, Neukirchen/Pleiße, Stadt Crimmitschau, Dennheritz (Verwaltungsgemeinschaft Crimmitschau-Dennheritz) und die Stadt Glauchau.

Stadtgeschichte

Ursprung

Das heutige Westsachsen wurde bis in das 6. Jahrhundert von den germanischen Stämmen der Sueben und Thüringer besiedelt. Vom 7. bis zum 10. Jahrhundert bewohnten Sorben das Gebiet. Im 10. Jahrhundert erfolgte nach Unterwerfung der Sorben durch Heinrich I. (Ostfrankenreich) die Christianisierung der ansässigen Bevölkerung und die Einwanderung deutscher Siedler begann. Der Name „Zwickau“ leitet sich wahrscheinlich von der sorbischen Bezeichnung Świkawa ab und könnte – einer Theorie zufolge – auf Svarožić, den slawischen Gott der Sonne und des Feuers zurückgehen: Am Muldenufer treten auch heute noch Cainsdorf#Cainsdorf in der Neuzeit zu Tage. Wahrscheinlich wussten bereits die Slawen die Kohle zu nutzen. Der Name „Zwickau“ könnte demnach etwa „Tal“ oder „Aue des Feuergottes“ bedeuten.

Mittelalter

Vom Gau zur Stadt

1118 wurde in einer Urkunde, ausgestellt von Bischof Dietrich I. von Naumburg, im Kloster Posa bei Zeitz erstmals das territorio Zcwickaw erwähnt. Es handelt sich hierbei nicht um einen konkreten Ort, sondern um einen von Slawen besiedelten Gau, dessen Zentrum das Dorf Osterweih war. Diese Siedlung wurde später aufgegeben; sie lag in der heutigen Nordvorstadt. Um diese Zeit ließ Graf Bertha von Groitzsch das Christentum in der Region einführen und die Marienkirche erbauen. Um das Jahr 1150 verlagerte sich der Siedlungsschwerpunkt ins heutige innerstädtische Gebiet. Es bildete sich eine Kaufmannsiedlung um die Nikolaikirche (nahe der heutigen Nikolaischule). Diese lag an der Kreuzung zweier wichtiger Handelsstraßen, der Salzstraße Böhmischer Steig und dem Polnischen Gleis. Erstere führte über Halle/Leipzig nach Prag, letztere von Krakau über Sachsen nach Süddeutschland. Ebenso entstand parallel dazu ein Siedlungszentrum um die Marienkirche und um den Bereich des späteren wettinisch-kurfürstlichen Zwickauer Schloss Osterstein (Zwickau) mit der Katharinenkirche (Zwickau). Man kann davon ausgehen, dass Zwickau zwischen 1192 und 1212 das Stadtrecht erhielt. In einer Urkunde aus dem Jahr 1212 ist erstmals die Bezeichnung Zwickaus als oppidum (befestigte größere Siedlung bzw. Stadt) zu finden. Der Bischof von Naumburg bestätigte in der Urkunde, die auf den 12. Mai datiert ist, die Einigung zwischen dem Markgrafen Dietrich der Bedrängte und dem Abt des Kloster Posa, in der letzterer gegen eine Entschädigung von 250 Mark auf Ansprüche gegenüber Stadt und Stadtkirche verzichtete. Das Zwickauer Franziskanische Orden mit Klosterschule wurde erstmals 1232 erwähnt. Die Zisterzienser legten 1240 einen Wirtschaftshof an, der dem Kloster Grünhain unterstellt war. Eine medizinische Versorgung ist 1266 mit dem späteren St.-Georgen- und Margarethen-Hospital erstmals erwähnt. Im Jahr 1273 gab es bereits einen Stadtrat, womit die städtische Selbstverwaltung begann. Seit 1297 ist ein Bürgermeister nachweisbar. Da in Zwickau die Mulde gut zu durchqueren war, führten wichtige Handelswege durch die Stadt. Große Bedeutung hatte schon im 12. Jahrhundert die Hohe Handelsstraße, die von Nürnberg kommend über Hof (Saale), Plauen und Reichenbach im Vogtland bei Zwickau nach Böhmen führte. Sie beförderte bereits früh Zwickaus Wohlstand, so dass die Stadt von 1290 bis 1407 als Freie und Reichsstädte neben Augsburg und Nürnberg zu einer Stadt ersten Ranges aufstieg.Saxonia: Museum für sächsische Vaterlandskunde, Vierter Band. Verlag Eduard Pietsch und Comp., Dresden 1839. Auf das Jahr 1290 geht auch die Gründung der Zwickauer Lateinschule zurück, die im späten deutschen Mittelalter aufgrund der strengen Hausordnung auch als Zwickauer Schleifmühle bekannt wurde. Im gleichen Jahr gingen die Städte Zwickau, Chemnitz und Altenburg ein Bündnis ein. Das kam auf Initiative des Kaisers zustande und ist durch eine Urkunde belegt. Der Kaiser beabsichtigte damit, den Einfluss der Landesherren zu beschneiden. Vom Castrum Zwickaw, dem späteren wettinischen Renaissance-Schloss Osterstein, ist 1292 erstmals die Rede. Der Bergbau begann in der Region im Jahr 1316, als Markgraf Friedrich I. (Meißen) die Stadt mit einer Fundgrube in Hartmannsdorfer Forst#Geschichte (zwischen Kirchberg und Weißbach) belehnte. Hier wurde Silber und Kupfer abgebaut. Bereits 1295 hatte Zwickau einen Wassergraben und die Stadtmauer mit den vier Stadttoren ist seit 1327 nachweisbar. 1328 zerstörte ein Brand große Teile der Stadt, darunter die Marienkirche und die Katharinenkirche. Das Landrecht und das an den Sachsenspiegel angelehnte Zwickauer Gewohnheitsrecht wurde 1348 im Codex Statutorum Zviccaviensium – dem Zwickauer Stadtrechtsbuch – kodifiziert. Hier findet man bildliche Darstellungen der Todesstrafe und erste Handwerksordnungen sowie auch die erste Erwähnung der Steinkohle. Der verheerende Brand von 1403 vernichtete fast die gesamte Stadt. Markgraf Wilhelm I. (Meißen) gewährte daraufhin der Stadt zur Erleichterung des Wiederaufbaus eine siebenjährige Steuerbefreiung. Über zahlreiche Dörfer in der Umgebung von Zwickau wurde 1421 der Bierbann ausgesprochen, ein Verbot, Bier zu brauen. Während der Hussitenkriege belagerten Hussiten 1430 erfolglos die Stadt, plünderten und brannten jedoch die Vorstädte und umliegende Dörfer nieder. Das dabei zerstörte Dorf Osterweih wurde nicht wieder aufgebaut.

Blutgericht von 1407

Wegen der Ausweitung landesherrlicher Machtpositionen durch Markgraf Wilhelm I., der für seine Absichten den Stadtrichter Franz Steussing im Komplott mit dem markgräflichen Vogt Conrad Brückner und dem Ratsherrn Nikel Hugk engagierte, kam es zum Streit mit dem Zwickauer Rat. Die Rücknahme städtischer Privilegien durch den Landesherrn hatte einen Eingriff in die städtische Gerichtsbarkeit zur Folge. Steussing missbrauchte sein Amt als Stadtrichter und bereicherte sich mit erheblichem Schaden für die Stadt. Nach dem Tod von Markgraf Wilhelm I. Anfang Februar 1407 bot sich dem Rat die Gelegenheit, Steussing den Prozess zu machen. In 19 Artikeln legte der Rat die Vergehen von Conrad Brückner und in 14 Artikeln die von Franz Steussing dar, um ein drastisches Vorgehen zu rechtfertigen. Streussing wurde am 14. Februar 1407 auf dem Zwickauer Hauptmarkt hingerichtet. Daraufhin ließen die neuen Landesherren am 10. Juli 1407 Bürgermeister Peter Mergenthal und drei Ratsherren in Meißen unter dem Roten Turm enthaupten und im Kreuzgang des Kloster St. Afra (Meißen) standesgemäß beisetzen. 1983 wurden die Gräber mit den Skeletten der vier hingerichteten Zwickauer Ratsherren gefunden. Das Zwickauer Stadtwappen zierte die Grabplatten. Dieses Wappen zeigt neben den Türmen auch die Schwäne.Angelika Winter, Stadtarchiv Zwickau: 1407. Rat kontra Landesherr. . Damit wurde nachgewiesen, dass bereits um 1400 die Schwäne Teil des Zwickauer Wappens waren. Die Türme zieren hingegen das Wappen nachweisbar seit 1290.

Silber, Münzen, Privilegien

1444 erhielt die Stadt ihre Gerichtsbarkeit zurück. Die Schneeberger Silbervorkommen wurden 1470 entdeckt. Deren Ausbeutung lag hauptsächlich in den Händen der Zwickauer Patrizier, darunter der Amtshauptmann Martin Römer und dessen Bruder Nicol Römer, Hans Mergenthal, Hans Federangel und weitere Zwickauer Kaufleute. Kaiser Friedrich III. (HRR) übertrug 1473 der Stadt das Rotwachsfreiheit. Die rote Siegelfarbe war an sich nur dem Kaiser, staatswichtigen oder geistlichen Würdenträgern (Kardinälen) vorbehalten. Seither wurden Urkunden und amtliche Dokumente vom Rat mit rotem Wachs gesiegelt. Dieses Privileg wurde u.a. auch durch die Stadtfarben (Rot-Weiß) repräsentiert. Um 1440 wurde die Münzstätte Zwickau gegründet. Sie war mit Unterbrechung bis 1493 in Betrieb. Hier wurden von 1492 bis 1493 die ersten sächsischen Münzen mit dem Bildnis eines Herrschers geschlagen. Diese Groschenmünzen mit dem Namen „Bartgroschen“ zeigen das bärtige Brustbild Kurfürst Friedrich III. (Sachsen) Die Zwickauer Bartgroschen und die danach in Münzstätte Schneeberg wertgleich geprägten Zinsgroschen dienten der Vorbereitung der in Münzstätte Annaberg und wahrscheinlich auch in Münzstätte Wittenberg geprägten ersten sächsischen silbernen Gulden (Taler). Kurfürst Friedrich III., auch Friedrich der Weise genannt, bezeichnete sein Zwickau als die Perle im Kurfürstentum Sachsen. Als 1476 Albrecht der Beherzte zu einer Wallfahrt nach Rom und Palästina (Region) aufbrach, waren in seinem Gefolge auch die Zwickauer Patrizier Martin Römer und Landrentenmeister Hans Mergenthal. Martin Römer starb 1483 als großzügiger Förderer seiner Stadt – unter anderem war er der Erbauer des Zwickauer Kornhauses neben dem Schloss Osterstein. 1477 ließ er den Großen Teich als Löschwasserteich und zur Fischzucht angelegen. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts erhielt er den Namen Schwanenteich. Der Nürnberger Maler Michael Wolgemut (Lehrmeister von Albrecht Dürer) schuf 1478 den Flügelaltar der Marienkirche. Schon seit 1486 hatte Zwickau zwei Apotheken: Die Löwenapotheke und die Salomonisapotheke (Kräuter-Gewölbe). Beide Häuser stehen noch heute am Hauptmarkt schräg gegenüber dem historischen Rathaus. Der bekannte Zwickauer Bildschnitzer Peter Breuer (Bildschnitzer) erhielt 1504 das Bürgerrecht. Aus seiner Hand stammen zahlreiche Werke in den Kirchen Zwickaus und Umgebung. Besonders seine Pietà Beweinung Christi im Zwickauer Mariendom ist ein bekanntes Kunstwerk. Die Stadt beherbergt auch Kunstwerke von einem der bekanntesten Künstler Kursachsens zwischen Spätgotik und Renaissance, dem Steinmetz und Bildhauer Paul Speck. Dazu zählen im Stadtzentrum die Kanzeln und Taufsteine des Mariendoms, der Kirche St. Katharinen und hier unmittelbar gegenüber das Portal der Posthalterei. Auf das Jahr 1487 geht die Gründung des Stadtarchiv Zwickau zurück, als Kurfürst Friedrich der Weise und sein Bruder Johann der Beständige den Zwickauer Rat aufforderten, für sie und ihren Vetter Herzog Albrecht ein feuerfestes Gewölbe „mit eisernen Türen und drei guten Schlössern“ einzurichten, um für beide Seiten wichtige Dokumente aufzubewahren. Alte Schätze aus dem Mittelalter wie Handschriften, Inkunabeln, Dokumente, Briefe und Bücher, sind hier archiviert, so auch die Hans Sachs-BändeZwickau und Umgebung (= Deutschland-Bildheft. Nr. 186). Universum Verlagsanstalt, Berlin 1936. des Nürnberger Meistersingers (1494–1576). Von den weltweit insgesamt noch einundzwanzig vorhandenen Bänden seiner Meisterlieder sind hier vierzehn Bände, zwei Quart- und sechs Foliobände Meistergesänge (MG 2, 3, 4, 5, 8, 12, 13 und 15), sechs Foliobände Spruchgedichte (SG 4, 11, 12, 13, 16 und 18) sowie das Sachs’ Werkverzeichnis vorhanden.Benny Dressel, Sachgebietsleiter Sicherung/Erschließung, Mitteilung aus dem Stadtarchiv Zwickau vom 28. Februar 2011. Neben dem Stadtarchiv verfügt Zwickau mit der Ratsschulbibliothek Zwickau auch über eine der ältesten Bibliotheken im gesamten obersächsischen Raum. Ihre historischen Wurzeln reichen bis auf das Entstehen der gegen Ende des zwölften Jahrhunderts eingerichteten Zwickauer Lateinschule zurück. In ihrem Bestand befinden sich rund 250.000 unterschiedliche Einheiten, darunter zum Beispiel die Zwickauer Handschriften, darunter die älteste Handschrift aus dem 9. Jahrhundert. Unter den 6000 Bänden aus dem Nachlass des Zwickauer Oberstadtschreibers und Ratsherren Stephan Roth (1492–1546) sind auch viele Hochschulschriften, gedruckte Unikate und Musikalien. Sowohl der Pädagoge und Orientalist Johann Zechendorf (1580–1662) als auch Rektor Christian Daum (1612–1687) haben der Ratsschulbibliothek weitere umfangreiche Sammlungen hinterlassen. Diese Einrichtung, die besonders auch internationalen Fachleuten der wissenschaftlichen Geschichtsforschung dient, wurde im Ostflügel des 1914 neu erbauten König-Albert-Museum (Zwickau), dem Städtisches Museum Zwickau, untergebracht. Seit Januar 2011 hat die Einrichtung einen Online-Zugang. Im Jahr 1490 erneuerten Kurfürst Friedrich der Weise und sein Bruder Herzog Johann das Zwickauer Münzmandat. Der Rat erhielt 1505 vom Kloster Eisenberg das Kirchenpatronat, die Schirmherrschaft über die Kirchen der Stadt. Zwickau hatte das Brauprivileg und die brauberechtigten Bürger legten seit 1511 Bergkeller zur Bieraufbewahrung an.

Neuzeit

Reformation

In Zwickau wurden von 1424 bis 1629 Hexenverfolgungen durchgeführt: 14 Personen gerieten in Hexenprozesse, drei wurden hingerichtet.Manfred Wilde: Die Zauberei- und Hexenprozesse in Kursachsen. Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2003, ISBN 3-412-10602-X, S. 652–656. Zugl.: Chemnitz, Technische Universität Chemnitz, Habil.-Schr. 1516 verweigerten die Bürger dem neuen Rat die Huldigung. 1519 gründete Georgius Agricola (1494–1555) die griechische Schule, die er ein Jahr später mit der Lateinschule vereinigte. Von 1519 bis 1523 war er Rektor der damals bekannten Zwickauer Ratsschule. Von Oktober 1520 bis April 1521 predigte Thomas Müntzer in Zwickau, er kam auf Empfehlung von Martin Luther hierher. Luther widmete seinem Freund, dem Zwickauer Bürgermeister Hermann Mühlpfort, 1520 seine Schrift Von der Freiheit eines Christenmenschen. Thomas Müntzer schloss sich den „Zwickauer Propheten“ an, die von Luther später als „Schwärmer“ bekämpft wurden. Zwickauer Bürger stürmten im März 1522 den Grünhainer Klosterhof, um gefangene Bauern zu befreien. Es kam zu Ikonoklasmus. Im April 1522 kam Martin Luther auf Bitten des Rates nach Zwickau und hielt einige Predigten. Hier entkam er einem Mordanschlag, indem er Zuflucht in einem Gasthaus fand. Dort äußerte er den Spruch: „Das ist mein Paradies“. Der Gasthof trug fortan den Namen „Zum Paradies“. Die angrenzende Muldenbrücke wird daher auch „Paradiesbrücke“ genannt. Auch heute trägt die an der Stelle um 1900 neu erbaute Stahlnietbrücke diesen Namen. Das alte Gasthaus jedoch wurde im Zuge einer sogenannten „sozialistischen Stadtumgestaltung“ abgerissen. Der Pfarrer Nikolaus Hausmann bekannte sich 1523 als erster in Zwickau zur lutherischen Reformation. Die Franziskaner wurden aus der Stadt gewiesen. Der Augsburger Hans Schönsberger errichtete 1523 in der Stadt die erste Druckerei. Spätestens unter seinem Nachfolger Gabriel Kantz wurde Zwickau zu einem wichtigen Zentrum reformatorischer Publikationen. Zwickau wurde dadurch auch als „die feste Burg der Reformation“ bezeichnet. 1525 kam es in der Zwickauer Umgebung zu Bauernaufständen. Pfarrer Hausmann erwirkte die Begnadigung von 80 Aufständischen bei Kurfürst Johann der Beständige. Zwickau war im Kurfürstentum das Zentrum der Tuchmacher. „Zwicksches Tuch“ war über die Grenzen Sachsens hinaus ein Begriff. Die Tuchmacher begannen 1522 mit dem Bau des Gewandhauses am Hauptmarkt; drei Jahre später wurde es fertiggestellt. Nachdem man 1530 die Oberhohndorfer Steinkohlenvorkommen entdeckt hatte, begann in größerem Ausmaß als zuvor der Steinkohlenabbau. Um 1540 lebten in Zwickau etwa 10.000 Einwohner. 230 von ihnen waren Tuchmachermeister. Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Ernestiner Kurfürsten Johann der Beständige und dem Albertiner Herzog Georg der Bärtige führten vorübergehend zwischen 1530 und 1533 zur Wiederinbetriebnahme der stillgelegten Zwickauer Münze. Nach der Wiederherstellung der Sächsische Münztrennung vereinigten die Wettiner die Zwickauer Münze 1534 mit der Münzstätte Schneeberg.

Leipziger Teilung

Ausgehend vom Sächsischer Bruderkrieg über den Altenburger Prinzenraub kam es zur Leipziger Teilung von 1485. Danach gehörte Zwickau weiter zum Kurfürstentum Sachsen (ernestinisches Sachsen/Thüringen) von Kurfürst Johann Friedrich I. (Sachsen) Im Schmalkaldischer Krieg wurde die Stadt im Januar 1547 durch die Truppen des Albertiner Herzogs Moritz (Sachsen) besetzt, geplündert, abgebrannt und die Bewohner vertrieben. Obwohl Moritz wie sein ernestinischer Vetter Protestant war, unterstützte er das Heer des katholischen Kaisers Karl V. (HRR) Für den Fall des Sieges der kaiserlichen Truppen rechnete Herzog Moritz auf die Verleihung der Kurfürstenwürde. Der Schmalkaldische Krieg endete mit der Wittenberger Kapitulation. Danach bekam das albertinische Sachsen auf dem Reichstag zu Augsburg 1548 vom Kaiser die Kurfürstenwürde übertragen. Gleichzeitig wurde verfügt, dass die Stadt Zwickau aus dem ernestinischen Sachsen gelöst und dem nunmehr kurfürstlich-albertinischen Sachsen (Dresden/Meißen) angegliedert wird. Zwickau ist dadurch die einzige große Stadt Sachsens, die bis zum Ende des Heiliges Römisches Reich im Jahr 1806 ununterbrochen zum Kurfürstentum gehörte. Von Luthers Freund und Weggefährten Melanchthon, einem der großen Humanisten der Neuzeit, ist folgendes Zwickau-Zitat überliefert: Zwickau hatte bis zur Gründung des Königreich Sachsen 1807 das Privileg, sich „churfürstliche Stadt“ zu nennen.M. Tobiam Schmidten: Chronica Cygnea, Beschreibung der alten, löblichen und churfürstlichen Stadt Zwickau. Melchior Göpner, Zwickau 1656 . Die sieben rot-weißen Fähnchen auf dem Kurhut des #Stadtwappen und Siegel repräsentieren die sieben Kurfürstentümer des Heiligen Römischen Reiches. Obgleich im August 1573 die Stadt von einem schweren Hochwasser heimgesucht wurde, fand zum Ende des Monats das Große Fürstenschießen statt, an dem neben dem sächsischen Kurfürsten zahlreiche hohe Gäste aus fast allen Teilen des Reiches teilnahmen.

Dreißigjähriger Krieg bis 1918

Im Dreißigjähriger Krieg (1618–1648) wurde Zwickau neun Mal belagert. Wallenstein, General der Kaiserlichen Truppen, verlangte von der Stadt Kontributionen in Form von Naturalien und Geld. Nach dem Westfälischer Friede von 1648 musste Zwickau an die Schweden ein Friedensgeld von 2063 Talern zahlen. Die Kriegsbelastungen betrugen insgesamt 321.141 Taler. Im Siebenjähriger Krieg (1756–1763) war Zwickau wechselnden Besetzungen durch Preußen, Österreicher und die Reichsarmee ausgesetzt. Die Bürger hatten unter Einquartierungen und hohen Kontributionen zu leiden. Allein an Preußen hatte Zwickau noch bis ins 19. Jahrhundert 557.664 Taler zu zahlen. Am 16. Mai 1812 nahm Kaiser Napoleon Bonaparte mit seiner Gemahlin Marie-Louise von Österreich in Zwickau Quartier. Der Kaiser wurde von den Zwickauern mit Glockengeläut, einer Schützenparade und spalierstehenden Bürgern empfangen. Vom 26. Februar bis zum 2. März 1830 kam es durch den seit Jahrhunderten schlimmsten Eisgang auf der Zwickauer Mulde zu einem verheerenden Hochwasser. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Stadtmauer abgerissen und der Stadtgraben verfüllt. Auf dem verfüllten Stadtgraben wurden Straßen angelegt. Diese trugen zunächst verschiedene Namen (Moritzgrabenweg, Schulgrabenweg, Mühlgrabenweg, Schloßgrabenweg).

Zeit des Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg

Am 11. Oktober 1921 gründete der Schlosser Fritz Tittmann in Zwickau die erste NSDAP-Ortsgruppe außerhalb Bayerns. Im Dritten Reich wurde die Zwickauer Liste der Ehrenbürger von Zwickau auch an hochrangige nationalsozialistische Politiker verliehen. In der NS-Zeit, vor 1935 wurden die Grabenwege zu einem die Innenstadt umschließenden Stadtring zusammengefasst und in Adolf-Hitler-Ring umbenannt. Im Schloss Osterstein (Zwickau) wurde von 1933 bis 1934 vorübergehend ein Konzentrationslager eingerichtet. Hier waren bis zu 750 Menschen inhaftiert, hauptsächlich sozialdemokratische und kommunistische Regimekritiker. Der erste Sekretär der KPD-Unterbezirksleitung, Martin Hoop, wurde in der Nacht vom 10. zum 11. Mai 1933 hier ermordet. In den drei Werken der Auto Union (Horch-Stammwerk, Werk Dorotheenstraße und Werk Audi) wurde zur Produktion von Militärfahrzeugen für etwa 3000 Zwangsarbeiter ein Liste der Außenlager des KZ Flossenbürg des KZ Flossenbürg errichtet. Unter ihnen befanden sich neben KZ-Häftlingen auch Kriegsgefangene im Zweiten Weltkrieg. Zwickau gedenkt dieser Opfer mit Gedenkstätten oder Ausstellungen. Im Verlauf der Novemberpogrome 1938 vom 9. zum 10. November 1938 wurden in Zwickau Wohnungen jüdischer Bürger zerstört, eine Versammlungsstätte im Erdgeschoss der Burgstraße 10 sowie die Kapelle des Jüdischer Friedhof (Zwickau) in Brand gesetzt.Jürgen Nitsche: Nationalsozialistische Judenverfolgung in Zwickau. In Gedenken an die Reichspogromnacht vor 70 Jahren. In: Cygnea (= Schriftenreihe des Stadtarchivs Zwickau. Bd. 6). 2008, S. 33–58 (hier S. 33). Bei den Luftkrieg im Zweiten Weltkrieg wurde Zwickau, im Gegensatz zu anderen sächsischen Großstädten wie Luftangriffe auf Leipzig und Luftangriffe auf Dresden, nicht durch Flächenbombardement schwer zerstört. Nach gezielten Angriffen auf Rüstungsbetriebe und Verkehrseinrichtungen, wie zum Beispiel das Flugzeugreparaturwerk Gustav Basser KG auf dem Flugplatz Zwickau an der Reichenbacher Straße (12. Mai 1944) und das Deutsche Reichsbahn (1920–1945)-Ausbesserungswerk sowie die Auto-Union-Werke Horch und Audi (7. Oktober 1944), war die Innenstadt nur am 19. März 1945 direktes Ziel. Durch die Explosion einer Luftmine wurden die Südseite der Marienkirche (Zwickau) („Zwickauer Dom“) und umliegende Wohnhäuser beschädigt. Nach dem Krieg wurden im Stadtzentrum erheblich beschädigte historische Gebäude abgetragen. Insgesamt wurde Zwickau zu 5 % zerstört. Der Ordnungspolizei#Luftschutzpolizei Arno Rau bewahrte Zwickau vor der geplanten Totalzerstörung, indem er in den Abendstunden des 17. April 1945 auf dem Turm der Marienkirche die weiße Flagge hisste und das Läuten der Kirchenglocken veranlasste. Daraufhin drehten die Flugzeuge ab und Verbände der US-Armee drangen kampflos bis an die Zwickauer Mulde vor.

Besatzungszeit

Der am westlichen Muldenufer liegende Stadtkern wurde am 17. April 1945 von der Third United States Army besetzt. Die streng bewachte Demarkationslinie zwischen dem Besatzungsgebiet der Rote Armee und der United States Army verlief entlang der Zwickauer Mulde. Es war verboten, die Mulde zu überqueren. Hier wurde scharf geschossen. Um vom Ost- in den Westteil der Stadt zu gelangen, nutzten findige Bürger die Untertage-Wege der Steinkohlenschächte. Nach den Vereinbarungen der Konferenz von Jalta wurde der ganze Bezirk Zwickau schließlich der Sowjetische Besatzungszone angeschlossen. Die 3. US-Armee zog ihre Streitkräfte von Westsachsen nach Bayern zurück und ab 1. Juli 1945 wurde Zwickau von der Roten Armee besetzt. Im Rahmen des im Westerzgebirge 1946 anlaufenden Uranbergbaus der Wismut (Unternehmen) für die Sowjetunion Kernwaffenentwicklung wurde Zwickau ein wichtiges Verarbeitungs- und Versorgungszentrum für diesen Industriezweig.

DDR-Zeit

Der frühere Adolf-Hitler-Ring erhielt nach dem Tode des sächsischen Politikers Rudolf Friedrichs den Namen Dr.-Friedrichs-Ring. Am 25. Juli 1952 gliederte man die Stadt im Rahmen der Kreisreformen in der DDR dem Bezirk Karl-Marx-Stadt (bis zum 9. Mai 1953 und ab dem 1. Juni 1990: Bezirk Chemnitz) zu. Der damalige Amtshauptmannschaft Zwickau wurde aufgelöst und auf die Kreise Kreis Auerbach, Kreis Reichenbach, Kreis Schmölln, Kreis Stollberg, Kreis Werdau und Kreis Zwickau-Land (Hauptteil) aufgeteilt. 1960 wurde Zwickau von einem schweren Grubenunglück betroffen. Im Karl-Marx-Werk kam es zu einer Explosion, durch die 123 Kumpel ums Leben kamen. 1978 wurde letztmals Steinkohle gefördert. Auf dem Windberg bei Zwickau wurde das Zentrales Pionierlager „Karl Liebknecht“ als Zeltstadt errichtet und betrieben.

Entwicklung seit 1989

Mit der Wiedervereinigung Deutschlands und dem Beitritt der Deutsche Demokratische Republik zur Bundesrepublik Deutschland am 3. Oktober 1990 gehört Zwickau wieder zum Land Sachsen. Als am 1. August 1994 in Sachsen das Kreisreformgesetz in Kraft trat, wurden die beiden bisherigen Landkreis Werdau und ZwickauDer Kreis entsprach territorial dem bis zum Ende der DDR bestehenden Kreis Zwickau-Land. zum Landkreis Zwickauer Land vereinigt. Kreissitz wurde Werdau. Die Stadt Zwickau behielt noch ihren Status als kreisfreie Stadt. Im Rahmen der Sächsischen Kreisreform am 1. August 2008 wurde der Stadt die Kreisfreiheit entzogen. Zwickau erhielt den Rang einer Große Kreisstadt und wurde der Verwaltungssitz des nun wesentlich vergrößerten neugegründeten Landkreis Zwickau, der aus der kreisfreien Stadt Zwickau und den ehemaligen Landkreisen Landkreis Chemnitzer Land und Landkreis Zwickauer Land gebildet wurde. Am 4. November 2011 kam es kurz nach 15 Uhr zu einer Explosion und einem anschließenden Brand in einem Wohnhaus in der Frühlingsstraße 26 in Zwickau-Weißenborn (Zwickau). Wie sich später herausstellte, hatten in diesem Haus Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe, mutmaßliche Rechtsterroristen des Nationalsozialistischer Untergrund, für mehrere Jahre gewohnt. Nach den polizeilichen Ermittlungen löste Beate Zschäpe die Explosion aus, als in den Medien vom Tod der beiden Komplizen in Eisenach berichtet wurde.vgl. Stefan Aust, Dirk Laabs: Heimatschutz. Der Staat und die Mordserie des NSU. Pantheon, München 2014, ISBN 978-3-570-55202-5.

Einwohnerentwicklung

Nach Öffnung der innerdeutschen Grenze im Herbst 1989 hat Zwickau einen starken Rückgang der Einwohnerzahl erlitten. Ein elfgeschossiges Hochhaus der Arbeitsagentur an der Leipziger Straße war deshalb von Anfang an für diesen Zweck völlig überdimensioniert. Nachdem das historische Gründerzeitgebäude der Baumwollspinnerei in Zwickau-Pölbitz mit privaten Investitionsmitteln 2006 restauriert war, zog die Arbeitsagentur hier ein. Der anfängliche Weggang junger, gut ausgebildeter Menschen aufgrund drohender Arbeitslosigkeit hing nach 1990 auch mit der Schließung von fünf Zwickauer Großbetrieben zusammen. Hinzu kam, dass sich die Stadt dem allgemeinen, demographischen Negativtrend nicht entziehen konnte; in den Neuen Bundesländern sank nach 1990 die Anzahl der Neugeborenen dramatisch. Ein weiterer Grund für den Bevölkerungsrückgang lag in einer zunehmenden Suburbanisierung. Viele Zwickauer sind seit der Wende an den Stadtrand in ein Eigenheim gezogen. Zwickau weist hierdurch im Jahresmittel die meisten Umzüge in Sachsen auf. Ähnlich wie in anderen großen Städten Deutschlands ist Zwickau inzwischen von einem sogenannten Speckgürtel umgeben. Trotzdem hat der Landkreis Zwickau von allen sächsischen Landkreisen immer noch mit Abstand die höchste Einwohnerdichte. Durch Investitionen in Arbeitsplätze, in Kindertagesplätze, in den Stadtumbau und die Sanierung historischer Bausubstanz ist in der jüngsten Zeit der Prozess erheblich verlangsamt worden. Nach einer Information der kommunalen Statistikstelle zur Wanderungsbewegung der Zwickauer Bevölkerung erreichte diese bereits im Jahr 2009 einen ausgeglichenen Saldo. (PDF; 3,3 MB) In: Zwickauer Pulsschlag. 21. April 2010, S. 3.

Politik

Kommunalgeschichte

An der Spitze der Stadt stand im Mittelalter ein markgräflicher beziehungsweise königlicher Vogt. Nachweislich gab es seit 1273 einen Rat. Dieser war später in der Stadtverwaltung allein zuständig. Der Vorsitzende des Rates war der Bürgermeister, der jährlich an Michaelis (29. September) wechselte. Später folgte eine Aufteilung in zwei Räte, den „regierenden“ und den „alten“ Rat. Beide wechselten sich im Amt ab. Im 15. Jahrhundert erlangte Zwickau durch das Große Berggeschrey hohe wirtschaftliche Bedeutung im Kurfürstentum. Der Zwickauer Patrizier Martin Römer, war als Erster Amtshauptmann zugleich des Kurfürsten Finanzminister. Die Stadt erhielt als besonderes kurfürstliches Privileg das Regalien. Noch heute gibt es in der Stadt eine Münzstraße und ein Zollhaus. Die wirtschaftliche Bedeutung des sächsischen Kurfürstentums spiegelt zum Beispiel der Text der Preisend mit viel schönen Reden wider. Im 17. Jahrhundert wurde der alte Rat stark verkleinert, bis er schließlich mit dem regierenden Rat verschmolz, der dann ab 1832 nur noch aus vier Mitgliedern bestand. Bis 1830 wechselten die Bürgermeister weiterhin jährlich, konnten aber dieses Amt mehrmals ausüben. So amtierten zwischen 1800 und 1830 insgesamt „nur“ sechs Bürgermeister. Lothar Streit, seit 1860 Bürgermeister, wurde 1874 erster Oberbürgermeister von Zwickau. Daneben gab es weiterhin einen Rat. Mit der ersten sächsischen Verwaltungsreform von 1835 erfolgte die Gründung der Kreisdirektion Zwickau. Nahezu vierzig Jahre später wurde aufgrund der Industrialisierung des Landes 1874/1875 eine zweite Verwaltungsreform durchgeführt. Aus den Kreisdirektionen gingen vier Kreishauptmannschaften hervor, darunter die Kreishauptmannschaft Zwickau. Sie war der größte und bevölkerungsreichste Verwaltungsbezirk im Königreich Sachsen. Im Jahr 1900 wurde schließlich die Zwickauer Kreishauptmannschaft in annähernd zwei gleich große Teile geteilt. Aus dem östlichen Teil entstand die Kreishauptmannschaft Chemnitz. 1907 wurde Zwickau kreisfreie Stadt. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde mit der Ausrufung der Republik in Deutschland die konstitutionelle Monarchie in Sachsen abgeschafft; es kam zur Gründung des Freistaates Sachsen mit einer fast unveränderten Verwaltungsstruktur. Obwohl neue Parteien entstanden, behielten die bürgerlichen Parteien eine starke Basis. Inflation und Weltwirtschaftskrise lasteten schwer auf der Stadt. Trotzdem wurden zukunftsweisende Projekte auf den Weg gebracht, etwa der Bau eines neuen Krankenstifts unter Professor Heinrich Braun oder die Planungen für den neuen Hauptbahnhofes durch Baurat Otto Falk. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei 1933 blieb der seit 1919 regierende Oberbürgermeister Richard Holz noch bis 1934 im Amt, danach war Ewald Dost (NSDAP) bis zum Einmarsch der amerikanischen Truppen Zwickauer Oberbürgermeister. 1938 wurden die sächsischen Kreishauptmannschaften in Regierungsbezirke umbenannt. Zwickau war seit 1939 Sitz des gleichnamigen Regierungsbezirk Zwickau. Die Amtshauptmannschaften werden seither Landkreise genannt und aus den kreisfreien Städten wurden Stadtkreise. Zwischen 1934 und 1939 erregten die Auto-Union-Rennwagen aus der Rennabteilung der Horch-Werke internationales Aufsehen. Die Planungen zur Stadtentwicklung berücksichtigten das schnelle Wachstum der Stadt, das durch den Zweiten Weltkrieg erst einmal vorüber war. Mit der kampflosen Übergabe der Stadt am 17. April 1945 an US-amerikanische Truppen endete der Zweite Weltkrieg in Zwickau. Kurz nach Kriegsende verübte Oberbürgermeister Dost in amerikanischer Internierungshaft Suizid. Am 1. Juli 1945 übernahm die Rote Armee die Stadt. In Zwickau, nun zugehörig zur sowjetischen Besatzungszone, wurde ein neuer „Rat der Stadt“ mit einer Stadtvertretung gegründet. Die von den Einwohnern der Stadt gewählten Vertreter wurden in den Anfangsjahren nach dem Krieg mehrheitlich von den bürgerlichen Parteien gestellt. Mit Erlass des Befehls 124 der Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD) vom 30. Oktober 1945 wurden nahezu alle größeren Betriebe der Stadt Beschlagnahme. 1946 richtete die Militäradministration Kreisverwaltungen ein. Bereits am 20. Mai 1946 erschien die erste Ausgabe der Tageszeitung „Freie Presse“. Die Zeitung war das Zentralorgan der SED im Zwickauer Bezirk Südwestsachsen. Mit dem SMAD-Befehl 201 vom 19. Oktober 1947 wurden sogenannte Kreisentnazifizierungskommissionen gebildet, denen Stadträte aus den Parteien und Vertreter gesellschaftlicher Organisationen angehörten. Beispielsweise gehörte Herbert Häber, später Politbüromitglied und Erich Honecker Sonderbeauftragter für Westbeziehungen, als FDJ-Vertreter dieser Kommission an. Deren Aufgabe war es, aktive und verantwortliche NSDAP-Mitglieder und Kriegsverbrecher zu ermitteln (belasteter Personenkreis). Mit dem Befehl 64 vom 17. April 1948 ordnete die Sowjetische Militäradministration das Ende der Sequestrierungen an und befahl, nicht belasteten Personen das bereits beschlagnahmte Eigentum zurückzugeben. Die Werke von Audi und Horch der Auto Union, Großbetriebe wie Friemann & Wolf, die Zwickauer Maschinenfabrik, und die Zwickauer Brauereien, aber auch fast alle mittelständischen Unternehmen (z. B. Steinzeuge und Erden, Druckindustrie), wurden jedoch nicht an die ursprünglichen Eigentümer zurückgegeben. Nach der Gründung der DDR am 7. Oktober 1949 wurde der Freistaat Sachsen 1952 in drei Bezirk (DDR) aufgeteilt und der neue Großbezirk Karl-Marx-Stadt gebildet. Damit verlor die Stadt ihren über Jahrhunderte hinweg gewachsenen historischen Rang als Bezirksstadt. Als 1990 mit der Deutsche Wiedervereinigung der Freistaat Sachsen neu gegründet wurde, erhielt die Stadt ihren historischen Rang als Bezirksstadt nicht zurück, blieb aber zunächst noch kreisfrei. Erst mit der Kreisreform Sachsen 2008 verlor die Stadt auch die Kreisfreiheit. Der damalige CDU-Oberbürgermeister Dietmar Vettermann erklärte aus Protest gegen diese Entwicklung in einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel seinen Austritt aus der Partei. Er empfahl daraufhin den Bürgern Zwickaus zur Oberbürgermeister-Wahl Pia Findeiß, die Kandidatin der Konkurrenzpartei. Seither wird die Stadt von der SPD regiert und ist der Verwaltungssitz des Landkreis Zwickau.

Stadtrat

Am 25. Mai 2014 wurden 48 Stadträte von den Zwickauer Bürgern für die Dauer von fünf Jahren gewählt.

Bürgermeister und Oberbürgermeister

Die Wahl des Oberbürgermeisters erfolgt seit 1994 durch direkte Wahl aus einem Kandidatenkreis des Stadtrates durch die Bürger der Stadt. Die Amtszeit (Wahlperiode) des Stadtoberhauptes beträgt sieben Jahre. Der Oberbürgermeister ist zugleich der Vorsitzende des Stadtrats. Seit dem 1. August 2008 ist Pia Findeiß (Sozialdemokratische Partei Deutschlands) Oberbürgermeisterin der Stadt. Ihr stehen zwei Stellvertreter zur Seite. ;Liste der Bürgermeister und Oberbürgermeister (seit 1800 vollständig) Die Jahreszahlen hinter den Namen geben die Amtsjahre an, wobei das Amtsjahr nicht dem Kalenderjahr entsprach. Seit 1874 hat die Stadt einen Oberbürgermeister.

Stadtwappen und Siegel

Vom Zwickauer Wappen, auch Schwanenwappen genannt, gibt es zwei Varianten. Das kleine Wappen wird als Amtssiegel verwendet. Das üppig gestaltete sogenannte „Große Wappen“ oder auch „Des Rates Ganzes“ entstand 1560. Die Farben Rot und Weiß sowie die Ausgestaltung des Wappens mit Gold- und Silber stehen für den ersten Rang unter den Städten Sachsens infolge des „Großen Berggeschreys“ im 15. Jahrhundert. Rot symbolisiert das kaiserliche Rotwachsfreiheit, das Zwickau 1473 durch Friedrich III. (HRR) verliehen wurde. Keine andere Stadt als Zwickau durfte im Kurfürstentum Sachsen zwei Helme im Wappen führen. Zum Großen Wappen gehört der Mauritius (Heiliger), der bereits 1212 als Patron der Stadtpfarrkirche erwähnt wird. Weiterhin sind der Kurhut mit sieben rot-weißen Fähnchen als höchstes Rangabzeichen des Kurfürstentums Bestandteile des Großen Wappens. Die sieben Fähnchen symbolisieren die sieben Kurfürstentümer des Heiliges Römisches Reich (962–1806). Das Schwanenwappen ist mit dem Beginn des 15. Jahrhunderts nachgewiesen. Die Grabplatten der Zwickauer Ratsherren, die nach dem Blutgerichtsbarkeit von 1407 hingerichtet wurden und im Kreuzgang des Kloster St. Afra (Meißen) zu Meißen begraben wurden, tragen bereits das Wappen. Das Bild zeigt die schlichte Ausführung des Großen Wappens. Die Prunkform des Großen Wappens befindet sich über dem Portal des Rathauses am Hauptmarkt. Blasonierung: Das Große Wappen am Rathaus hat ein geviertes Schild mit goldenem Schildteilungskreuz und goldener Schildumrandung. In den Feldern links oben und diagonal rechts unten jeweils drei (zwei zu ein) gestellt schreitende weiße Schwäne auf rotem Grund; in den Feldern rechts oben und diagonal links unten über blauen Wellen die Stadtmauer mit drei unterschiedlichen silbernen Türmen. Beide Helme tragen ein goldenes Visier. Der Heilige Mauritius bildet die Helmzier des linken Helms. Auf dem rechten Helm dient der Kurhut mit sieben weiß-roten Fähnchen als Helmzier. Jeweils ein Schwan links und rechts sind als Schildhalter in die rot-silberne Verzierungsbänder beigestellt. Der Schwan mittig unterhalb des Schildes trägt das Verzierungsband, in dem die Jahreszahlen 1404 und 1862 aufgeschrieben sind.

Städtepartnerschaften

Zwickaus Städtepartnerschaft sind: * Dortmund (Nordrhein-Westfalen), seit 1988 * Jablonec nad Nisou (deutsch: Gablonz an der Neiße) (Tschechien), seit 1971 * Zaanstad (Niederlande), seit 1987 * Wolodymyr-Wolynskyj (Ukraine) seit 2014 * Yandu (China) seit 2014

Religionen

Die Einwohner von Zwickau waren über viele Jahrhunderte hinweg überwiegend protestantisch. Mehrheitlich sind die Zwickauer Einwohner seit der DDR-Zeit konfessionslos.

Protestanten

Am 31. Oktober 1517 kam es zum 95 Thesen von Martin Luther an der Schloss Wittenberg. Bereits 1518 wurden in Zwickau Evangelische Kirche Predigten abgehalten. Der Tuchweber Nikolaus Storch, der Tuchmacher Thomas Drechsel und der Student zu Wittenberg Markus Stübner gelten als die Zwickauer Propheten. Gemeinsam verbindet sie die Vision vom „inneren Wort“ und „vom inneren Licht“. Durch sie erfährt die Zwickauer Bevölkerung ab 1520, dass die Sakramente der Kirche nutzlos sind. Sie vertraten die These, dass jeder Mensch ein inneres Licht im Herzen trage, wodurch die Gottlosigkeit beendet werde und das Friedensreich komme. Es komme schließlich auf das Handeln nach der Botschaft Jesu an und nicht allein auf das Glauben. Der Zwickauer Bürgermeister Hermann Mühlpfort und der Pfarrer der Marienkirche, Nikolaus Hausmann, stellen sich gegen die durch die Zwickauer Propheten angefachte prophetische Volksbewegung. Auch Martin Luther steht auf der Seite der Autoritäten und streitet für die Einführung einer Amtskirche. Er bezieht Stellung gegen die Zwickauer Propheten und versucht die Volksbewegung aufzulösen. Martin Luther widmet 1520 dem Zwickauer Bürgermeister Hermann Mühlpfort die Schrift „Von der Freiheit eines Christenmenschen“. Am 8. April 1522 quartiert sich Luther bei Bürgermeister Mühlpfort ein. Am 1. Mai versammeln sich vor dem Zwickauer Rathaus 14.000 Menschen aus Zwickau und Umgebung. Der Zwickauer Marktplatz wurde zum Schauplatz einer geistigen Auseinandersetzung. Es gelang Luther offensichtlich nicht, die Mehrheit der Menschen auf seine Seite zu ziehen. Thomas Müntzer, Pfarrer der Zwickauer Katharinenkirche, stellte sich im Gegensatz zu Luther hinter die urchristlichen Ideale der prophetischen Volksbewegung. 1524 wurde das Eucharistie in Zwickau „in beiderlei Gestalt“ gespendet. Nach dem Scheitern der Zwickauer Propheten radikalisierte sich Thomas Müntzers Denken. Das soziale Unrecht an den Menschen führte schließlich im Jahr 1525 vor allem in Thüringen zu Bauernaufständen, an dessen Spitze sich Thomas Müntzer stellte. Die letzten Mönche wurden aus der Stadt gewiesen. 1525 war die Reformation zunächst abgeschlossen. Zwickau war europaweit die zweite Stadt, in der die Reformation Fuß gefasst hatte. 1529 erhielt die Stadt eine Evangelisch-lutherische Kirchen Kirchenordnung. Danach war Zwickau über viele Jahrhunderte überwiegend protestantisch. Neben der Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens gibt es Gemeinden, die zu Freikirchen gehören. Darunter sind Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten), die Siebenten-Tags-Adventisten, Gemeinden der Evangelisch-methodistische Kirche, der Evangelisch-Lutherische Freikirche und eine Herrnhuter Brüdergemeine, ferner eine Freie Christliche Gemeinde und die Christengemeinde Elim-Gemeinden (Mitglied im Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden).

Katholiken

Im 19. Jahrhundert zogen auch wieder Römisch-katholische Kirche in die Stadt. Diese gründeten 1818 wieder eine Pfarrgemeinde. Sie gehörte zum Apostolisches Vikariat mit Sitz in Dresden, das seit 1743 zuständiger Verwaltungsbezirk in der Nachfolge des in der Reformationszeit aufgelösten Bistums Meißen war. Aus diesem Verwaltungsbezirk entstand 1921 (wieder) das Bistum Meißen, seit 1980 Bistum Dresden-Meißen, das heute zur Kirchenprovinz Berlin (Erzbistum Berlin) gehört. Zwickau wurde innerhalb des Bistums Meißen Sitz eines Dekanats, zu dem auch Pfarrgemeinden außerhalb Zwickaus gehören. Derzeitiger Dekan ist Michael Gehrke, Pfarrer in Werdau und Crimmitschau.
In der Stadt Zwickau gibt es drei römisch-katholische Gemeinden.

Judentum

Bereits im 19. Jahrhundert hatten sich Juden in Zwickau niedergelassen. 1905 wurde der erste Betsaal der jüdischen Zwickauer Gemeinde in der Bahnhofstraße 8 eingeweiht. Später gab es noch einen Betsaal der orthodoxen jüdischen Mitglieder in der Burgstraße 10 (heute etwa Alter Steinweg). Im Vorderhaus waren die Wohnungen ärmerer jüdischer Familien und eine „Wochentagssynagoge“. Ab 1938 wurden die Juden aus der Stadt vertrieben. In der Novemberpogrome 1938 wurden durch Sturmabteilung die jüdischen Einrichtungen angezündet. Die Grabsteine auf dem jüdischen Friedhof wurden geschändet und die Aussegnungshalle durch Brandstiftung zerstört. Zu den bekanntesten Zwickauer Juden zählten die Besitzer des Kaufhaus Schocken und der Chef des Lindenhof (Varieté)-Orchesters, Erwin Pollini. Nach dem Krieg kehrten nur wenige Überlebende in die Stadt zurück. Die Stadt erinnert mit einem Pflastermosaik und mit einer Gedenktafel vor der ehemaligen Alfred-Leuschke-Schule (dem späteren Georgengymnasium), von wo aus die Zwickauer Juden deportiert wurden, an die Judenverfolgung in der Zeit des Nationalsozialismus. Weiter erinnern auch einige Stolpersteine an die Deportationen.

Weitere Religionsgemeinschaften

Auch die Neuapostolische Kirche und die Apostolische Gemeinschaft (Freikirche) gibt es in Zwickau. Darüber hinaus sind auch die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) und die Religionsgemeinschaft der Zeugen Jehovas in der Stadt vertreten.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaftsgeschichte

Wurzeln der Wirtschaftsentwicklung

Bereits im frühen Mittelalter wird die Zwickauer Steinkohle entdeckt. Doch die erste große Blütezeit der Stadt beginnt erst um 1470 mit dem Fündigwerden der Silberanbrüche auf dem Schneeberg. Die Stadt wird zum kurfürstlichen Zoll- und Finanzzentrum. Etwa zur gleichen Zeit war Zwickau auch ein Zentrum der Tuchmacher. Zwicksches Tuch war in deutschen Landen weithin ein Begriff. Das Gewandhaus am Hauptmarkt entstand in dieser Zeit. Im Zwickauer Steinkohlenrevier begann mit dem Einsatz der Dampfmaschine eine neue Blütezeit. Die industrielle Förderung dieses Bodenschatzes verhalf der Stadt zu Beginn des 19. Jahrhunderts zu einem raschen Wachstum und weitere Branchen des verarbeitenden Gewerbes siedelten sich hier an.

Beginn der Industrialisierung

Am Zwickauer Stadtrand in Cainsdorf siedelte sich die „Königin-Marien-Hütte“ an, ein Unternehmen der Montanindustrie. 1842 wurde die Zwickauer Maschinenfabrik gegründet, die 1872 von den damaligen Besitzern Brod & Stiehler in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wurde. Der Unternehmensteil „Blechbearbeitungsmaschinen“ in Niederschlema fertigte Exzenter-, Zieh-, und Friktionsspindelpressen, Scheren, Stanzen, Abkant-, Biege- und Richtmaschinen sowie Einrichtungen für Papierfabriken. Haupterzeugnisse des Unternehmens waren Luftkompressoren, Druckluft- und Zentrifugalpumpen, Dampf- und Fördermaschinen für Bergwerke mit denen das Unternehmen im In- und Ausland bedeutende Umsätze erzielte. Heinrich Dietel gründete 1869 vor den Toren der Stadt die Kammgarnspinnerei in Wilkau. Zehn Jahre später expandierte er nach Sosnowice (Polen) und Cossmannsdorf bei Dresden. Hergestellt wurden Garne in allen Feinheitsgraden. Carl Wolf (Unternehmer) gründet 1884 mit seinem Patent zur Benzin-Sicherheitsleuchte die Firma Friemann & Wolf, eines der ersten global agierenden Unternehmen Deutschlands.

Handel

Simon und Salman Schocken gründen 1907 das Kaufhaus Schocken. Die Warenhäuser der Gebrüder Schocken stiegen 1930 zum viertgrößten Warenhauskonzern Deutschlands auf.

Automobilindustrie

In Zwickau werden seit 1904 ohne Unterbrechung Automobile produziert; die Stadt gilt als eine der Keimzellen der sächsischen Automobilindustrie. Am 2. Mai 1903 wurde dort der Sächsisch-Thüringischer Automobil-Club (SThAC) gegründet. Initiator und erster Präsident war der Zwickauer Fabrikbesitzer Friedrich Paul Fikentscher. Bekannte Unternehmer aus der Kreishauptmannschaft Zwickau waren Mitglieder des Automobilclubs, so auch der Ingenieur August Horch, der 1902 in Reichenbach im Vogtland eine Automobilmanufaktur gegründet hatte. Weil die Erweiterung seines Reichenbacher Betriebes von der ansässigen Unternehmerschaft missbilligt wurde, verlegte er sein Unternehmen nach Zwickau, wo am 10. Mai 1904 die Horch in das Handelsregister (Deutschland) des Zwickauer Amtsgerichts eingetragen wurde. Der Zwickauer Rechtsanwalt Rudolph Stöss gewann 1906 mit einem Horch 18/20 PS die Herkomer-Konkurrenz. Dieser „leichte Kardanwagen“, eine Neukonstruktion von Horch und dessen Weggefährten August Hermann Lange, brachte trotz seiner relativ geringen Motorstärke den Gesamtsieg beim damals bekanntesten deutschen Automobilwettbewerb ein. August Horch war verantwortlicher Konstrukteur und Technischer Leiter von Horch & Cie., hielt jedoch selbst nur einen geringen Unternehmensanteil und hatte daher keine kaufmännische Entscheidungsbefugnis. Nach Zerwürfnissen mit dem Finanzvorstand musste Horch das Unternehmen verlassen und gründete am 16. Juli 1909 nicht weit entfernt die August Horch Automobilwerke GmbH. Auch Konstrukteur Lange nebst einer Anzahl von Mitarbeitern wechselte in August Horchs neues Unternehmen. Zwickau war damit die einzige Stadt im Deutsches Kaiserreich, in der gleich zwei Automobilunternehmen ansässig waren. Die Geschäftsführung der Horchwerke klagte wegen Verletzung des Marke (Recht) und Horch musste 1910 seine Fabrik in Audi Automobilwerke GmbH Zwickau umfirmieren. Das Unternehmen wurde 1915 in die Aktiengesellschaft Audiwerke AG Zwickau umgewandelt. Im Jahre 1910 erzielte Audi bei der Internationalen Tourenfahrt des Schwedischen Motorklubs vom 17. bis 24. Juni mit dem ersten Preis einen ersten Erfolg. Audi startete 1911 zum ersten Mal mit drei Wagen bei der Internationalen Österreichischen Alpenfahrt und August Horch erhielt einen ersten Preis, die große silberne Medaille und das Ehrendiplom. Der Audi Typ C siegte von 1912 bis 1914 dreimal hintereinander bei der Internationalen Österreichischen Alpenfahrt. Das Automobil ging als Alpensieger in die Geschichte ein. Das Zwickauer Werksteam erhielt 1914 nicht nur den Teampreis, sondern gewann den Großen Alpenwanderpreis. Damit konnte Audi einen in der Geschichte des Automobilsports seltenen Erfolg verzeichnen. Bei der internationalen Zuverlässigkeitsfahrt 1914 war eine Konkurrenz von 33 Fabrikaten am Start. Der Wettbewerb ging über eine Strecke von 3000 Kilometer durch die Alpen mit den schwierigsten Strecken. Heute besitzt den Großen Alpenwanderpreis das museum mobile der Audi AG in Ingolstadt. In der Zeit der Weimarer Republik entwickelte der neue Hauptaktionär und Kosmopolitismus Moritz Straus Horch zwischen 1920 und 1932 zu einer elitären Automobilmarke. In Zwickau begann 1926 die Ära der industriell gefertigten Achtzylinder-Reihenmotoren: der Horch 8 (Typ 303) war das erste deutsche Serienfahrzeug mit Achtzylindermotor, gefolgt 1927 vom Audi Typ R. Auf dem Mondial de l’Automobile wurde 1931 der Horch 12 mit Zwölfzylinder-V-Motor vorgestellt und erhielt einen Preis. Als erstes deutsches Fahrzeug hatte er einen Motor mit Hydrostößeln. Ab 1932 gehörten Horch und Audi zur Auto Union, blieben jedoch eigenständige Marken. Bei Audi wurden ab 1931 die dort entwickelten DKW Frontwagen (geschützter Name) mit Zweitaktmotor und dem damals neuen Frontantrieb hergestellt. Die Horchwerke lieferten 1936 ihren 25.000. Wagen mit Achtzylindermotor aus. Die Marke hatte im Deutsches Reich 1933 bis 1945 bei den Luxusautomobilen einen Marktanteil von 54 Prozent. 1934 bis 1940 wurden in der Auto Union-Rennabteilung im Werk Horch zunächst von Ferdinand Porsche und später von Robert Eberan von Eberhorst die Zwickauer „Silberpfeile“ (Auto-Union-Rennwagen) entwickelt. Mit einem Auto-Union-Rennwagen#Auto-Union-Rennwagen Typ C (1936–1937) durchbrach 1937 der deutsche Rennfahrer Bernd Rosemeyer als Erster in der Geschichte des Automobils die 400-km/h-Geschwindigkeitsschwelle auf einer öffentlichen Autostraße (Reichsautobahn Frankfurt–Heidelberg). Ab 1937 baute man im Werk Horch für die Wehrmacht die Einheits-PKW der Wehrmacht (Typ Horch 901 und Horch 108). Alle Werke der Auto Union wurden ab 1940 verstärkt in die Rüstungsproduktion eingebunden und fertigten neben Panzer- und Flugmotoren (→ Mitteldeutsche Motorenwerke) auch kleine Stromerzeugungsaggregate für den mobilen Einsatz. Im letzten Jahr des Zweiten Weltkriegs wurde das Werk Horch bei Luftangriffen auf Zwickau schwer getroffen. Auf der Leipziger Messe 1955 stellten die Zwickauer Automobilbauer den ersten Serien-PKW der Welt mit Kunststoffkarosserie (AWZ P70) der Öffentlichkeit vor. Aus den Unternehmen Automobilwerk Zwickau (ehemals Audi) und dem VEB Kraftfahrzeugwerk Horch Zwickau entstand 1958 der Sachsenring (Unternehmen), wo von Oktober 1957 bis April 1991 der Trabant (Pkw) hergestellt wurde. Heute setzt die Volkswagen Sachsen die automobilen Traditionen der Stadt fort. Im Volkswagenwerk Zwickau werden die Modelle Golf, Passat und in Kooperation mit der Gläserne Manufaktur der VW Phaeton sowie Karosserien für den Bentley gefertigt.

Uranaufbereitung der SDAG Wismut

1946 wurde die Stadt von der sowjetischen Besatzungsmacht als Versorgungsbasis für die Wismut (Unternehmen) ausgewählt. Nach der Enteignung der Papier- und Kartonagenfabrik C.F. Leonhardt & Söhne in Zwickau-Crossen nahm 1951 auf diesem Gelände der Wismut (Unternehmen)#Erzverarbeitung „Objekt 101“ die Produktion auf. Bis zur politischen Wende von 1989 wurde hier aus dem Uranerz der Rohstoff für die sowjetische Atomindustrie gewonnen. Das Erz wurde mit Ganzzug der Deutsche Reichsbahn (1945–1993) über den Bahnstrecke Zwickau–Crossen–Mosel angeliefert. Der Inhalt der Eisenbahnwaggons wurde in Bunkeranlagen gekippt. Anschließend wurde er über Transportbänder zu Kugelmühlen gefördert, wo er zermahlen und daraus durch alkalische Laugung Uranoxid (Yellowcake) hergestellt wurde. Im Zuge des technologischen Prozesses wurden im Zwickauer Norden enorme Mengen Gesteinsabraum zu einer weithin sichtbaren Abraumhalde aufgeschüttet. Deren verunreinigtes Sickerwasser belastete die Zwickauer Mulde erheblich. Nördlich von Zwickau lag in einem Talkessel die Nachbargemeinde Helmsdorf. Die Ortschaft wurde abgerissen; die Einwohner zwangsumgesiedelt. Auf dem Areal entstand ein Absetzbecken, wohin die flüssigen Prozessabfälle gepumpt wurden. In Crossen wurden insgesamt aus 74,7 Millionen Tonnen Erz etwa 77.000 Tonnen Uran produziert, das als Kriegsreparation in die Sowjetunion geliefert wurde.

Ansässige Unternehmen

Seit 2008 gibt es eine kommunale Förderrichtlinie der Stadt Zwickau, die für jeden neu geschaffenen Vollzeitarbeitsplatz eine Zuwendung gewährt. Nach der Veröffentlichung im Arbeitsmarktreport der Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Sachsen, vom März 2013 hat die Region Zwickau bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen mit 9,2 % die niedrigste Arbeitslosenquote in Sachsen. Die größten ansässigen Unternehmen in Zwickau sind: * AES GmbH, Auto-Entwicklungsring Sachsen * AutoVision GmbH, Standort Zwickau – 100-prozentige VW-Tochter, Dienstleister der Automobilindustrie (PDF; 2,9 MB). * Cray Valley Kunstharze GmbH, Herstellung von Alkydharzen und Kunststoffdispersionen * FES GmbH, Fahrzeug-Entwicklung Sachsen * Forschungs- und Transferzentrum e. V. an der Westsächsische Hochschule Zwickau * Förster & Borries, Druck- und Mediendienstleister * GAZ – Geräte- und Akkumulatorenwerk Zwickau GmbH * Gillet Abgassysteme Zwickau GmbH, Tochterunternehmen der Tenneco * GKN (Unternehmen), Werk Mosel (Zwickau) (Gelenkwellenwerk) * Grammer AG, Zulieferer, Sitze für die Automobilindustrie * Heinrich-Braun-Klinikum Zwickau, Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Leipzig Abgerufen am 23. November 2015. * Hoppecke Batterien (ehemals VEB Grubenlampen- und Akkumulatorenwerke Zwickau) * Sachsenring (Unternehmen) als Modul- und Systemlieferant für die Automobilindustrie * ILKAZELL Isoliertechnik GmbH, spezialisiert auf Tiefkühl- und Reinraumsysteme sowie Dämmtechnik * Johnson Controls Sachsen-Batterien GmbH & Co. KG * Johnson Controls Autositze GmbH & Co. KG * Mauritius Brauerei Zwickau, Privatbrauerei * Radsystem GmbH, Stammsitz Zwickau-Mosel, gegr. 1992, Zulieferer für Kompletträder (13–18″) * Sachsentrans Spedition & Logistik GmbH, Logistikdienstleister, ein Unternehmen der Verbundinitiative Automobilzulieferer (AMZ) * Sasit Industrietechnik GmbH; Hersteller von Transportsystemen und Sondermaschinen für die Automobilindustrie und Herstellung von Autobatterien * Schwarz Pharma GmbH, Hersteller pharmazeutischer Produkte * Siebenwurst Werkzeugbau, Stanz- und Umformwerkzeuge für 3D-Formteile * Tower Automotive, Presswerk Zwickau GmbH & Co. KG * Volkswagen Sachsen, mit einer täglichen Fertigungskapazität von 1200 Fahrzeugen im Volkswagenwerk Zwickau * Weck+Poller, Logistik-Leistungen für die Automotive-Branche (PDF; 3,0 MB) * Westermann Druck- und Verlagsgruppe Zwickau GmbH

Verkehr

Straßenverkehr

In Zwickau kreuzen sich die Bundesstraßen Bundesstraße 93, Bundesstraße 173 und Bundesstraße 175. Vom Süden her gelangt man über die Anschlussstelle (Autobahn) 10 (Zwickau-West) und 11 (Zwickau-Ost) der Bundesautobahn Bundesautobahn 72 (Hof – Chemnitz) ins Stadtzentrum, welches über die ausgebauten Neubaustrecken der B 173 und B 93 in wenigen Minuten erreichbar ist. Aus Richtung Norden kommend, verlässt man an der Anschlussstelle 62 (Meerane/Zwickau-Nord) die Bundesautobahn 4 (Dresden – Erfurt). Aus dieser Richtung ist die Stadt über die B 93 zu erreichen. Nach dem Verlassen der A 4 folgt unmittelbar die B-93-Anschlussstelle zum Volkswagenwerk Zwickau. Die zwischen den Anschlussstellen 62 der A 4 (
[ Quelle: Wikipedia | Stand: 21.05.2016 ]


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